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"Liebe Alle" Cathy Hummels will ab sofort gendern – so reagieren ihre "Follower:innen"

Cathy Hummels, Ehefrau von Mats Hummels
Cathy Hummels will auf ihrem Instagram-Account in Zukunft nur noch eine geschlechtsneutrale Sprache verwenden
© Joshua Sammer / Getty Images
Cathy Hummels möchte auf ihrem Instagram-Account in Zukunft nur noch genderneutrale Sprache benutzen. Ihren "Follower:innen" liefert sie auch gleich eine Anleitung, wie man korrekt gendert und startete eine Umfrage zu dem Thema – mit eindeutigem Ergebnis.

Es ist ein Thema, das polarisiert: Gendern. Die einen finden es zeitgemäß, die anderen überflüssig. Cathy Hummels möchte jedenfalls in Zukunft nur noch genderneutrale Sprache benutzen. "Es hat mit Respekt zu tun, dass jeder Mensch seine Persönlichkeit ausleben darf", schreibt die Ehefrau von Fußball-Profi Mats Hummels in einem aktuellen Posting, das sie mit den Worten beginnt: "Hallo ich bin Cathy Hummels und wer bist du? M/w/d?". Darunter schreibt sie: "Damit sich in Zukunft zumindest auf meinem Kanal niemand mehr diskriminiert fühlt, werde ich hier nun bewusst gendern, um ein Zeichen zu setzen."

In ihrer Instagram-Story geht die 33-Jährige noch etwas mehr ins Detail, will ihre Community auf ihr Vorhaben vorbereiten: "Ich wollte euch da nur ein bisschen einführen, damit ihr mich vielleicht nicht irgendwie als komisch empfindet oder sonst was. Aber ich finde, das hat halt so viel mit Respekt zu tun", so die Influencerin, die sich zu dem Thema ihre Gedanken gemacht und dabei festgestellt habe, dass es "tatsächlich auch gegenüber Frauen es halt nur männliche Begriffe gibt. Ich gehe jetzt zum Arzt, ist ja eigentlich auch schon wieder diskriminierend", stellt sie fest. "Also, liebe Alle, ab heute herrscht auf meinem Account eine genderneutrale Sprache. Ich werde mir ganz viel Mühe geben, dass mir kein Fehler mehr passiert".

Cathy Hummels: "Es sollte sich niemand mehr diskriminiert fühlen" 

Für ihre "Follower:innen" verlinkt sie eine entsprechende Internetseite, auf der erklärt wird, wie man richtig gendert (genderleicht.de). "Vielleicht habt ihr auch Lust, das – es ist ja kein Projekt – diese Einstellung mit mir gemeinsam zu verfolgen und das wir gemeinsam ab heute starten. Es sollte sich niemand mehr diskriminiert fühlen und jeder soll das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit haben."

Influencerin Cathy Hummels
In ihrer Instagram-Story startete Cathy Hummels eine Umfrage zum Thema. Die Mehrheit sprach sich gegen das Gendern aus.
© cathyhummels/Instagram

Um zu erfahren, wie ihre "Follower:innen" zu dem Thema stehen, startet sie eine Umfrage: "Wie findet ihr, wenn wir alle geschlechterneutrale Sprache benutzen?" Das Ergebnis am Sonntagvormittag: 16 Prozent stimmten für Ja, 84 Prozent für nein. 

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Tatsächlich spiegelt sich das Ergebnis auch in der Kommentarspalte wider. Während andere eher abwertend reagieren mit Kommentaren wie "Hat die Welt momentan nicht größere Sorgen?????", "Mal ehrlich, wo fehlt es dir wirklich" oder "Deine Problem*innen möchte ich haben", glauben einige, dass sich die Moderatorin nur einem Trend unterwirft: "Das man wirklich auf jeden Zug mit aufspringen muss... es hat absolut nichts mit Diskriminierung zu tun... es wird einfach immer lächerlicher! Und nein, dass heißt nicht, dass man etwas gegen andere hat!", heißt es da. Oder: "Nur auf einer neuen Welle schwimmen (…) Come on!".

