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IT-Absolventen: Zu alt bei zu wenig Fachwissen

Professoren und Praktiker sind einer Meinung: Deutschlands IT-Nachwuchs ist zu alt, wenn er aus der Uni kommt. Den Altersverlust gegenüber Absolventen aus anderen Ländern kann er auch nicht durch größeres Fachwissen wettmachen.

Deutschlands Hochschulabolventen der IT können ihr hohes Alter beim Berufseinstieg nicht durch fachliche Qualitäten aufwiegen: Viel zu lange Studienzeiten bei zu geringen Wissensvorteilen beklagen Professoren und Praktiker im Rahmen einer Meinungsumfrage der IT-Fachzeitung 'Computerwoche' (Ausgabe 30/2003). In Weiterbildungsveranstaltungen träfen 22- oder 23-jährige Amerikaner auf 27- oder 28-jährige Deutsche - "und es gibt keine großen Unterschiede, was die technischen Kenntnisse betrifft", so Michael Seiger, Senior Manager bei Accenture.

Die Verkürzung von Studienzeiten, auch wenn das zu geringeren IT-Kenntnissen führt, fordert TU-Professor Manfred Broy: "Da verzichte ich gerne auf das Praxissemester, wenn die Absolventen ein halbes Jahr früher in das Arbeitsleben einsteigen." Eine fundierte Grundlagenausbildung genüge, das Berufsleben zu meistern, so Broy weiter.

Englisch, Diplomarbeit oder Promotion können helfen

Eine Diplomarbeit oder Promotion hilft dagegen nach Ansicht der Expertenrunde durchaus, im späteren Berufsalltag schneller und zielgerichteter Projekte umzusetzen. Denn gestandene Projektmanager sind in der Industrie nach wie vor gefragt, sind sich Praktiker und Unternehmensmanager einig. Eine weitere Forderung ist die Verbesserung von oft "spärlichen" Englischkenntnissen: "Muss man heute überhaupt noch darüber reden, dass jeder Englisch können muss", fragt Ernst Denert, Vorsitzender des Vorstands der IVU Traffic Technologies AG.

Um der deutschen Wirtschaft auch künftig eine gute Ausgangsposition zu sichern, hält Broy eine Elite-Ausbildung für unumgänglich: "Wir brauchen in der Bundesrepublik einige Topuniversitäten. Wir hängen hierzulande leider immer noch an der Vorstellung, dass die Universitäten alle das gleiche Niveau haben sollten." Es seien Universitäten gefragt, die sich als innovative Partner der Industrie verstehen und gemeinsam die Informatik der Zukunft gestalten. Broy: "Wenn wir unsere Hausaufgaben richtig machen, können wir in Zukunft weltweit eine Führungsrolle spielen."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.