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TV-Kritik "Schlag den Raab": Soldatin verliert Gefecht gegen Stefan Raab

Bei "Schlag den Raab" stellte sich seit langem wieder eine Frau dem Duell mit Stefan Raab. Die Zeitsoldatin befand sich jedoch meist auf dem Rückzug und wurde dem Titelverteidiger nicht gefährlich.

Von Dominik Brück

Am Samstag war es wieder soweit: Stefan Raab stellte sich in einem abendfüllenden Duell einem Herausforderer. Nachdem der Lokalmatador in der Ausgabe zuvor von "Schlag den Raab" Sportlehrer Michael im Handumdrehen zerlegt hatte, ging es dieses Mal um einen Jackpot von einer Million Euro.

Raabs Gegnerin Caroline hatte gleichzeitig die Gelegenheit, sowohl die erste Frau, als auch die erste Soldatin zu sein, die den Entertainer schlägt. Wer nicht bis zum Ende durchgehalten hat, erfährt in unserem "Best of", wie sich die junge Frau geschlagen hat.

Sympathiefaktor der Herausforderin

Caroline ist Offizierin bei der Bundeswehr, kommt aber recht unscheinbar daher. Es fällt schwer, wirklich zu sagen, ob man die Zeitsoldatin sympathisch finden soll oder nicht. Auch während der Show fällt sie neben Raab kaum auf.

Die 25-Jährige aus Mayen lächelt häufig einfach vor sich hin. Erst im späteren Verlauf der Sendung taut sie auf und redet etwas mehr. Allzu ernst scheint sie das Duell gegen Raab aber nicht zu nehmen. Sie nimmt jede Niederlage lachend hin und wirkt nicht sehr entschlossen, die Million zu gewinnen.

Das langweiligste Spiel

Das langweiligste Spiel ist gleich zu Beginn das "Vogelraten". Die beiden Kontrahenten müssen anhand von Bildern Vögel erkennen. Das ist nicht wirklich spannend und zieht sich in die Länge. Der einzige unterhaltsame Moment während dieses Spiels entsteht, als Raab einen Pfau mit einem Strauß verwechselt. Am Ende entscheidet Caroline das Spiel für sich.

Erster Umschaltimpuls

Wie gewohnt startet die Sendung mit eher mäßiger Spannung. In der ARD gibt es eine Rateshow mit der Maus. Das ist auch nicht unbedingt spannender, aber es werden Kindheitserinnerungen wach. Statt mit Maus und Elefant zu rätseln, geht es aber zurück zum Duell zwischen Caroline und Stefan.

Die müssen im dritten Spiel mit verbundenen Augen einen Ball mit Glöckchen ins Tor des Gegners bugsieren. Raab geht hier als Sieger hervor.

Der lauteste Kriegsschrei

Dieser kommt von Bundeswehroffizierin Caroline. Es geht bei dem Spiel darum, ein Fieldgoal wie beim American Football zu erzielen. Der Schuss des Gegners kann geblockt werden. Raab versucht, die Kandidatin dabei mit lautem Gebrüll zu verunsichern, bekommt das aber von Caroline doppelt zurückgezahlt. Laut und schrill schreit sie, während sie auf den kickenden Raab zuläuft. Dieser zeigt sich jedoch unbeeindruckt und gewinnt das Spiel.

Buschis bester Spruch

Kommentator Frank "Buschi" Buschmann läuft beim Spiel "Hin und Zurück" zu Hochtouren auf. Die Kontrahenten müssen mit dem Auto einen Parcours vorwärts und rückwärts durchfahren. Caroline schenkt Raab den Sieg, weil sie immer wieder die Hindernisse rammt.

"Die Frage ist, wie weit die Nachbarn bei ihr zu Hause jetzt die Autos umparken", kommentiert Buschi trocken. Caroline nimmt es trotz der Niederlage gelassen und muss lachend eingestehen, dass ihr Vater Fahrlehrer ist. Da wird es wohl nächste Woche nochmal Nachhilfestunden geben.

Gröbster Fehler

Beim Spiel "Schätzen" liegt Caroline ziemlich daneben: Gefragt ist die Zahl der Briefkästen in Deutschland. Die Kandidatin schätzt satte 15 Millionen, tatsächlich sind es nur 112.000. Raab gewinnt daher mit seiner Schätzung von 80.000. Caroline ärgert sich über sich selbst - und wahrscheinlich auch darüber, dass Raab das Spiel für sich entscheidet.

Die Überraschung des Abends

Obwohl die 25-Jährige Zeitsoldatin ist, kann sie sich beim Schießen mit dem Luftgewehr gegen Multitalent Raab nicht durchsetzen. Zwar schießt sie nicht schlecht, vergibt aber entscheidende Punkte - gegen Raab zu kämpfen scheint die Soldatin dann doch nervös gemacht zu haben. Der Titelverteidiger bewahrt die Ruhe und holt sich den Sieg in diesem Spiel.

Gefühlte Dauer

Der Fernsehsamstag zieht sich mal wieder besonders in die Länge. Höhepunkte in der Sendung sind rar und die stille Herausforderin kommt kaum mit Raab oder Moderator Steven Gätjen ins Gespräch. Der Titelverteidiger gewinnt zudem souverän in fast allen Spielen, sodass kaum Spannung aufkommt. Am Ende ist man froh, dass Raab den Gesamtsieg relativ zügig sichern kann und die Show vorbei ist.

Kandidat der Herzen

Bio-Bauer Guido, der sich bei der Auswahl der Kandidaten nur knapp nicht gegen Caroline durchsetzen konnte, verdient auf jeden Fall diesen Titel. Mit seiner Antwort "Wenn ich das Geld gewinne, kaufe ich mir eine schöne Kuh", hat er sich auf jeden Fall die Sympathien vieler Zuschauer gesichert.

Die längste Erklärung

Bevor das Matchballspiel für Raab starten kann, stellt der Titelverteidiger die Geduld von Moderator Steven Gätjen noch einmal auf die Probe. Beim "Speed Stacking" geht es darum, Plastikbecher möglichst schnell in Pyramidenform aufeinander zu stapeln. Die Zeit soll für beide Spieler einzeln genommen werden und startet, sobald sie mit beiden Händen je einen Buzzer loslassen. Raab versteht aber nicht so ganz, wann die Zeitnahme genau gestartet und gestoppt wird, und muss sich das von Gätjen mehrere Male zeigen lassen. Am Ende versteht er es dann aber doch und beendet mit einem Sieg die Sendung.

  • Dominik Brück