Mehrheit spricht sich gegen das Gendern aus

Andere vermuten hinter den Bemühungen der Moderatorin sogar nur eine PR-Maßnahme: "Klingt irgendwie nicht wie Cathy. Ich finde es wirkt so als ob ihr eine Agentur ein neues Image verpassen möchte und Themen für sie setzt die im Trend liegen … Einmal mehr total unauthentisch!"

Doch es gibt auch viele, die sich in ihren Kommentaren mit der Thematik auseinandersetzen:

  • "Ich finde es total überzogen das Thema. Und hat nix mit Diskriminierung zu tun. Einfach ein neuer toller Trend. Ich bin 45 Jahre gut mit der Deutschen Sprache klar gekommen und ändere das bestimmt nicht, indem ich jetzt sage: ich gehe zu einer Person im ärztlichen Dienst. Wo simmer denn?" 
  • "Ich bin weiblich und wenn irgendwo die Rede von 'Mitarbeitern, Zuschauern, Teilnehmern' oder sonstwas ist, habe ich mich als Frau noch NIE ausgegrenzt gefühlt, denn die maskuline Form ist die Form der Allgemeinheit."
  • "Ich gendere nicht. Und werde es auch in Zukunft nicht tun. Das heißt aber auch nicht, dass ich "intolerant" bin, das heißt erst mal nur, dass ich diese Sprache ablehne."
  • "Nicht zu Gendern heißt nicht, dass man Menschen diskriminiert! Ich gendere auch nicht, aber diskriminiere ich jemanden? Nein! Ich gehe trotzdem respektvoll mit allen Menschen um! (…)."
  • "Gendern ist keine Mühe, wenn es angebracht mache ich es. Trotzdem habe ich mich vom generischen Maskulinum nie ausgeschlossen gefühlt oder weniger wert und schon gar nicht diskriminiert." 

Cathy Hummels spricht von Depressionen

Nur wenige finden, dass die Influencerin mit ihrem Post einen wichtigen Beitrag leistet: "Danke liebe Cathy, damit gehst du hier einen großen Schritt und diesen finde ich wunderbar menschlich von dir", schreibt jemand. Ein anderer kommentiert: "Ich kenne dich nicht, aber danke. Danke das du das Gendern ernst nimmst und nicht mit Sternchen gegendert hast, sondern dir die Zeit genommen hast komplett auszuschreiben, du bist konsequent, das mag ich. Und jetzt schau ich mal in deinen Account." Auch die ehemalige stern-Kolumnistin Marie von den Benken begrüßt den Vorschlag, schreibt dazu: "Mein Name ist Marie und ich finde Deine Entscheidung gut für alle Deine Follower und Followerinnen."

Andere "Follower:innen" hat sie jedoch offenbar mit ihrer guten Absicht vergrault: "Ich bin Jahrgang 60 und ehrlich gesagt bin ich froh in einer anderen Zeit groß geworden zu sein… beim Gendern bin ich nicht dabei… die Schreibweise ist doch furchtbar… ich verabschiede mich hiermit auch von Deinem Account und wünsche dir alles Gute. Ich muss einfach nicht auf jeden Zug aufspringen", schreibt einer. Ein anderer kommentiert: "Bei aller Liebe… ich bin ein totaler Fan von dir und du bist so sympathisch, aber das ist echt übertrieben und absolut nicht diskriminierend! Unseren deutschen Sprachgebrauch gibt es lang genug und der muss jetzt nicht plötzlich geändert werden!"

Trennungsgerüchte um Cathy und Mats Hummels: Cathy kontert geschickt.

Für Cathy Hummels scheint die Sache jedoch eine echte Herzensangelegenheit zu sein, wie das PS unter ihrem Post vermuten lässt. Dort schreibt sie: "PS: Wieso mache ich das? Eine Depression kann auch entstehen, wenn man sich nicht ausleben kann. Ich selbst hab mich lange gesucht. Ich wusste nicht wer ich bin. Jetzt weiß ich es. Stell dir mal vor, du weißt wer du bist, aber es gibt für dein Geschlecht / deine Sexualität keine Bezeichnung? Hier auf meinem Account gelten ab sofort andere, geschlechterneutrale Regeln. Liebe Follower:innen: Let’s make a change together". Den Satz beendet sie mit einem Herzchen-Emoji.

Quelle: Instagram


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