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TV-Millionär: "Bettelbriefe sind unerwünscht"

Die Nation hat einen neuen Millionär. Timur Hahn, bisher armer Langzeitstudent aus Marburg, sahnte beim RTL-TV-Quiz "Wer wird Millionär" die Höchstsumme ab. stern.de fragte nach: "Wer ist jetzt reich?". Hahns Antwort: "Ich. Aber schon länger."

Von Daniel Hopkins

Timur Hahns Nacht war kurz. Viel zu kurz für den 27-Jährigen. "Ich wurde früh am Morgen vom Fahrdienst des Senders abgeholt", sagt er. Denn das Team der RTL-Morning-Show erwartete den Marburger Studenten für die Nachlese des TV-Quiz` "Wer wird Millionär". Am Abend zuvor hat er im Kreis der Familie die Aufzeichnung seines rühmlichen Auftritts bei Günther Jauch angesehen. An Spannung habe es ihnen nicht gemangelt, sagt der Gewinner. Auch, wenn die Antwort auf "Welches Meer ist nach einem mythologischen König benannt, der sich dort hineingestürzt haben soll?" ihnen schon längst bekannt war. Goldrichtig lag der Telefonjoker, Hahns Bruder, mit seiner Antwort: "Die Ägäis."

An seinen Auftritt kann sich der frisch gebackene Millionär aber nur "verschwommen erinnern", wie er sagt. Für stern.de lüftet Hahn ein kleines Geheimnis: "Die Million habe ich schon am 12. Dezember gewonnen." Bis gestern musste der Glückliche aber dicht halten. Dafür habe er eine entsprechende Erklärung beim TV-Sender unterschrieben. Unterdessen versuchte der Sender den Schein von einer zeitnahen TV-Ausstrahlung zu wahren.

Auf den Gewinn muss der glückliche Hahn aber noch warten. "Man sagte mir, dass das Geld rund zwei Wochen nach der TV-Ausstrahlung auf mein Konto überwiesen wird", sagt der 27-Jährige. Vielleicht, so glaubt er, werde er das Gefühl vom Schlafwandeln los, wenn endlich die "Eins mit den sechs Nullen den Kontoauszug ziert". Was er mit dem vielen Geld anfangen werde? Auch nach fast vier Wochen Bedenkzeit gibt sich der Langzeitstudent (17 Semester) bescheiden. "Ich brauche keinen Luxus, habe ich nie gebraucht", sagt er. Ganz oben auf seiner Wunschliste steht aber die Bahncard 100, weil er keinen Führerschein besitzt und "ich ausgesprochen gerne mit der Bahn fahre". Zudem erhält sein hilfreicher Bruder einen ordentlichen Anteil an der Million. "Über die genaue Höhe schweigen wir uns aber aus. Das geht niemanden etwas an." Auf ein paar Euro dürfen sich auch die Eltern von Hahn freuen. Sie leben seit knapp 30 Jahren in wilder Ehe zusammen - jetzt finanziert ihr Sohn die späte Hochzeit.

Gewinn wird sicher nicht verprasst

Für alle anderen gilt: "Bettelbriefe unerwünscht", sagt Hahn. Er sei bereits entsprechend von RTL-Mitarbeitern vorgewarnt worden. Und das sich der 27-Jährige mit einem Schlag zum begehrten Junggesellen gemacht hat, bereitet ihm Sorgen. "Geier gibt es in verschiedenen Gestalten. Ich werde nach wie vor vorsichtig bei der Frauenwahl bleiben." Er werde den Gewinn sicher nicht verprassen.

Im Mittelpunkt steht zunächst das Studium. "Schließlich möchte ich es irgendwann abschließen", sagt Hahn und rechnet nach. Zwei bis drei Semester könnten es im Idealfall noch sein. Und da fällt ihm doch noch etwas ein, was ihn während des TV-Auftritts ärgerte. Moderator Jauch foppte den Marburger mit seiner überdurchschnittlich langen Studienzeit. "Schade, dass mir da nicht eingefallen ist, dass Jauch selbst zwei Studiengänge abgebrochen hat."