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"Wir sind Helden"- Sängerin Holofernes Keine Feministin, aber...


Als Feminsitin will sie sich nicht bezeichnen. Dennoch fühlt sie sich der feministischen Tradition verbunden: Judith Holofernes erzählte in einem Interview, was ihr an heutigen Frauenrollen nicht passt. Ab Dienstag moderiert die "Wir sind Helden"-Sängerin den "Summer of Girls" auf Arte.

Judith Holofernes hält nichts von einem falschen Frauenbild. Ab Dienstag moderiert sie die Sendung "Summer of Girls" auf Arte. In einem Interview mit faz.net sprach sie darüber, was für sie das Frausein ausmacht.

Die Sängerin der Band "Wir sind Helden" ist für ihre frechen Texte bekannt, die sie und die anderen Bandmitglieder in ihren Songs verbreiten. Trotzdem sehe sich die 34-Jährige nicht als Feministin. "Ich fühle mich einer feministischen Tradition verbunden, nenne mich deshalb aber nicht Feministin. Das klänge, als sei es das Einzige, was mich definiert, wie ein Beruf", macht sie deutlich. "Wobei es viele gibt, die das beruflich ausüben, und denen bin ich sehr dankbar."

Besonders dann, wenn plötzlich Kinder auf dem Weg seien, hätten es jedoch viele emanzipierte Frauen noch immer schwer, nicht in das "alte Verhaltensmuster" zurückzufallen, erklärt sie. Das betreffe vor allem auch das Pop-Business, in dem "Musikerinnen, die sich bis dato für unfassbar emanzipiert, sogar befreit gehalten haben, zurückfallen in alte Verhaltensmuster", wenn "Kinder dazukommen". Denn Kinder zu bekommen würde zeigen, "wie unterschiedlich Männer und Frauen ihr Elternsein gespiegelt kriegen."

Auch dass Frauen noch immer stark nach ihrem Aussehen beurteilt werden, gefällt der Musikerin nicht und sie verrät, wie sie kurz nach der Geburt ihres Kindes damit konfrontiert wurde. So sei sie "nur vier Wochen nach der Geburt" auf einem öffentlichen Auftritt gewesen, bei dem sie ein "Sackkleid" getragen habe, dass ihre "15 Kilo Mehrgewicht" versteckt habe. "Da fragte mich ein Journalist allen Ernstes, wie ich es geschafft hätte, schon wieder so schlank zu sein. Ich hab gesagt: 'Komm mit aufs Klo, ich zeig' dir meinen Kängurubauch' - und dass er genau von dem bitte schreiben soll", erinnert sie sich und macht deutlich: "Ich möchte auf keinen Fall an diesem Mythos beteiligt sein, Frauen müssten nach der Geburt aussehen, als hätte ihr Kind im Blumentopf gekeimt oder es wäre ihnen aus der Nase gezogen worden."

liri/Bang

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