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TV-Kritik "Günther Jauch": Jauchs Musikantenstadl-Show für Hochwasseropfer

Sonntägliches Weichspülprogramm fürs Gehirn statt notwendiger Polittalk. Florian Silbereisen lächelte. Und Matthias Platzeck ging das Herz auf.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Entwarnung für die Geparden, sie wetzen in ihrem Zoo herum wie eh und je. Die Flut, über deren Folgen am Sonntagabend bei Günther Jauch gesprochen wurde, konnte ihnen nichts anhaben. Auch Florian Silbereisens Frisur hat, wie man deutlich sehen konnte, nicht gelitten. Das Haar saß tiptop. Das Plastik-Lächeln auch. Fehlte nur noch, dass der TV-Gaudibursche das Volksmusik-Duo Marianne und Michael anmoderiert hätte. Denn schließlich braucht es ein passendes Schunkellied, gerade jetzt, da auch Matthias Platzeck um mehrere Ecken gestand, dass ihm angesichts der vielen Fluthelfer das Herz aufgehe. Nach einem Refrain wird noch gesucht. Etwa in der Art wie "Eine Flut, die kann die Deutschen nicht erschüttern" oder "Und steht uns das Wasser bis zum Hals, wir gehen getreu Hand in Hand."

Woher nur dieser Zynismus kommt? Das mag daran liegen, dass man nach der 90minütigen Sondersendung zum Thema "Gemeinsam für die Flutopfer - ganz Deutschland hilft" am liebsten die Wände hochgehen würde. Schon erstaunlich, mehr noch erschütternd, wie fast alle wesentlichen Fragen, die dringend gestellt werden müssen, einfach nicht gestellt wurden. Stattdessen präsentierte Jauch eine Show, die mit dem "Musikantenstadl" an Seichtigkeit locker mithalten konnte - wen wundert da noch ein Talkgast wie Florian Silbereisen. Und wer ist überrascht, dass Hans-Dietrich Genscher, Ex-Außenminister, eben mal verriet, warum er zum Frühaufsteher geworden ist. Man hätte vielleicht auch über den vielerorts mangelhaften Hochwasserschutz reden können. Aber woher denn, und das sollte langsam mal klar geworden sein, allzu Politisches verträgt diese Sendung einfach nicht. Die Macher scheinen anderes im Sinn zu haben. Möglicherweise eine Weichspülung des Gehirns?

"Wünsche mir mehr Mut zum Mut"

Es war ein Wabbern an der Oberfläche, auch dieses Mal, und zwar mehr denn je. Dass größte Dilemma war wohl, dass Jauch sich nicht entscheiden konnte, ob er einen Talk moderierte oder eine Spenden-Gala - denn um finanzielle Hilfe für die Opfer wurde gebeten. Angefeuert von Bundespräsident Joachim Gauck, der kurz aus Deggendorf zugeschaltet wurde und davon sprach, Herz und Portemonnaie zusammen zu bringen. Zig Prominente nahmen die Spendenanrufe der Zuschauer während der Sendung entgegen, Kai Pflaume sagte ein paar Sätze dazu, Jauch nannte das großspurig "Livebericht" als wäre es eine Schalte rüber nach Istanbul. Das Ergebnis: Zu den knapp 6,8 Millionen, die im Laufe des Tages beim ARD-Spendenmarathon angehäuft wurden, kamen noch weitere 700.000 Euro dazu. Eckart von Hirschhausen ließ es sich nicht nehmen, via Telefon zu verkünden, er würde 10.000 Euro beisteuern. Besser er hätte sich hier ein Beispiel an Jauch genommen, der grundsätzlich dafür bekannt ist, großzügig zu spenden, aber darüber kein Wort zu verlieren.

Im Online-Forum, das zu jedem Jauch-Talk frei geschaltet wird, ging es derweil hoch her. "Ich finde es eine Frechheit, dass die Telefonanbieter damit Geld verdienen, wenn Menschen spenden. Warum können sie diese Telefonnummer nicht kostenfrei schalten?", wollte ein User wissen. Ein anderer kritisierte: "Bin mit der Entpolitisierung der Talklivesendung am Sonntagabend um 21.45 Uhr nicht zufrieden. Wünsche mir mehr Mut zum Mut." Wieder ein anderer schimpfte: "Was ist denn los mit Jauch und seinen Leuten? Ihr seid doch nicht mehr bei "Stern TV".

Realität als Kulisse missbraucht

Ertappt. Die gut eingeübte Handschrift ließ sich einfach nicht verheimlichen. Schicksalsberichte wurden angekündigt mit "Drei Menschen, drei Flutschicksale, drei Mal der feste Wille, nicht aufzugeben". Im besten Fall wird dadurch Empathie geweckt, im schlechtesten Fall Voyeurismus. Um nicht missverstanden zu werden: Dass die Geschädigten ein Forum bekommen, um ihre persönlichen Geschichten zu erzählen, ist wichtig. Doch sollte Realität nicht als Kulisse missbraucht werden. Und es ist auch notwendig, sich solidarisch zu zeigen. Eben beispielsweise mit einer Geldspende. Oder eben auch, indem man offen über das spricht, was im Argen liegt. Denn in vielen Flutgebieten, und das ist bekannt, sind eklatante Versäumnisse begangen worden, von Staat und Kommunen. Und hier muss nachgehakt werden, damit endlich was passiert. Doch Fakten und Recherche von Seiten der Redaktion fehlten. Warum lud Jauch beispielsweise keine Bürgermeister ein, die in Sachen Hochwasserschutz gebummelt haben? Warum keine Aktive aus Bürgerinitiativen, die sich Hochwasserschutz-Maßnahmen in den Weg stellen? Warum wurde die Dauer von Planstellungsverfahren nicht hinterfragt? Warum nicht über Klimawandel gesprochen und nicht über kanalisierte Flüsse und die massenweise versiegelte Flächen?

Jauch machte zwar dann und wann eine Andeutung, und doch hat er nicht die Rottweiler-Mentalität, um sich festzubeißen. Stattdessen sein ironischer Kommentar: "Wenn es gut läuft, dann droht uns im zehn Jahre Rhythmus die nächste Jahrhundertflut." Um die Finanzierung des Hilfsfonds in Höhe von acht Milliarden Euro, den Bund und Länder gemeinsam stemmen, machte sich Jauch hingegen ernsthafte Gedanken. Ob das die Kinder und Enkelkinder zahlen müssten, überlegte der Moderator laut. "Wir finden da eine Lösung", wiegelte Matthias Platzeck ab. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht ergänzte munter "Wir packen das." Und Schäuble ließ wissen: "Es wäre albern, über Steuererhöhungen zu streiten."

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
  • Sylvie-Sophie Schindler