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Adolfa aus dem Tierheim: Erinnert Sie diese Katze an jemanden?

Adolfa wurde von Düsseldorfer Tierschützern gerettet und aufgepäppelt. Doch nun steht die sechsjährige Katze plötzlich im Fokus – und das nur wegen einer kleinen Fellfärbung.

Adolfa, die Hitler-Katze

"Ich hätte sie Charly genannt", schrieb eine Facebook-Userin unter dieses Bild von Adolfa

Sieht diese Katze wirklich wie Hitler aus? Gleicht die dunkle Färbung ihres Fells dem charakteristischen Hitlerbärtchen oder erinnert der schwarze Fleck nicht viel eher an den Schnauzbart von Charlie Chaplin? Und ist das überhaupt wichtig? Der Düsseldorfer "Express" berichtete am 7. Februar von Adolfa, einer Katze aus dem Düsseldorfer Tierheim, und zog in dem Artikel einen launigen Vergleich zwischen der kleinen Katze und dem Führer.

Das Tierheim konnte über diesen Bericht gar nicht lachen und beschwerte sich via Facebook bei der Zeitung. "Sie hat weder einen Gen-Defekt (schwarze Streifen unter der Nase), noch ist sie eine 'Hitler-Katze'", schreibt der Tierschutzverein auf seiner Seite. "Das ganze ist nicht lustig!! Wir sind sehr enttäuscht über eine derartige Verunglimpfung eines Tieres aus dem Tierheim. Im übrigen ist die Katze bereits vermittelt und wird ein ganz normales und glückliches Leben führen."

Adolfa stammte anscheinend aus einem "Hoarding"-Fall. Unter "Animal Hoarding" wird das krankhafte Sammeln von Tieren bezeichnet. Diese Tiersammelsucht führt meist dazu, dass die Tiere unter furchtbaren Bedingungen auf engstem Raum zusammenleben. Erst im November wurden 59 Katzen aus einer Düsseldorfer Privatwohnung gerettet, sie waren in einem erbärmlichen Zustand.

Hitler-Katze = Kitler

Der Gen-Defekt, den Adolfa laut des Düsseldorfer "Express" hat und den das Tierheim verneint, wurde erst vor gut einem Jahr von britischen Forschern entdeckt. Sie veröffentlichten im Januar 2016 einen Artikel bei "Nature Communications" über ihre Erkenntnisse. Anscheinend werden bei Katzen mit solch besonderer Färbung im Mutterleib weniger Farbzellen gebildet als normalerweise. Deswegen färbt sich ihr Fell nur teilweise und an rein zufälligen Stellen. 

Adolfa ist nicht die erste Katze mit einem Bärtchen, die sich Vergleiche mit Hitler gefallen lassen muss. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte über Kitlers, wie solche Katzen genannt werden, die in Tierheimen auf der Suche nach neuen Besitzern waren, weil sie durch ihre Färbung schwer zu vermitteln waren. 

Dieses Problem hatte Adolfa anscheinend nicht. Laut dem Tierschutzverein ist sie bereits vermittelt und entwickelt sich gut.


vim