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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Bunga-Bunga im Dreivierteltakt

Walzerdelirium in Wien: Grund ist Richard "Mörtel" Lugners neue Mausi Ruby Rubacuori. Und während Indira Weis auf Klosterfrau macht, erweist sich diese Woche auch Hugh Hefner als Herr der Bälle.

Von Stefan Mielchen

Bis zum Wiener Walzerdelirium sind es zwar noch ein paar Tage, doch die Damen der besseren Gesellschaft fallen bereits jetzt reihenweise in Ohnmacht. In diesem Jahr hat Opernballkönig Richard Lugner eine Frau an seiner Seite engagiert, die die versammelten Truthahnhälse am 3. März noch älter aussehen lässt als ohnehin schon: Ruby Rubacuori. Berlusconis Staatsmatratze wird nach der Absage von Bo Derek eine Nacht lang "Mörtels" neue Mausi - Bunga-Bunga im Dreivierteltakt! Jetzt ist die Aufregung groß. Früher standen die Türken vor Wien, heute sorgt eine gebürtige Marokkanerin für schlaflose Nächte: "Es ist die größte Peinlichkeit, die der Opernball bisher erlebt hat", echauffierte sich dessen Chefin Desiree Treichl-Stürgkh und suchte dabei wohl nach Baldrian und Riechsalz gleichzeitig. Die Einladung durch den 78-jährigen Lustgreis Lugner sei "pietätlos", ließ sie wissen - obwohl der ja noch lebt. Mörtels Manager Helmut Werner versteht die ganze Aufregung nicht: "Frau Rubacuori wird von uns behandelt wie eine Sophia Loren", kündigte er an. Was den Fall nicht besser macht. Loren dürfte sich bedanken, mit einer Dame auf eine Stufe gestellt zu werden, von der Lugner sagt, sie sei eine "fesche Oide". Und: "Sie war auch keine Prostituierte, sondern bei einem Escort-Service." Das scheint auch den Zeremonienmeister des Opernballs ungemein zu beruhigen. Er nannte den Auftritt zwar einen "Abstieg", blieb aber großzügig: "Prostituierte sind auch Menschen, und wer weiß, wie viele davon sonst am Ball sind."

Lustgreis Hugh Hefner auf dem Heiratstrip

Als Herr der Bälle hat sich auch Hugh Hefner einen legendären Ruf erworben. Mit 84 führt er die Lustgreisliga immer noch an, Mörtel hin oder her. Nun plant der "Playboy"-Gründer offenbar einen letzten großen Coup: Er will noch einmal heiraten! Am 18. Juni wird er in seiner Villa in Los Angeles die 60 Jahre jüngere Crystal Harris zu seiner dritten Ehefrau machen. Man darf davon ausgehen, dass die 24-Jährige ihn aus Liebe heiratet - aus Liebe zum Geld. Da man in Hefners Alter eigentlich alles hat, ist die Geschenkfrage schnell geklärt: Der Hochzeitstisch wird nicht in einem Haushaltswarenfachgeschäft aufgestellt, sondern in der Apotheke. Neben den blauen Pillen soll auch das Hochzeitskleid von Crystal den alten Hasen bei der Stange halten: Insider berichten, dass es vermutlich schulterfrei sein werde. Wenn das mal reicht.

Ballkünstlerin Sonya Kraus hat da ganz andere Sorgen. Die TV-Moderatorin ist zwar blond, aber nicht blöd - sie weiß, wie man in die Zeitung kommt. Via "Super Illu" ließ sie in dieser Woche wissen, was die wahren Probleme einer jungen Mutter sind - zu viel Oberweite. "Was ich früher mit vielen Tricks und viel Mühe hingeschummelt habe, ist heute einfach da", beklagt die 37-Jährige ihr persönliches Busenwunder. "Auf Dauer ist mir das echt zu viel." Nach dem Abstillen werden die Brüste wieder abschwillen, hofft sie. "Wenn Resi, die Milchkuh, in Frührente geht, erledigt sich das Problem hoffentlich von selbst", so Kraus. Damit dürfte auch klar sein, dass alles echt ist, denn Implantate denken ja wohl nicht so weit mit, oder?

Indira Weis' neue Berufung als Klosterfrau

Blöd, aber nicht blond kam in dieser Woche Indira Weis daher. Das zeigefreudige Dschungelluder hat eine neue Berufung gefunden: als Klosterfrau! "Die innere Haltung einer Nonne ist vollkommen auf Verzicht in allen Bereichen ausgerichtet", erklärte die 31-Jährige jetzt der "Bunten". Das sei angenehm und bereichernd. Letzteres darf man wörtlich nehmen, denn Indira gibt die Nonne natürlich nur fürs Fernsehen - in der RTL-Serie "Alarm für Cobra 11". Der Verzicht in allen Bereichen scheint sich bei Schwester Weis auch aufs Gehirn ausgeweitet zu haben. Nicht nur, dass sie "weitere Rollenangebote, über die verhandelt wird", ins Feld führt. Was man halt so sagt, wenn man nichts zu sagen hat. Ihr Curriculum Vitae ist es, das für anhaltendes Erstaunen sorgt: "Ich habe in der Vergangenheit nicht nur geschauspielert, sondern auch schon auf vielen Bühnen Theater gespielt." Da schau her! Wo genau der Unterschied liegt, sollte man vielleicht ihren aktuellen Gespielen fragen. Jay Khan erinnert sich bestimmt besonders gerne an die warmen Tage in Australien, wenn er von seiner großen Liebe Sätze wie diesen liest: "Schauspielerei steht momentan an erster Stelle."

War sonst noch was? Na klar: Während sich die Nation über Karl Theodor Baron von und zu Brisk aufregt, sorgt EU-Kommissar Günther Oettinger endlich mal wieder für positive Nachrichten aus der Politik. Er plauderte über sein Privatleben, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Eigentlich wollte der 57-jährige Schwabenschreck bereits vor Weihnachten mit seiner Freundin zusammenziehen, fand jedoch keinen passenden Stall. Brüssel ist eben nicht Bethlehem, Vierbeiner "Dreiklang" lebt daher samt seiner Herrin Friederike Beyer vorerst weiter in Hamburg. Dennoch soll die Fernbeziehung auf Dauer angelegt sein. "Ich denke, dass sie mich noch ein bisschen mehr liebt als ihr Pferd", erklärte Oettinger das Gefühlsleben seiner Frau. "Aber nur ein bisschen." Womit dann wohl unmissverständlich geklärt wäre, wer in dieser Beziehung Ross ist - und wer Reiter.