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"Pilzvergnügt" Fachwissen statt Russisch Roulette – Pilze sammeln ohne Risiko

Der Autor und eine Frau sitzen im Wald, sie riecht an einem Pilz
Stefan Marxer (r.) rät Pilzsammlern, auf ihre Nase zu vertrauen: "Fast jeder Pilz hat einen eigenen, wenn auch feinen, aber doch spezifischen Geruch, der ihn von anderen abgrenzt"
© Rupert Pessl / Löwenzahn / Hersteller
Wer nicht bereits als Kind gelernt hat, Pilze zu bestimmen und zu sammeln, hat als erwachsener Mensch oft die meist unbegründete Angst vor einer Vergiftung. Stefan Marxer schafft es in "Pilzvergnügt", Anfängern diese Sorge zu nehmen.

Wer in den vergangenen Tagen mal einen Spaziergang durch den Wald gemacht hat, dem ist nicht verborgen geblieben, dass die Natur derzeit explodiert: Pilze, Pilze, überall! Bereits im vergangenen Jahr hatten ideale Bedingungen von Feuchtigkeit und Wärme für eine wahre Pilz-Schwemme gesorgt und in diesem Spätsommer sieht es nicht anders aus: Der Waldboden ist überreich gedeckt und lockt Pilzliebhaber zum Sammeln in die Natur.

Wer jedoch gerade erst beginnt, sich für Pilzgerichte zu erwärmen beziehungsweise selbst Hand anzulegen, den verunsichert das ein oder andere Gewächs. Während die giftigen Fliegenpilze selbst für Kinder leicht zu erkennen sind, ähneln sich andere Sorten so sehr, dass der Unterschied zwischen lecker und unverträglich nicht so einfach erkennbar ist. Jedem Anfänger sei daher geraten, entweder in der Begleitung von Freunden mit Expertise auf Pilzsuche zu gehen oder ein Bestimmungsbuch bei sich zu tragen. Mit Letzterem hat Stefan Marxer in diesem Jahr den Buchmarkt bereichert und schafft es in "Pilzvergnügt", Anfängern die Angst zu nehmen.

Buchcover
"Pilzvergnügt" von Stefan Marxer, Löwenzahn, 176 Seiten, mit Fotografien von Rupert Pessl. Dieses Buch wird klimapositiv hergestellt, cradle-to-cradle gedruckt und bleibt plastikfrei unverpackt. Mit separatem Sammel-Booklet zum Mitnehmen in den Wald. 24,90 Euro, hier bestellbar.
© Löwenzahn

Autor Stefan Marxer: "Hier riecht es nach Pilzen!"

Auch wenn wir beim Gemüsehändler oder gar im Supermarkt eine große Auswahl an Pilzen finden können, macht es so viel glücklicher, unser eigenes Essen zu sammeln und zuzubereiten. In "Pilzvergnügt" beschreibt Stefan Marxer, wie ihn seine Eltern bereits als kleinen Jungen an diese Leidenschaft herangeführt haben. "Als ich die meisten Büsche kaum überragte und folglich selbst wenig finden konnte, hatten meine Eltern den genialen Einfall, so zu tun, als könnten sie Pilze schon von Weitem riechen", schreibt er. "Kaum ertönte das Signal 'Hier riecht es nach Pilzen!', wurde ich ganz aufgeregt und begann, mich in dem Gebiet umzusehen. Prompt wurde ich fündig und war begeistert." Erst (sehr) viel später hat der Autor begriffen, dass seine Eltern die Pilze längst gesehen hatten und ihm die Freude des Findens überlassen wollten.

Der persönliche Zugang des Autors zur Pilzsuche bereichert die Lektüre dieses Buches ungemein und schafft es, Ängste vor einer Vergiftung abzubauen sowie immense Lust auf Waldspaziergänge zu vermitteln. Die Verwechslung mit ungenießbaren Doppelgängern ist erst der dritthäufigste Grund für Unverträglichkeiten, schreibt Marxer. Hauptursache seien erstens zu alte Speisepilze, die bereits von anderen (Schimmel-)Pilzen befallen sind, und zweitens die falsche Lagerung und Zubereitung. Pilzportraits in einem Jahreskalender geben Auskunft darüber, was Sammler beachten müssen.

Weil ein Bildband weder die richtige Größe noch das ideale Gewicht hat, um ihn mit in den Wald zu nehmen, beinhaltet das Buch ein kleines Extraheftchen, das sich als Sammelbegleiter eignet. Es enthält sämtliche Pilzportraits des Buches in Kurzform und daneben Platz für eigene Anmerkungen zum Funddatum und -ort. Damit ausgerüstet, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.


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