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TV-Kritik "Günther Jauch": Die Kinder auch mal "wegorganisieren"

Rabenmutter oder Heimchen am Herd? Eine altbekannte Debatte. Auch bei Günther Jauch bot sie keinen neuen Zündstoff. Erste Ermüdungserscheinungen zeigten sich schon in den ersten Sekunden.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Armutsrisiko und Karrierekiller – so werden Kinder heutzutage ganz selbstverständlich genannt. Auch in Günther Jauchs Talkrunde, die sich zu dem Thema "Auslaufmodell Hausfrau – wie funktioniert Familie heute?" zusammengefunden hatte. Und niemand schien etwas dabei zu finden. Kein Wunder, leben wir doch in einer Gesellschaft, der auch der Begriff "Tyrannen" locker über die Lippen geht, wenn sie über die Jüngsten spricht. Nicht die besten Zeiten für Kinder. Und wohl auch nicht für Familien, vor allem nicht für Mütter und solche, die es werden wollen.

Inwiefern sich Beruf und Karriere vereinbaren lassen, ist eine Frage, die zig Frauen umtreibt. Und irgendwie lauert die Falle überall. Die einen schimpft man "Rabenmütter", die anderen "Heimchen am Herd". Keine Neuigkeit. Inzwischen tritt die altbekannte Debatte auf der Stelle. Was auch sollte es an frischen Argumenten geben? Auch bei Jauch gab es keine – hatte denn irgendwer welche erwartet? Nebenwirkung: Erste Ermüdungserscheinungen traten bereits in den ersten Sendesekunden auf.

"Wie im Mittelalter"

Wer sich betroffen fühlt, argumentiert sicherlich, man könne nicht oft genug über dieses Thema diskutieren. Andererseits lässt sich sagen, dass auch andere brisante Themen nicht gerade Mangelware sind. Man denke beispielsweise an das Euro-Hawk-Desaster. Was da über die Bühne geht, hat sicher mehr Zündstoff als wenn ein Kardinal Meisner sagt: "Wo werden Frauen wirklich öffentlich ermutigt zu Hause zu bleiben und drei, vier Kinder auf die Welt zu bringen?" Sie würden im Gegenteil, so befand der Kirchenmann weiter, möglichst schnell wieder in die Arbeit geschickt anstatt unserem "sterbenden Volk" Nachwuchs zu schenken. Diese Zitate werden hier genannt, weil Jauch mit ihnen die Runde eröffnete.

Ein Kardinal, der ansagt, wo es langgeht – fragt irgendwer danach? "Insbesondere Männer wollen uns immer sagen, was wir zu tun haben", kommentierte Talkgast Manuela Schwesig, Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Jede Frau aber müsse für sich persönlich entscheiden. Weder Staat noch Kirche hätten da reinzureden. Doch mit dem Entscheiden sei das so eine Sache. "Noch gibt es keine echte Wahlfreiheit", sagte die 39-Jährige und forderte unter anderem, dass die Arbeitswelt familienfreundlicher werden müsse. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bewertete Schwesig hierzulande "wie im Mittelalter".

"Einfach zu nah am Wasser gebaut"?

Mag auch vieles im Argen liegen, man verlor sich deshalb nicht in Details. Stattdessen wurden persönliche Geschichten und Geschichtchen ausgepackt. Köchin Cornelia Poletto verriet, dass sie ihr Töchterchen einst in der Küche in eine Babyhängematte legte, während sie mit den Töpfen hantierte. Ihr Credo: "Es ist alles eine Frage der Organisation." Man dürfe nicht immer alles auf die Politik schieben. TV Moderatorin Yvonne Willicks bekannte, nichts in ihrem Leben sei anstrengender gewesen als sich um ihre drei Kinder zu kümmern. Die Brückentage beispielsweise, oh je, wie solle man da etwa die Kinder – Achtung Originalton - "wegorganisieren"?

In einem Einspieler dann diese Lektion: "Es ist besonders teuer, ein Kind satt zu bekommen." Doch nicht nur das. Bis zum 18. Lebensjahr koste ein erstgeborenes Kind mit allem Drum und Dran rund 120.000 Euro. "Ich will mir das nicht vorsagen, denn vielleicht hätte ich sonst keine Lust auf Kinder", sagte Johannes Kippenberg. Dabei hat der Rechtsanwalt die Angelegenheit bereits erledigt: Er ist vierfacher Vater. Seine Ehefrau sei, wie er erzählte, den Kindern zuliebe zuhause geblieben.

Gesellschaftliche Anerkennung für jeden, der sich für Kinder entscheide, forderte insbesondere Elisabeth Müller, Vorsitzende des Verbands kinderreicher Familien in Deutschland. Die sechsfache Mutter erzählte, wie ihr Sohn neulich eine Familienkarte für das Schwimmbad kaufen wollte. "Er kam weinend zurück, weil man ihm gesagt hatte, er müsse zwei Familienkarten kaufen", so Müller. Zwei Karten für eine Familie, wie solle das ein Kind verstehen, sagte sie. Freilich nannte sie dies als Beispiel dafür, wie beschwerlich es kinderreiche Familien hätten. Jauch aber meinte dazu nur lapidar: "Na vielleicht ist ihr Sohn einfach zu nahe am Wasser gebaut."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(
  • Sylvie-Sophie Schindler