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Nicht ohne ihre Tochter: Wie sich Katie Holmes als Super Mom inszeniert

Er ist der Böse, sie die Gute: Die Rollen zwischen Tom Cruise und seiner Noch-Ehefrau sind klar verteilt. Für ihren Image-Aufbau schreckt Katie Holmes nicht mal davor zurück, Tochter Suri zu benutzen.

Von Jens Maier

Bislang war er nur der Bösewicht. Derjenige, der seine Familie mit seinem Scientology-Wahn ins Verderben gestürzt hat. Jetzt ist er auch noch der Blödmann. Zumindest in der Berichterstattung der britischen Tageszeitung "Daily Mail". Die hat jüngst aufgedeckt, dass Tom Cruise am Set von "Oblivion" drei Mal in 20 Minuten die Toilette aufsuchen musste und mutmaßt, dass der gerade 50 Jahre alt gewordene Schauspieler wohl schon Probleme mit dem Harndrang habe. Der alte Mann und die Blase. Für sein Image als Actionheld alles andere als zuträglich.

Ganz anders bei Noch-Ehefrau Katie Holmes. Die ist mittlerweile so etwas wie der gute Mensch von New York, die Hollywood-Ausgabe von Mutter Teresa. In sämtlichen Klatschblättern kommt sie gut weg. Das Magazin "People" beschreibt sie sogar als Ikone des Feminismus, die sich von ihrem bösen Ehemann losgesagt hat, der sie seit Jahren unterdrückt habe. Höhepunkt der Katie-Holmes-Verehrung sind Fotos, die seit Tagen im Internet und in Tageszeitungen wiederfinden. Sie zeigen eine Mutter, die sich geradezu rührend um ihre Tochter kümmert: Katie Holmes mit Suri beim Eis essen, im Spielzeugladen oder im Zoo. Die Bilder lassen keinen anderen Schluss zu, als dass die Sechsjährige die beste Mutter der Welt hat. Und genau das sollen sie.

Holmes benutzt Suri als Teil ihrer Selbstinszenierung

Am 29. Juni hat Katie Holmes ihre Trennung von Tom Cruise bekannt gegeben. Seitdem ist ein medialer Sturm über das einstige Vorzeigepaar hinweggefegt. Während Cruise sich im fernen Island bei Dreharbeiten wegduckt, bleibt sie mittendrin. Und nicht nur das. Statt ihre Tochter vor den ständig surrenden Teleobjektiven der Paparazzi in Sicherheit zu bringen, zieht sie Suri mitten rein. Warum um alles in der Welt schleppt Holmes das arme Mädchen mit in den Supermarkt, wo dutzende Fotografen nur darauf warten, einen Schnappschuss zu machen? Die Antwort ist nicht, dass sich Frau Holmes keine Nanny leisten kann. Sondern, dass sie Suri als Teil ihrer Selbstinszenierung benutzt.

"Die Leute sehen in ihr eine ausgenutzte Ehefrau, die sich befreit hat", erklärt Liz Rosenberg, Presseagentin von Hollywoodstars wie Cher und Madonna, die schon viele Promi-Scheidungen verfolgt hat, der "New York Times". "Ich weiß nicht warum. Ich hege keine Hassgefühle gegen Tom Cruise wie viele andere das tun, aber was immer zwischen beiden geschehen ist, sie kommt stets dabei weg wie die Unschuld vom Lande." Auch Janice Min, Chefredakteurin beim "Hollywood Reporter", glaubt, dass Holmes ganz genau verstanden hat, welche Geschichte sie den Medien liefern muss: Die von der armen Ehefrau, die ein "Zombie für Scientology" war.

Von der schüchternen Katie Holmes zur Heldin

Bislang mit Erfolg. Aus der einstmals bieder und schüchtern wirkenden Ehefrau ist die Heldin geworden. Aus der mittelmäßigen Schauspielerin, für "Batman Begins" war sie für die Goldene Himbeere als schlechteste Darstellerin nominiert, ein gefragter Star. Immerhin sollen ihr mehrere Filmrollen angeboten worden sein, außerdem plant Holmes eine neue Modekollektion für ihr Label "Holmes&Young", die bei der New Yorker Fashion Week vorgestellt werden soll und bei allen unterdrückten Ehefrauen dieser Welt – oder solchen, die mit ihnen fühlen, bestimmt reißenden Absatz finden wird.

Vor vier Wochen ist Katie Holmes noch Händchen haltend mit Tom Cruise durch Island spaziert. Damals muss sie schon gewusst haben, dass sie nur wenige Tage später ihre Trennung bekannt geben wird - die Vorbereitungen für ihren Umzug nach New York liefen bereits. Die Frage ist, ob Tom Cruise dies zu diesem Zeitpunkt auch schon wusste. Vermutlich nicht. Katie Holmes könnte sich als eiskalt taktierende Ehefrau entpuppen, die ihren Noch-Ehemann am Nasenring durch die mediale Arena führt. Diejenige, die nicht nur ihn, sondern auch ihre Tochter für ihre Zwecke ausnutzt. Kein Wunder, dass Tom Cruise die Toilette öfter aufsuchen muss. Vielleicht ist ihm einfach nur schlecht.