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TV-Tipp 13.9.: "Im Banne des Unheimlichen": Inspektor Higgins ermittelt wieder

Trauer um "Blacky": Der Bayerische Rundfunk widmet dem verstorbenen Joachim Fuchsberger heute einen Themenabend - natürlich mit Inspektor Higgins. Unser TV-Tipp des Tages.

"Ich bin seit 30 Jahren Bestattungsunternehmer in Crawfield. Bei mir hat noch nie eine Leiche gelacht. Noch nicht einmal gekichert."

"Im Banne des Unheimlichen"
22.30 Uhr, Bayerischer Rundfunk

KRIMI Natürlich habe ich damals den "Wixxer" gesehen. Eine Krimiparodie mit Kalkofe, Welke und Pastewka - das war Pflichtprogramm. Und natürlich habe ich gelacht. Vor allem über Adolf Hatler und seine Looking-for-Freedom-Tanzperformance. Aber wirklich verstanden, worüber sich diese Parodie da lustig machte, habe ich nicht.

Edgar Wallace, das war einfach zu weit vor meiner Zeit. Auch wenn mir die Krimis ganz grundsätzlich ein Begriff sind. Wie die "Lindenstraße" oder "Dalli Dalli" gehören sie einfach zum kollektiven Fernsehgedächtnis der Deutschen. Auch von Inspektor Higgins hatte ich schon gehört, und musste sofort an ihn denken, als die Todesnachricht von "Blacky" Fuchsberger über den Ticker ging. In voller Länge angeschaut hatte ich bislang keinen einzigen Wallace-Krimi. Bis heute morgen.

"Im Banne des Unheimlichen" beginnt mit Sir Olivers Beerdigung. "Wenn ich einmal soll scheiden", intoniert die Trauergemeinde, bis ein markerschütternder Schrei die getragene Stimmung dahinrafft. Der Sarg kracht zu Boden. Das Bild friert ein. Ein blutroter Schriftzug erscheint, Schüsse hämmern den Filmtitel auf den Bildschirm. Und dann diese hyperdramatische Stimme aus dem Off: "Hier spricht Edgar Wallace!" Mein Herz jubelt: Pulp! Groschenroman!

Die nächsten anderthalb Stunden sehe ich: Einen "Zombie", der ein ziemlich billiges Skelettkostüm trägt. Einen grüngesichtigen, unheilschwanger daherredenden Asiaten. Einen Ring mit ausklappbaren Skorpionstachel. Einen Fuchsberger in seinen besten Jahren, der mich irgendwie an George Clooney erinnert. Alte, englische Schlösser. Vor allem aber: Nebel. Viel Nebel

Zugegeben - gegruselt habe ich mich kein Stück, aber köstlich amüsiert. "Im Banne des Unheimlichen" fasziniert mit seiner feinen Gradwanderung zwischen völliger Übertreibung, Schund und Ernsthaftigkeit. Vor allem aber erinnert mich die Atmosphäre des Films an eine andere Sendung, die ich immer gerne geschaut habe. Die deutschen "Edgar Wallace"-Krimis - das ist "Scooby Doo". Nur mit echten Schauspielern gedreht und ohne sprechenden Hund.

PS: In Andenken an Joachim Fuchsberger zeigt der BR um 20.15 Uhr den 1958 entstandenen Spielfilm "Mein Schatz ist aus Tirol", um 22:00 Uhr folgt "Joachim Fuchsberger erzählt".

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern