VG-Wort Pixel

"Sing meinen Song" Warum Rea Garvey für den Schock des Abends sorgte

Mary Roos war sichtlich mitgenommen von der Performance von Rea Garvey
Mary Roos war sichtlich mitgenommen von der Performance von Rea Garvey
© Markus Hertrich / MG RTL D
In der fünften Folge von "Sing mein Song" standen die Lieder von Mary Roos im Mittelpunkt, die 60-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Die Performance von Rea Garvey erinnerte sie an ein privates Drama.

"Sie ist die Mutti hier bei uns", sagte Gastgeber Mark Forster über Schlagersängerin Mary Roos. Die 69-Jährige und ihr Werk standen im Mittelpunkt der fünften Folge von "Sing meinen Song". Doch wer bei den Worten "Mutti" und "Schlager" an eine eher gemächliche Episode dachte, wurde eines Besseren belehrt. Roos blickt auf eine 60-jährige Bühnenkarriere zurück und feierte weltweit Erfolge. 30 Alben hat sie im Laufe der Jahrzehnte produziert, mehrere davon auch mit französischen Chansons, gut 500 Lieder hat die Rheinländerin bisher gesungen. "Mary hat eine Karriere, mit der sich keiner in der Runde vergleichen kann", sagte Marian Gold, der selbst mit seiner Band Alphaville zu den erfolgreichsten Teilnehmern der fünften Staffel gehört.

Doch vor Roos hatten alle gehörig Respekt, das merkte man in der Folge immer wieder. Forster bezeichnete sie als Legende, nannte sie seine Traumfrau und die Interpretation ihrer Lieder den Höhepunkt der Staffel. Den Anfang machte Judith Holofernes, Frontfrau von "Wir sind Helden". Sie interpretierte Roos' Song "Geh nicht den Weg", den sie Mitte der Sechziger als Teenager sang, als Rock-Variante mit typischem Holofernes-Sprechgesang. Auch Leslie Clio nahm sich einen von Roos' älteren Hits vor: Die 1970 von Giorgio Moroder komponierte Disko-Scheibe "Arizona Man". Immer wieder wurden die alten Musikvideos eingeblendet und Mary Roos hatte zu jedem Song eine Anekdote zu erzählen. Zum Beispiel, dass die legendäre Donna Summer bei "Arizona Man" als Chorsängerin mitwirkte.

Mark Forster sang ESC-Hit von Mary Roos

Besonders gerührt zeigte sich Mary Roos von Mark Forsters Interpretation ihres Grand-Prix-Hits "Nur die Liebe lässt uns leben". Damit belegte Roos 1972 den dritten Platz beim "Eurovision Song Contest". Forster outete sich nicht nur als großer ESC-Fan, sondern schuf direkt noch eine zweite Strophe für den Song. "Mark könnte mit seiner Version beim ESC antreten und würde Nummer eins werden", wettete Sänger Marian Gold. Er selbst interpretierte später den 90er-Jahre-Hit "Schau dich nicht um".

Revolverheld-Sänger Johannes Strate pickte sich ebenfalls ein Lied aus den Siebzigern heraus: "Amour Toujours", eines von Roos' Chansons, mit dem sie - auch dank ihrem ersten Ehemann Pierre Scardin - in Frankreich Erfolge feierte. Immerhin, Strate brachte alles in passablem Französisch rüber. "Mein Vater ist Französisch-Lehrer", verriet der 38-Jährige nach seinem Auftritt. Beeindruckender war allerdings, dass Mary Roos nach 45 Jahren noch jede französische Textzeile beherrschte.

Schock-Beichte vor dem Auftritt von Rea Garvey

Wer dachte, die 69-Jährige könne das nicht mehr toppen, wurde durch zahlreiche Anekdoten aus ihrem Leben überrascht. Zum Beispiel, dass sie zwei Songs mit Dieter Bohlen aufnahm und deutsche Cover-Songs von Modern Talking sang. Oder auch, dass sie eine eigene Show hatte - "Mary's Music" - die Anfang der 70er in der ARD lief und dem Konzept von "Sing meinen Song" ähnelte.

Für betretenes Schweigen sorgte Mary Roos allerdings vorm Auftritt von Rea Garvey. Er hatte sich das Lied "Aufrecht geh'n" ausgesucht, mit dem Roos 1984 zum zweiten Mal beim "Eurovision Song Contest" antrat. "Kurz bevor ich auf die Bühne musste, hat mich eine Freundin von meinem Mann angerufen und gesagt, dass sie von meinem Mann ein Kind erwartet", sagte Roos. Die 69-Jährige war damals mit dem Musiker Werner Böhm - auch bekannt als Gottlieb Wendehals - verheiratet. Diese Nachricht sei das Ende ihrer Ehe gewesen, gestand Roos unter Tränen. Garvey machte aus der Ballade dann eine lautstarke James-Bond-Hymne. "Er haut damit all diese Wut raus, die ich damals empfunden habe", resümierte Roos und war sichtlich gerührt.

jum

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker