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Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipps 5.5: Serienstart "Bates Motel" Die irrste und verführerischste Mutter aller Zeiten

Das ist die Serie für alle Muttersöhnchen, die mit der verrückten Norma Bates auf eine Reise zu Mord, Drogen und verdrängten Vergewaltigungen gehen wollen. Unser TV-Tipp des Tages.

"Bates Motel"
23.25 Uhr, Arte
TV-SERIE "Bates Motel" erzählt die Vorgeschichte zu "Psycho" - Alfred Hitchcocks Meisterwerk. Das alte Motel spielt mit, der irre Mörder Norman geht noch brav zur Schule, und Mutter Norma Bates ist quietschlebendig und sitzt noch nicht ausgetopft in einem Rollstuhl. Die Serie reichert den "Psycho"-Plot geschickt an um die Blutfehden zwischen Marihuana-Farmern in der verschlafenen Gemeinde, überzeugt durch eine gute Ausstattung und trumpft mit einer klasse Besetzung auf. Und es gibt nur einen Grund, dieser Serie absolut zu verfallen: Vera Farmiga als Norma Bates.

Norma ist das Horrorbild der alleinerziehenden Mutter: Selbst wurde sie missbraucht, nun missbraucht sie ihre Söhne. Das Zentrum von "Bates Motel" ist ein endloser Mind-Fuck zwischen Mutter und Lieblingssöhnchen Norman. Wer Hitchcock kennt, weiß, wie die Vereinigung dieser Liebenden enden wird. Ganz selten kann eine Schauspielerin so alle Register ziehen wie hier Farmiga, bekannt aus "Up in the Air" und "The Conjuring".

Rund um Bates Motel wird von vielen gemordet, geliebt und gedealt - aber "Bates Motel" is a Mamas World. Die kriminelle Aktion bleibt tv-sauber, wie man es von einer Krimiserie gewohnt ist. Norma geht unter die Haut und kriecht in den Kopf. In nur einem Wimperschlag kann sie sich von einer sorgenden Hausfrau in eine verschmähte, hysterische Geliebte verwandeln. Sie lacht wie ein Teenager in der ersten Liebe, verführt wie ein Vamp aus einem Film Noir und fordert eiskalt zum Mord auf. Es gibt viele Filme mit Traumfrauen, Norma ist die absolute Traummutter - nicht nur für Muttersöhnchen.

PS: Vox zeigt die Serie montags jeweils im Doppelpack - ab nächster Woche allerdings erst um 22.10 Uhr.

Ein TV-Tipp von Gernot Kramper, Redakteur bei stern.de

"Hotel"
23:25 Uhr, Arte
ANIMATIONSFILM In ihrem Leben zählt nur der Kampf. Doch was geschieht eigentlich mit all den Helden und Schurken aus unseren Computerspielen, wenn sie der Gewalt überdrüssig geworden sind? Dieser Frage ist der französische Künstler (und selbst begeisterter Gamer) Benjamin Nuel nachgegangen - und liefert mit seiner zehnteiligen Kurzfilmserie "Hotel", die Arte heute Abend als 80-minütigen Film ausstrahlt, eine durchaus amüsante Antwort: Polizisten und Terroristen aus dem Ego-Shooter "Counterstrike" verbringen ihren Ruhestand in einem abgelegenen Landhotel. Es herrscht ungewohnter Friede, die Männer spielen Volleyball, schlagen Purzelbäume und philosophieren über das Leben jenseits von Kampf und Missionen. Doch dann beginnt sich ihre Welt plötzlich aufzulösen. Ein mysteriöses Huhn scheint die Antworten zu kennen - aber das Tier gibt sich schweigsam.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"4 Tage im Mai"
21.55 Uhr, Arte
DRAMA Die Ostseeküste im Mai 1945. Der Krieg ist fast zu Ende, doch der 13-jährige Peter (Pavel Wenzel) will davon nichts wissen. Um seinen Vater zu rächen und seine erste Liebe zu schützen, versucht er, versprengte Wehrmachtssoldaten am Strand (u. a. Alexander Held, Martin Brambach) gegen den russischen Spähtrupp aufzuhetzen, der sich im Kinderheim verschanzt hat. Dessen Hauptmann (Alexei Guskow) ahnt, was in dem Jungen vorgeht... Achim von Borries ("Was nützt die Liebe in Gedanken") zeigt Krieg ohne Kriegshandlung, in Momenteindrücken, gesehen durch Kinderaugen. Das Ende wirkt unglaublich - ist aber durch eine sowjetische Quelle verbürgt. (bis 23.25)

"Die Brücke"
20.15 Uhr, Arte

ANTIKRIEGSFILM Obwohl die Amerikaner schon vor der Tür stehen, werden sieben unerfahrene Halbwüchsige (u. a. Fritz Wepper) zur Sicherung einer strategisch nutzlosen Brücke eingesetzt… (bis 21.55)


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