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Vorwurf des Missbrauchs Neue Doku "Allen v. Farrow" wirft kein gutes Licht auf Woody Allen

Woody Allen und Soon-Yi Previn
Woody Allen und Soon-Yi Previn
© Felix Hörhager / Picture Alliance
In "Allen v. Farrow" werden die Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen beleuchtet und Zeugen angehört. Dafür beschäftigten sich die Filmemacher dreieinhalb Jahre intensiv mit dem Fall. 

Es ist ein Fall, der heute vermutlich eine andere öffentliche Reaktion auslösen würde. In "Allen v. Farrow", der neuen HBO-Dokumentation über die Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen, wird der Fall neu aufgerollt und erzählt.

"Allen v. Farrow": Doku beleuchtet Vorwürfe gegen Woody Allen

Dazu hat sich Co-Creator und Produzentin Amy Herdy dreieinhalb Jahre durch Unterlagen geforstet, alte Artikel studiert, Vernehmungstapes gehört und Interviews gelesen. Eine wichtige Arbeit, denn die Geschichte ist kompliziert. 1992 lernte die Öffentlichkeit, dass Filmregisseur Woody Allen eine Beziehung angefangen hat mit Soon-Yi Previn, der Adoptivtochter seiner Ehefrau, Mia Farrow. Während des erbitterten Kampfes der beiden um das Sorgerecht für ihre anderen gemeinsamen Kinder wurde Allen beschuldigt, sich an seiner sieben Jahre alten Tochter, Dylan Farrow, vergangen zu haben. Allen selbst dementiert die Vorwürfe. 

In "Allen v. Farrow" soll nun nicht nur ein Blick auf die Familie und den Familienalltag geworfen werden, sondern auch auf die gesellschaftlichen Umstände, in denen sich der Fall abspielte und die Art und Weise, wie sich Macht Einzelner ausdrückt. Laut Kritikern befasst sich die vierteilige Doku umfassend mit Allens künstlerischen Werken und seinem Faible für Geschichten junger Mädchen, die sich in ältere Männer verlieben. Allens oeuvre wird in diesem Zusammenhang seit Jahrzehnten diskutiert. Für manche ist die Thematik seiner Filme im Hinblick auf die Vorwürfe verstörend, für andere das Produkt künstlerischer Freiheit. "Aber eines der Dinge, die mir auffielen, (...) besonders bei 'Manhattan', war dieses Feiern der Beziehung eines älteren Mannes mit einem Teenager, ohne irgendeine Art von Analyse der Machtstruktur. Das war mir sehr suspekt", erklärt Filmemacher Kirby Dick. Er selbst habe den Film aus diesem Grund nicht geschaut, als er erstmals in den Kinos lief. 

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Dylan Farrow kommt zu Wort

Während Woody Allen, Soon-Yi Previn und sein Sohn Moses sich nicht zum Film äußern und auch nicht teilhaben wollten, kommt Allens heute 35-Jährige Tochter Dylan Farrow zu Wort. Sie beschreibt nochmals, wie sich der angebliche Missbrauch angefühlt hat und widerspricht Vorwürfen, ihre Mutter hätte sie zur Aussage gecoacht. 

Unterstützung bekommt sie von ihrem Bruder Ronan, der maßgeblich daran beteiligt war, Gerechtigkeit für die Opfer von Harvey Weinstein zu erlangen. Maureen Callahan, eine Kritikerin der "New York Post", beschreibt die Arbeit der Filmemacher als "brutal, erschütternd und überzeugend". Besonders glaubwürdig findet sie die Worte von Dylan Farrow. "Nicht einmal Woody Allen könnte eine solche Vorstellung inszenieren", schreibt Callahan. 

Verwendete Quellen: "Washington Post" / "New York Post"

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ls

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