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Momente der TV-Geschichte "Vielen herzlichen Dank, ihr Fotzköpfe!"

Zlatko Trpkovski vor seinem Auftritt 2001 beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest
Zlatko Trpkovski vor seinem Auftritt 2001 beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest
© Holger Hollemann/ / Picture Alliance
Es sind legendäre letzte Worte: "Vielen herzlichen Dank, ihr Fotzköpfe!" brüllte beim ESC-Vorentscheid 2001 einer ins Mikrofon, der wenige Wochen zuvor einen Nummer-eins-Hit hatte. Zlatko Trpkovski besiegelte das Ende seiner Karriere.

Es war einer der denkwürdigsten Veranstaltungen in der Geschichte des deutschen ESC-Vorentscheids. Das Publikum in der Preussag-Arena in Hannover tobte. "Einer für alle" sang da einer, den damals jedes Kind kannte und der inzwischen in die Annalen der deutschen Fernsehunterhaltung eingegangen ist. Zlatko Trpkovski, kurzzeitig berühmt geworden durch die Reality-Soap "Big Brother", fühlte sich dazu berufen, Deutschland beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen zu vertreten. Sein Unterfangen endete im Eklat.

Über zehn Millionen TV-Zuschauer verfolgten an jenem Abend des 2. März 2001 den deutschen Vorentscheid. Sie wurden nicht enttäuscht. Die strahlende Siegerin war Michelle, die mit "Wer Liebe lebt" anschließend einen respektablen achten Platz in Kopenhagen hinlegte. Doch außer ihr, der blonden Schönheit, viel Grauen: Der Münchner Modemacher Rudolph Moshammer stand mit seiner Hündin Daisy auf der Bühne und trällerte "Teilt Freud und Leid". Und Zatko, der zuvor zusammen mit Jürgen Milski und "Großer Bruder" einen Zufallshit landete, besiegelte das Ende seiner Gesangskarriere.

Ein bitterer Abgang für Zlatko

"Einer für alle" hieß sein neustes Werk. Doch was da aus dem Mikrofon erklang, lässt den schlechtesten "DSDS"-Bewerber als Gesangstalent dastehen. Gnadenlos vom Publikum für seine miserable Vorstellung ausgepfiffen, raunzte Zlatko bei seinem Abgang ins Mikrofon: "Vielen herzlichen Dank, ihr Fotzköpfe!" Der ESC-Vorentscheid hatte seinen Skandal.

Für Trpkovski war es ein bitterer Abgang. "Nach dem Erfolg haben sie mich weggefegt wie einen kleinen Krümel", wird er später über seinen schnellen Aufstieg und seinen tiefen Fall sagen. Ganze 18 Jahre wird er von der Bildfläche verschwinden und wieder seinem normalen Beruf als KFZ-Mechaniker nachgehen, bis er 2019 ein Mini-Comeback hatte. Zlatko nahm an der Sat1-Show "Promi Big Brother" teil, zog noch einmal in den TV-Container. Nur der Geldes wegen, wie er freimütig zugab. Das Singen, das hat er zum Glück gelassen.

mai

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