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Serienhit Wegen Erfolg von "Squid Game": Netflix wird von südkoreanischem Internetdienstleister verklagt

Szene aus der Netflix-Serie "Squid Game"
Das Survival-Drama "Squid Game" ist Netflix nächster großer Serienhit
© Youngkyu Park / Netflix
Netflix soll sich an den Kosten für den erhöhten Netzwerkverkehr in Südkorea beteiligen – so verlangt es der Internetanbieter SK Broadband in seiner Klage. Der gestiegene Datenverkehr sei auf die Veröffentlichung der Hit-Serie "Squid Game" zurückzuführen.

Im September veröffentlichte der Streamingriese Netflix seinen nächsten großen Serienhit: "Squid Game", ein südkoreanisches Survival-Drama, ist seitdem auf dem besten Weg die erfolgreichste Netflix-Serie aller Zeiten zu werden – doch der Erfolg zeigt nun auch seine Schattenseiten.

So wurde Netflix vom südkoreanischen Internetdienstleister SK Broadband verklagt. Der Grund: Seit Veröffentlichung von "Squid Game" ist ein erhöhter Datenverkehr im Land entstanden. Netflix soll daher für die Kosten aufkommen, die durch den erhöhten Netzwerkverkehr sowie die Wartungsarbeiten, die aufgrund des Anstiegs der Zuschauerzahlen anfallen, entstanden sind.

Große Content-Anbieter zahlen in Südkorea bereits für die Netznutzung

SK Broadbands Klage gegen Netflix erfolgte, nachdem ein Gericht in Seoul entschieden hatte, dass Netflix dem Internetdienstleister eine "angemessene" Gegenleistung für die Netzwerknutzung zukommen lassen müsse. Zudem hatten sich mehrere südkoreanische Gesetzgeber gegen Content-Anbieter ausgesprochen, die trotz des explosionsartigen Anstiegs des Datenverkehrs nicht für die Netzwerknutzung zahlten. 

SK Broadband wies zudem darauf hin, dass der US-amerikanische Streamingdienst neben YouTube der zweitgrößte Datenverkehrsgenerator des Landes sei. Andere Content-Dienste wie Apple, Amazon und Facebook würden bereits Nutzungsgebühren an SK Broadband zahlen – nicht jedoch Netflix oder YouTube.

Dabei sei der von SK Broadband für Netflix verarbeitete Datenverkehr seit Mai 2018 um das 24-fache gestiegen: Im September dieses Jahres - dem Monat, in dem "Squid Game" veröffentlicht wurde - belief sich de Datenmenge auf mittlerweile 1,2 Billionen Datenbits pro Sekunde. Der Internetprovider will daher zudem, dass Netflix rückwirkend für den Netzzugang ab 2018 zahlt. Allein für das Jahr 2020 wurde dieser Betrag auf rund 22,9 Millionen Dollar geschätzt.

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Keine Lust auf Nutzungskosten: Netflix wehrt sich seit letztem Jahr

Letztes Jahr reichte Netflix in Südkorea selbst eine eigene Klage ein. In dieser wehrte sich der Streamingriese dagegen, Internetanbieter für die Netznutzung zu bezahlen. Netflix argumentierte, dass seine Pflicht mit der Er- und Bereitstellung von Inhalten ende. Das zentrale Bezirksgericht von Seoul entschied jedoch gegen Netflix und befand, dass der Streaminganbieter SK Broadband für die Netznutzung bezahlen müsse. Netflix legte Berufung ein, ein neues Verfahren soll im Dezember beginnen. Dabei wies Netflix darauf hin, dass es zur Schaffung von 16.000 Arbeitsplätzen in Südkorea beigetragen habe. 

Für schnellere Streaminggeschwindigkeiten zahlt Netflix seit mehr als sieben Jahren eine Nutzungsgebühr an den Breitbandanbieter Comcast Corp in den USA.

Quelle: Reuters / Daily Mail

as

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