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TV-Tipp des Tages für den 2.1.: Stumm und wunderschön

stern.de führt Sie mit dem TV-Tipp des Tages durch den Fernseh-Dschungel. Heute: Die rührende Geschichte eines Vagabunden und seines Findelkinds.

Tramp Charlie (Charlie Chaplin) nimmt den kleinen John (Jackie Coogan) bei sich auf

Tramp Charlie (Charlie Chaplin) nimmt den kleinen John (Jackie Coogan) bei sich auf

"The Kid"
15.10 Uhr, Arte

STUMMFILM-TRAGIKOMÖDIE Unsere Sehgewohnheiten sind geprägt von schnellen Schnitten und Videoclip-Ästhetik. Darf man da noch einen Film empfehlen, in dem 53 Minuten lang nicht gesprochen wird? Im Fall von Charlie Chaplins erstem Langfilm muss man es sogar: "The Kid" gilt nicht umsonst als Meisterwerk der Filmgeschichte. "Ein Film mit einem Lächeln - und vielleicht einer Träne" verspricht uns der Vorspann und liegt damit genau richtig.

Der mittellose Tramp Charlie findet ein ausgesetztes Baby und nimmt sich seiner an. Doch kann ein Mann ohne Geld wirklich ein guter Ersatzvater sein? Die Behörden bezweifeln es und wollen den Jungen in ein Waisenhaus stecken. Als die leibliche Mutter, inzwischen als Opernstar zu Geld gekommen, wieder auftaucht, scheint jede Hoffnung für Charlie verloren, das Kind behalten zu können. Aber wir befinden uns im Kino der Zwanziger - und da geschehen bekanntlich noch Zeichen und Wunder.

Für alle, denen die frühe Ausstrahlungszeit in die Quere kommt, sei an dieser Stelle die sendereigene Mediathek empfohlen. Dort ist "The Kid" noch bis zum 6.1. frei zu sehen.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo