HOME

Drohungen an Kalifornien: Trump mimt erneut den Experten für Waldbrände – sein Fachwissen ist nicht besser geworden

Donald Trump pöbelt auf Twitter erneut gegen den Gouverneur von Kalifornien und verteilt ungefragt Ratschläge, wie man die verheerenden Waldbrände in dem Staat verhindern könnte. 

US-Präsident Donald Trump ist selbsternannter Experte für Waldbrände

US-Präsident Donald Trump hat den Gouverneur von Kalifornien scharf attackiert

AFP

US-Präsident Donald Trump hat den Gouverneur von Kalifornien am Sonntag via Twitter scharf angegriffen und für dessen Umgang mit den verheerenden Waldbränden in dem Bundesstaat kritisiert. Gavin Newsom mache einen "schrecklichen Job", behauptete Trump. "Ich habe ihm vom ersten Tag an gesagt, dass er die Waldböden 'säubern' muss, unabhängig davon, was seine Bosse, die Umwelt-Aktivisten, von ihm VERLANGEN", schrieb Trump weiter.

Trumps These der sauberen Waldböden ist nicht neu. Bereits vor gut einem Jahr hatte er mehrfach erklärt, Kalifornien solle sich ein Beispiel an Finnland nehmen. Die Skandinavier würden in ihren Wäldern den Boden harken und hätten deswegen viel weniger Waldbrände als der sonnige Küstenstaat Kalifornien. Bereits vergangenes Jahr entgegneten zahlreiche Experten, dass dies so nicht stimme. Zwar gehört es zum finnischen Waldmanagement, dass tote Bäume entfernt werden – den Waldboden zu harken allerdings nicht. Obendrein gibt es reichlich Unterschiede zwischen Kalifornien und Finnland, zu allererst natürlich das deutlich kühlere Wetter. Zu behaupten, die Kalifornier müssten nur ihre Waldböden sauber halten, um Waldbrände zu verhindern, ist also mindestens arg kurz gegriffen, wenn nicht sogar schlicht falsch.

Nach Aussage zu Waldbränden : So witzig reagieren Finnen auf Trumps Aussage nach Waldbränden

Trump: "Reiß dich am Riemen, Gouverneur"

Trumps Tirade gegen Kalifornien zog sich über drei Tweets hin. "Jedes Jahr, wenn die Feuer wüten und Kalifornien brennt, ist es das selbe und dann kommt er zur Bundesregierung wegen Geldhilfen (Anm. der Red. Trump schrieb: "for $$$ help")." Trump drohte: "Damit ist Schluss. Reiß dich mal am Riemen, Gouverneur. In keinem anderen Staat brennt es auch nur ansatzweise so viel."

Kalifornien ist von seiner geologischen Struktur her mit großen Tälern, sowie wegen der andauernden Hitze und den starken Winden prädestiniert für Waldbrände. Laut Experten verschlimmert sich die Lage aktuell zudem wegen der globalen Erderwärmung.

  

Im dritten und letzten Teil seiner Botschaft wiederholte Trump seine Kritik an "lächerlicherweise geschlossenen Wasserwegen", die "in den Pazifik ausgegossen" würden. Damit spielt er erneut auf einen Streit zwischen Farmern und Umweltschützern an, wie viel Wasser aus den Flüssen der Region herausgenommen werden darf, um es für die Landwirtschaft einzusetzen. Die Flüsse münden im Ozean, sie werden nicht dort "ausgegossen". Trump hatte während seines Wahlkampfes versprochen, dass mehr Wasser für die Farmer bereitgestellt werden würde. Kalifornien lehnt das zum Teil ab, auch weil damit einige Fischarten aussterben würden, so die Befürchtung. Mit dem Löschen oder Verhindern von Waldbränden hat all das jedoch nichts zu tun.

Der angegriffene Gouverneur Gavin Newsom, ein Demokrat, antwortete wenig später auf Twitter. Er hängte Trumps Tweets in seine Antwort ein und schrieb: "Sie glauben nicht an den Klimawandel. Sie sind von dieser Unterhaltung ausgeschlossen."

Quellen: Twitter / "New York Times" (Bezahlinhalt) / National Public Radio