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ZDF-Literatursendung: Amelie Fried wird Nachfolgerin von Heidenreich

Ersatz für Elke Heidenreich: Amelie Fried und Ijoma Mangold werden die neue Literatursendung beim ZDF moderierern. Heidenreichs Sendung "Lesen!" war eingestellt worden, nachdem sich die Moderatorin mit dem ZDF überworfen hatte.

Amelie Fried, 50, und Ijoma Mangold, 37, werden vom Frühjahr an gemeinsam als Nachfolger von Elke Heidenreich, 65, die neue Literatursendung im ZDF moderieren. Am Feinkonzept der Sendung, deren Titel noch nicht feststeht, werde gemeinsam mit den neuen Moderatoren noch gearbeitet, teilte das ZDF am Dienstag in Mainz mit. Der Sender hatte Ende Oktober 2008 die Sendung "Lesen!" mit Heidenreich nach deren verbalen Attacken gegen das ZDF aus dem Programm gestrichen.

Fried und Mangold werden in ihrer Sendung jeweils einen prominenten Gast empfangen. Der Schwerpunkt werde auf belletristischen Werken liegen. Neben Romanen sollen auch Sachbücher und Jugendliteratur vorgestellt werden. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll das Nachfolgeformat von "Lesen!" von Mai an ausgestrahlt werden. Die 30-Minuten-Sendung werde sechs- bis achtmal am Freitagabend statt des Kulturmagazins "Aspekte" gezeigt.

Mit Amelie Fried sei eine Kennerin der Bücherwelt als Moderatorin gewonnen worden, heißt es in der ZDF-Mitteilung. Fried moderiert seit 1998 gemeinsam mit dem Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit", Giovanni di Lorenzo, die Talkshow "3 nach 9" von Radio Bremen. Die 50-Jährige habe Bestsellerromane wie "Der Mann von nebenan" verfasst. Für die Dokumentation ihrer jüdischen Familiengeschichte "Schuhhaus Pallas - Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte" erntete sie viel Kritikerlob.

Zweiter Gastgeber ist Ijoma Mangold, einer der renommiertesten Literaturkritiker der jüngeren Generation. Mangold ist seit 2001 Literaturredakteur der "Süddeutschen Zeitung" und wechselt im April 2009 ins Feuilleton der "Zeit" nach Hamburg. Er ist Jurymitglied des Ingeborg-Bachmann-Preises, gehörte 2007 der Jury des Deutschen Buchpreises an und hat eine Gastprofessur für Literaturkritik in Göttingen.

Das ZDF hatte im Oktober die noch für 2008 geplanten Ausgaben der Literatursendung "Lesen" gestrichen. Heidenreich (65) hatte ihren Sender angegriffen, nachdem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (88) bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises am 11. Oktober den Ehrenpreis für sein Lebenswerk abgelehnt hatte.

Heidenreich hatte über die Verleihung des Preises an Reich- Ranicki geschrieben: Die nominierten Filme und Serien seien in der Mehrzahl "jämmerlich" gewesen. "Wie jämmerlich unser Fernsehen ist, wie arm, wie verblödet, wie kulturlos, wie lächerlich". Und weiter: "Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten. Von mir aus schmeißt mich jetzt raus, ich bin des Kampfes eh müde."

Eine sinnvolle Zusammenarbeit mit Frau Heidenreich sei nicht mehr möglich, hieß es damals in einer Stellungnahme von ZDF-Programmchef Thomas Bellut. "Mit ihren Äußerungen in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hat Frau Heidenreich die Ebene einer sachlichen Auseinandersetzung verlassen."

DPA/DPA

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