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Kritik "Keine schöne Stadt" - Jochen Busse lästert über Köln

Jochen Busse
Jochen Busse lebt mittlerweile in Berlin.
© Henning Kaiser/DPA
Er tritt derzeit jeden Abend im Theater am Dom auf: Jochen Busse lässt in einem Gespräch mit dem Kölner "Express" kein gutes Haar an der Domstadt. Er sei frustriert und entsetzt, wenn er durch Köln gehe.

Die Kölner lieben ihre Stadt. In unzähligen Hymnen lassen sie daran keinen Zweifel. "Kölle, du bis e Jeföhl", heißt es bei den Höhnern, "Ejal, wohin der Wind mich trägt, ich nehm’ dich überall mit hin", bei Cat Ballou. Wer gegen Köln stänkert, bekommt es sogar mit Lukas Podolski zu tun - wie Moderatorin Bettina Böttinger unlängst erfahren musste. Sie hatte es gewagt, Köln als "relativ dreckig" zu bezeichnen. "Dann moderier doch in Düsseldorf", konterte Poldi auf Twitter.

Jochen Busse wagt es in einem Gespräch mit der Zeitung "Express" trotzdem, heftige Kritik am Erscheinungsbild der Domstadt zu üben. "Ich bin erschüttert", sagte der gebürtige Iserlohner, der 14 Jahre in Köln lebte. Er wisse, dass Köln sehr unter Kriegsschäden gelitten habe und deshalb keine schöne Stadt sei. Aber die Entwicklung der vergangenen Jahre schockiere ihn.

Jochen Busse findet Berlin sauberer als Köln

"Ein Leerstand nach dem anderen und überall Bauzäune, die nicht unbedingt darauf hinweisen, dass sich da auch etwas tut", kritisierte der Schauspieler, der derzeit im Theater am Dom in der Komödie "Kartoffel-Panther" gastiert. Er als Wahlberliner wundere sich über den schlechten Zustand der Innenstadt sehr. "Ist denn Köln so arm? Berlin, wo ich lebe, ist pleite, aber so schlimm sieht es bei uns nicht aus", sagte Busse.

Was die Kölner besonders schmerzen dürfte: Der 76-Jährige schwärmt von Düsseldorf. Die Bewohner der beiden Rheinstädte sehen sich seit Jahren als Konkurrenten, die Kölner lassen am kleineren Nachbarn selten ein gutes Wort. "Natürlich weiß ich um den Dauer-Clinch zwischen Köln und der Landeshauptstadt", sagte Busse. "Aber ich muss sagen: Düsseldorf ist nahezu eine Vorbildstadt." Die Neugestaltung der Innenstadt habe Düsseldorf gut getan. Sie sei dadurch "lebenswerter" geworden.

"Vielleicht ist das Absicht"

Auch über Umbau und Renovierung der Kölner Oper lästert Busse. Das Großprojekt ist wegen seiner enormen Kostenexplosion und mehrfacher Baustopps in die Schlagzeilen geraten. Die Fertigstellung ist ungewiss. "Wenn man über den Offenbachplatz geht, denkt man nicht, dass das jemals fertig wird. All diese Container – vielleicht ist das ja Absicht, in Köln weiß man das nie", sagte Busse.

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