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Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipps des Tages für den 16.3.: O Captain, mein Captain!

Eigentlich müsste dieser Film Patriotismus aus jeder Pore schwitzen. Doch "Captain America: the First Avenger" vermischt Action gekonnt mit satirischen Elementen. Unser TV-Tipp des Tages.

Nachahmer gibt es überall: Beim Red Bull Seifenkistenrennen in Polen hat sich dieser Teilnehmer in die Kluft des Captains geworfen - ausgerechnet.

Nachahmer gibt es überall: Beim Red Bull Seifenkistenrennen in Polen hat sich dieser Teilnehmer in die Kluft des Captains geworfen - ausgerechnet.

"Captain America: the First Avenger" 20:15 Uhr, Pro Sieben
Meine Erwartungen waren äußerst niedrig. War ein Film über Captain America, einen Superhelden, der die amerikanische Flagge als Kostüm trug, nicht zum Scheitern verurteilt? Zumindest befürchtete ich billige Patriotismus-Action á la Jerry Bruckheimer, als mich meine Freunde vor drei Jahren ins Kino zerrten. Und fand einen Streifen vor, der nicht nur überraschend gut unterhielt, sondern die Propaganda-Vorgeschichte des Superhelden in einen Vorteil verwandelte.

Denn "Captain America" war 1941 aus einem einzigen Zweck geschaffen worden: als Comic-Propagandawaffe im Zweiten Weltkrieg. Der junge Steve Rogers will unbedingt gegen die Nazis kämpfen, wird aber als körperlich untauglich ausgemustert. Doch das US-Militär ist noch nicht fertig mit ihm: Mithilfe eines Serums erhält er Superkräfte und nutzt sie im Kampf gegen Adolf Hitler, Nazis und fantastische Gegner wie den Nazi-Agenten Red Skull.

Regisseur Joe Johnston greift diese Vorgeschichte im Film direkt auf und lässt die Armee Rogers als Propaganda-Maskottchen missbrauchen. Bevor Captain America (Chris Evans) sich doch noch zum "echten Helden" mausert, muss er in Werbefilmchen auftreten, um Kriegsanleihen an die Bevölkerung zu verkaufen. Freilich, sobald der Captain sein Schild anlegt und wirklich gegen Red Skull (Hugo Weaving) und seine Geheimorganisation Hydra in die Schlacht zieht, muss die Satire dann doch wieder Pause machen. Aber da hatte mich die Geschichte schon mitgerissen - und die zwei Stunden vergingen wie im Flug.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"The Messenger - Die letzte Nachricht"
23.35 Uhr, ARD
DRAMA Den Kriegsschauplatz hat er schwer verletzt verlassen, der Tod ist jedoch weiterhin sein begleiter. Sergeant Montgomery (Ben Foster) muss mit Officer Stone (Woody Harrelson) den Angehörigen gefallener US-Soldaten die traurige Nachricht überbringen. Doch während der alte Hase Stone sich an die Vorschriften klammert, kämpft sein unerfahrener Partne mit den Gefühlen und sucht verbotenerweise die Nähe zu einer Soldatenwitwe. - Oren Moverman gelang mit seinem superb gespielten Debüt ein intensives, beklemmendes Werk über das Trauma des Irakkriegs. (bis 1.23)

"Die Brücke II - Transit in den Tod""
22.00 Uhr, ZDF

THRILLER Sie lagen vor Kopenhagen und hatten die Pest an Bord: Ein scheinbar führerloser Frachter treibt auf die Öresundbrücke zu. An Bord: fünf infizierte Jugendliche. Stecken Öko-Terroristen mit einer Biowaffe dahinter? - Spannender Auftakt zu fünf neuen Folgen. Immer sonntags (bis 23.50)(bis 0.00)

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo