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TV-Tipp 2.10.: "Crossfire Hurricane": Der Wahnsinn der Rolling Stones

Drogen, Partys, Rock 'n' Roll - wie haben die Rolling Stones ihren jahrelangen Teufelsritt eigentlich überstanden? Die Doku "Crossfire Hurricane" zeigt es uns. Unser TV-Tipp des Tages.

Rolling Stones

Die Rolling Stones: Charlie Watts, Keith Richards, Bill Wyman, Mick Jagger und Ron Wood in den 70er-Jahren.

"Crossfire Hurricane"
01.40 Uhr, Arte
DOKU Ich hatte das Glück, die Rolling Stones in den vergangenen zehn Jahren drei Mal live zu erleben. Jedesmal war ich begeistert von der unglaublichen Energie, die von Mick Jagger, Keith Richards und Co. ausgeht. Dabei sind die Herren mittlerweile um die 70, Jagger ist dieses Jahr Uropa geworden. Ich kann also nur erahnen, was die Stones in jungen Jahren mit ihrem Publikum angestellt haben - die Waldbühne in Berlin haben die Fans 1965 bekanntlich vor lauter Begeisterung komplett auseinandergenommen.

Die Doku "Crossfire Hurricane" vom amerikanischen Pay-TV-Sender HBO nimmt uns mit zu den Anfängen der größten Rockband aller Zeiten. Regisseur Brett Morgan zeichnet die wichtigsten Stationen der Stones-Karriere nach und bringt mit teilweise bisher unveröffentlichtem Archivmaterial die Energie von damals zurück auf den Bildschirm. Wild, schier unbändig treten die Bandmitglieder auf, sie positionieren sich bewusst als Kontrastfolie zu den braven Beatles. "Wer einen Held hat, braucht auch einen Antihelden. Dann ist es gut, einen Schauspieler zu haben, der die Rolle ausfüllt", sagt Jagger in einem Interviewausschnitt.

Wilde Partys, Drogenexzesse, der Tod von Band-Mitglied Brian Jones – all das kommt im Film zur Sprache. Und man fragt sich einmal mehr, wie die Musiker diesen Teufelsritt unbeschadet bis ins hohe Alter überstanden haben. "Was passiert bei euch?," wird Jagger in einem TV-Interview in den 60er Jahren gefragt. "Ich weiß es nicht, es sind wohl chemische Reaktionen, die freigesetzt werden", antwortet er mit einem Grinsen.

Wer Lust auf diese wahnsinnigen Persönlichkeiten, diese Urtypen des Rockstars hat, der sollte heute Nacht zu "Crossfire Hurricane" einschalten.

Ein TV-Tipp von Kultur-Redakteurin und Stones-Fan Sarah Stendel

Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Wuthering Heights"

22:25 Uhr, 3Sat DRAMA Die Eleganz ist verflogen. Die Britin Andrea Arnold hat Emily Brontës "Sturmhöhe" extrem aufgeraut. Mit einer Handkamera, die Mensch wie Maus folgt, und betörenden Bildern, die auf die Leinwand gehören. Dahin, wohin man nicht gleich geht, wenn's mal anstrengend wird. (bis 0.30)

"Geschlossene Gesellschaft"

23:15 Uhr, WDR REPORTAGE 2010 erfuhr die Öffentlichkeit von den Vorfällen am Eliteinternat. Der Missbrauch an der Odenwaldschule wurde jahrzehntelang vertuscht. Im ersten Abschlussbericht schildern Opfer der sexuellen Übergriffe ihr Leid, Zeugen versuchen vergeblich, ihr Schweigen zu erklären. (bis 0.45)