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"Frauen-Casting" für Tom Cruise: Scientology als Liebesvermittler?

"Frauen-Casting" für Tom Cruise? Ein renommiertes US-Magazin behauptet, Scientology habe Partnerinnen für den Hollywood-Star rekrutiert. Das "Vorsprechen" sei sogar auf Film festgehalten worden.

Von Frank Siering, Los Angeles

Das Gerücht wabert schon seit Jahren durch Hollywood. Tom Cruise sei so wichtig für die Scientology-Sekte, dass er sich seine Lebenspartnerin nicht mehr selbst aussuchen darf. Erstmals tauchte diese These auf, als Cruise Nicole Kidman datete und schließlich heiratete. Später hieß es, auch die Beziehungen zu Penelope Cruz und mit Katie Holmes seien Inszenierungen der Glaubensgemeinschaft.

Jetzt rückt das US-Magazin "Vanity Fair" diese Vermutung erneut in den Vordergrund. In seiner neuesten Ausgabe behauptet die preisgekrönte Autorin Maureen Orth, ausgerechnet Shelly Miscavige, die Frau von Scientology-Anführer David Miscavige, habe eine "Task Force" geleitet, die die geeignete Partnerin für Cruise finden sollte.

In einer Reihe von Interviews, die nach Informationen von Orth angeblich auch auf Film festgehalten worden sind, wurden diverse Kandidatinnen in einem Scientology-Trainingsvideo auch auf Tom Cruise angesprochen. Nach Recherchen von "Vanity Fair" war Katie Holmes demnach nicht die erste Wahl für den "Mission:Impossible"-Star, sondern die im Iran geborene Schauspielerin Nazanin Boniadi.

Kreditkarte von Cruise

Sie sei 2004 zu einem "Date" mit dem inzwischen 50-Jährigen ins New Yorker Nobelrestaurant Nobu eingeladen worden und habe auch anschließend die Nacht mit Cruise verbracht, behauptet das Magazin. Boniadi habe sich Hals über Kopf in Cruise verliebt, der allerdings entschieden haben soll, dass sie für "die Aufgabe" nicht geeignet sei. Wohl auch, weil sie sich nicht besonders gut mit dem Cruise-Freund Miscavige verstanden haben soll.

Bei einem gemeinsamen Dinner soll sie den Scientology-Chef, der sehr schnell spricht, immer wieder gebeten haben, sich doch bitte noch einmal zu wiederholen. Das soll nicht nur Miscavige, sondern auch Cruise genervt haben. Die Details in dem Magazin-Bericht zeigen erstmals, dass die jahrelangen Vermutungen, Scientology organisiere das Privatleben von Cruise, möglicherweise wesentlich substanzieller sind als bisher angenommen.

So habe Boniadi eine Kreditkarte auf den Namen von Cruises Produktionsfirma als Incentive erhalten und habe sich mehreren sogenannten "Reinigungs-Sessions" am Tag unterziehen müssen, um sich von "negativen Gedanken über Tom Cruise befreien zu können". Diese Sessions seien physisch so anstrengend gewesen, dass sich Boniadi mehrfach habe übergeben müssen.

Neues Frauen-Casting?

Boniadi wurde bekanntlich nicht als neue Cruise-Begleiterin in der Öffentlichkeit präsentiert, sondern Katie Holmes. Der Artikel in "Vanity Fair" beschreibt, dass Cruise sehr wohl einen knallharten Ehevertrag mit dem Vater von Holmes, dem Anwalt Martin Holmes, ausgehandelt hatte. Einer der Knackpunkte in diesem Vertrag: Holmes wollte nicht, dass seine Tochter in die Scientology-Sekte eintritt.

Scientology dementiert jegliche Details in dem Artikel und widerspricht der Behauptung, dass es jemals ein "Frauen-Casting" für Cruise gegeben habe. Cruise selbst hat sich zu den neuen Anschuldigungen bisher nicht geäußert. Ein interessanter Nebenaspekt dieser Story ist, dass Shelly Miscavige, sie soll auch für das "Casting" von Katie Holmes verantwortlich gewesen sein, seit 2007 als vermisst gilt.

Die Scheidung von Cruise und Holmes ging im vergangenen Monat über die Bühne. Das primäre Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Suri ging an die 33-Jährige, die ihr neues Leben als alleinerziehende Mutter in New York anscheinend sehr genießt. Cruise hingegen scheint schon wieder nach einer neuen Partnerin zu suchen. Auch diesmal wird spekuliert, dass die Scientology-Sekte an der Suche beteiligt sein soll. Die Gemeinschaft will davon natürlich nichts wissen und hält solche Behauptungen für frei erfunden. Der Mythos lebt weiter.