"Miss Germany" "Das ist ein irres Gefühl"


Die Startnummer 13 brachte ihr Glück: Antonia Schmitz ist "Miss Germany 2005". Die 19-Jährige setzte sich am Samstagabend gegen 22 Konkurrentinnen aus ganz Deutschland durch.

Die 19 Jahre alte Auszubildende Antonia Schmitz ist die schönste Frau Deutschlands: Die angehende Hotelfachfrau setzte sich am Samstagabend bei der Wahl zur "Miss Germany 2005" in Rust bei Freiburg mit 151 Stimmen klar gegen die Konkurrenz durch. Sie könne ihren Titelgewinn noch gar nicht richtig glauben, sagte die Blondine: "Das ist ein irres Gefühl." Um den Titel bewarben sich insgesamt 23 langbeinige junge Schönheiten.

Schmitz hinterließ bei der Jury den besten Eindruck. Ihr Ziel sei gewesen, unter die ersten zehn zu kommen. Die Blondine mit den blauen Augen trägt bereits den Titel "Miss Nordrhein-Westfalen". Ihre Hobbys sind unter anderem lesen und Sport. Nun ist die 19-Jährige ein Jahr mit Krone und Schärpe unterwegs: "Ich will meine lockere natürliche Art beibehalten und mich nicht verstellen", sagte sie nach ihrer Wahl umringt von Kamerateams und Fotografen. Der schlimmste Moment sei der erste Auftritt auf der Bühne gewesen. Auf das Finale hatte sich die 1,75 Meter große Westfalin gut vorbereitet. "Ich habe im Wohnzimmer meiner Eltern vor dem Spiegel trainiert. Als Mikrofon habe ich einfach den Schneebesen genommen."

Kandidatinnen aus 251 Misswahlen

Der Weg ins Finale war lang. Die Frauen waren zuvor bei bundesweit 251 Misswahlen ausgewählt worden, an denen sich etwa 4.000 junge Kandidatinnen beteiligt hatten. Zum ersten Mal bei der Wahl der Miss Germany traten auch eineiige Zwillinge auf. Die 17-jährigen Schülerinnen Edith und Judith Schwitalla aus Fulda, die die 11. Klasse besuchen, gewannen in der Vorrunden-Ausscheidung den Titel "Miss Westdeutschland". In die Endrunde schafften es die Blondinen mit den blaugrauen Augen aber nicht.

Reiner Calmund in der Jury

Zuerst stellten sich die Bewerberinnen in Abendgarderobe und dann im Bikini der Jury vor. Für den Finaldurchgang wurden zehn Frauen bestimmt. In das Ergebnis der Jury, der unter anderem Ex-Fußball-Manager Reiner Calmund, Ex-Nationaltrainer Berti Vogts und die Schriftstellerin Hera Lind angehörten, floss auch eine Internetabstimmung mit ein. Calmund sagte: "Alle Frauen sind bildhübsch. Das fiese ist, dass nur eine gewinnen kann." Er habe besonders auf die Ausstrahlung der jungen Damen geachtet. Zuerst schaue er ins Gesicht. "Sie können ruhig auch ein Pölsterchen haben", meinte Calmund. Vogts sagte, ihm sei die Entscheidung sehr schwer gefallen. Auch der frühere Boxer Rene Weller gehörte der Jury an. Er übte Kritik an den jungen Damen. Sie hätten keine Ausstrahlung, meinte er. Außerdem seien sie zu jung.

Teilnehmen können Bewerberinnen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren. Eine weitere Voraussetzung ist, dass es vorher keine Nacktaufnahmen von den jungen Damen gab. Außerdem müssen sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

Anstrengende Zeiten für Siegerin

Die ältesten Teilnehmerinnen waren 24 Jahre alt. Jury-Mitglied Udo Lattek erklärte, er sei hergekommen, "um mal Damenbeine zu sehen" und nicht nur immer Herrenbeine. Auf die Siegerin des diesjährigen Titels kommt jetzt eine anstrengende Zeit zu: Sie hat im laufenden Jahr rund 120 Termine, und sie vertritt Deutschland auch bei internationalen Miss-Wahlen.

Für viele junge Mädchen war der Miss-Titel schon Start für eine Karriere: Zu den bekanntesten Siegerinnen früherer Miss-Wahlen gehören die Fernsehmoderatorin Petra Schürmann, die 1956 den Titel der "Miss World" holte, und Verona Pooth, geborene Feldbusch.

Konkurrenz unter den Veranstaltern

Neben den Miss-Germany-Wahlen, die von der Miss Germany Corporation in Oldenburg veranstaltet werden, buhlen auch die Miss-Deutschland-Wahlen des MGO-Komitees Miss Deutschland in Bergheim um die schönsten Frauen Deutschlands. Die beiden konkurrierenden Wettbewerbe beanspruchen beide für sich, die schönste Frau Deutschlands küren zu dürfen.

Jens Maier und Oliver Schmale / AP AP

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