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TV-Tipp 6.8.: "13 Semester": Oh, du schöne Studienzeit!

Sorry Bachelors - aber: Magisterstudenten waren die letzten Rockstars. "13 Semester" heißt dieser Uni-Film und erinnert damit ganz klar an eine Zeit vor der Bologna-Reform. Unser TV-Tipp des Tages.

Schon die Klappholzbestuhlung lässt die Herzen höher schlagen: Asvin (Amit Shah), Momo (Max Riemelt) und Dirk (Robert Gwisdek).

Schon die Klappholzbestuhlung lässt die Herzen höher schlagen: Asvin (Amit Shah), Momo (Max Riemelt) und Dirk (Robert Gwisdek).

"13 Semester"
23.00 Uhr, Bayern
KOMÖDIE Ich bin alt genug, um noch an Nudeln zu denken, wenn jemand das Wort Bologna in dem Mund nimmt. Und beim Bachelor zeigt mir mein Kopfkino zuallererst einen schmierigen Typen samt Rose in der Hand. Anders gesagt: Das mit dem Studium ist schon etwas her - auch wenn ich mir selbst gerne einrede, erst gestern das letzte Pils in Lennys Haifischbar in Münster gekippt zu haben.

Aber Leute, jedes Mal, wenn ich "13 Semester" schaue, werde ich wirklich wehmütig. Ist der Film besonders gewitzt? Nö. Besonders eindrucksvoll gefilmt? Auch nicht. Vermeidet er die üblichen Kischees und Stereotype? Im Gegenteil! Aber das gilt auch für "L'auberge espagnole" - und trotzdem kriegt es kein anderer Film so gut hin, das Gefühl Erasmus in bewegte Bilder zu gießen.

"13 Semester" schafft dasselbe für die Unizeit. Frieder Wittich und Oliver Ziegenbalg dampfen ein ganzes Studium auf 100 Minuten ein. Max Riemelt als Momo und Robert Gwisdek als Dirk spielen gut in ihren Rollen als Neuankömmlinge vom Dorf an der TU Darmstadt, aber letztlich sind und sollen sie nur Projektionsfläche für die eigenen Erinnerungen des Zuschauers sein. Die legendäre erste WG-Party, als die unbekannte Nachbarin in der Badewanne landete. Die Beerdigung von Frosty, unserem WG-Kühlschrank. Der Abend als fünf Historiker einer Sportlerbar kaperten und zu ihrer Stammkneipe machten. Und wo wir gerade in Erinnerungen schwelgen: Was macht meine Ersti-Bekanntschaft Gesa wohl gerade?

PS: Antilopengang - ihr liegt da ganz falsch. Aber so richtig.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Die endlose Nacht"
23.15 Uhr, RBB


DRAMA Nebel über Berlin, alle Flüge sind abgesagt. Für Starlet Sylvia (Hannelore Elsner) und ihre Mitreisenden bricht eine endlose Nacht an. – Lässigkeit gegen Lustspielmief: 1963 improvisierte das Ensemble (die Dialoge) und Regisseur Will Tremper (die Finanzierung des Films). (bis 0.40)

"Kids – In den Straßen New Yorks"
22.15 Uhr, Eins Plus


DRAMA Auf dem Weg zum kranken Vater (Chazz Palminteri) erinnert sich Dito (Robert Downey Jr.), wie er als Junge (Shia LaBeouf) die 80er im New Yorker Stadtteil Queens überlebte – zwischen Drogen, Mord und Armut. – Dito Montiel verfilmte die eigene Biografie. (bis 23.45)

"Der Chef"
23.45 Uhr, Hessen


GANGSTERDRAMA Kommissar Coleman (Alain Delon) und Gangster Simon (Richard Crenna) sind alte Freunde und lieben dieselbe Frau (Catherine Deneuve). – Genau passend, um 1972 unter der Regie von Jean-Pierre Melville („Vier im roten Kreis“, 1.20) dem Tod ins Auge zu sehen. (bis 1.20)

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