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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Papis haben bei Pam drei Wünsche frei

Der Lampengeist trägt jetzt Badeanzug: Pamela Anderson spielt in London im Musicalstück "Aladin und die Wunderlampe" mit. In Italien gibt Berlusconi derweil das "Phantom der Oper".

Von Stefan Mielchen

Märcheninszenierungen haben Tradition im britischen Advent. Doch dass der Ticketverkauf am New Wimbledon Theatre in diesem Jahr um 800 Prozent in die Höhe geschossen ist, liegt an einer besonderen Form des Glockenläutens: Pamela Anderson spielt den Flaschengeist in "Aladin und die Wunderlampe". Der Weihnachtsengel ist den Londonern erschienen - und trägt neuerdings Strapse! Plötzlich nehmen außer den Kindern auch hunderte Väter im Theater Platz - das männliche Gehirn sitzt eben doch unterhalb der Gürtellinie. Und Papi kommt voll auf seine Kosten: Die Baywatch-Nixe schwebt in einem knallroten Kostüm von der Decke, das mehr zeigt als verhüllt.

Ihre "pneumatische Pracht" sei zwar weit größer als ihr schauspielerisches Talent und ihre Stimme quieke, urteilte ein Kritiker. Dafür quieken aber auch die Väter vor Vergnügen und scheuen sich nicht vor zotigen Zwischenrufen - jeder von ihnen hat mindestens drei unanständige Wünsche im Kopf. Anstandsdame Pam dürfte zwar keinen davon erfüllen, macht sich aber mit ihrem Gastspiel selbst das größte Geschenk: 50.000 Pfund kassiert die hoch verschuldete Blondine für das zweiwöchige Gastspiel. Dafür kann man abends auch mal 15 Minuten Spott ertragen - länger hielt der Regisseur Frau Anderson auf der Bühne offenbar nicht aus.

Im Musical könnte auch Italiens Ministerpräsident derzeit auftreten. Seit seinem Nasenstüber sieht Silvio Berlusconi neuerdings aus wie das Phantom der Oper. Pflaster und Mull zieren den 73-Jährigen, noch aber halten sich die Intendanten mit Engagements zurück. Es war kein gutes Jahr für den Cavaliere: erst tätschelt er einer 18-jährigen Bekanntschaft mehr als nur die Wange, daraufhin entbrennt die größte Scheidungsschlammschlacht seit dem Untergang des römischen Imperiums - und zum Dank verliert Unschuldslamm Silvio zwei Schneidezähne! Dass allerdings der Attentäter als geistig verwirrt gilt, während Berlusconi weiterhin frei herumlaufen darf, wird nicht nur in Mafiakreisen nicht verstanden.

Ekaterina Ivanova ist kein Stones-Luder mehr

Frei wie ein Vogel zwitschert auch Ekaterina Ivanova wieder durchs Leben: Sie hat sich mit ihrem väterlichen Freund Ron Wood, 62, endgültig überworfen, weil sie am Ende doch nicht so viel trinken konnte wie die 41 Jahre ältere Rolling-Stones-Legende. Liebes-Aus nach 18 Monaten- eine schöne Bescherung! "Was bringt es, mit einem älteren Mann zusammen zu sein, wenn er sich benimmt, als wäre er zwölf?" fragte die rassige Russin mit gespielter Naivität. Publicity, Schatz! Aber selbst das überzeugte die 21-Jährige am Ende nicht mehr: "Er war wie ein Kind mit Wutanfällen, wenn er betrunken war", klagte das Stones-Luder, womit sich beide wohl auf Augenhöhe begegneten. Es muss eine herrliche Beziehung gewesen sein: "Er schmiss mit Wasserflaschen um sich und machte meine Stimme nach", berichtet Ekaterina, aber: "Wir machten alles zusammen: Ron ist die beste Person, mit der man vor dem Fernseher sitzen kann." Künftig läuft bei der Kellnerin nun wieder ein anderes Programm. Wie wär's mit dem Kinderkanal?

Weniger frohe als einsame Weihnachten stehen auch dem reichsten Sportler der Welt ins Haus: Tiger Woods wird seine Vorliebe fürs Einlochen nun endgültig zum Verhängnis. Immer mehr Frauen behaupten öffentlich, ein Verhältnis mit der golfenden Raubkatze gehabt zu haben. Gattin Elin hat angeblich schon den Ehering entsorgt und will die Festtage außerhalb des goldenen Käfigs verbringen. Derweil sinken die Sympathiewerte des Tigers noch dramatischer als die von George W. "wer war das noch mal" Bush: von 85 auf 33 Prozent! Bei einem Jahreseinkommen von 100 Millionen Dollar ein besonders schweres Schicksal.

Der Nobelpreis ist kein Garant für ehelichen Frieden

Wenn Barack Obama nicht aufpasst, sitzt der US-Präsident auch bald alleine unterm Christbaum. Nicht, dass der mächtigste Mann der Welt außerehelichen Vergnügungen nachginge - so etwas ist im Weißen Haus schließlich undenkbar. Doch auch ein Nobelpreis ist kein Garant für ehelichen Frieden. Barack stänkerte in dieser Woche öffentlich gegen die Weihnachtsgaben seiner Gattin Michelle: Er verteile immer bessere Geschenke als er bekomme, bilanzierte er bei Talklady Oprah Winfrey. "Absolut nicht. Ich habe Dir im vergangenen Jahr schöne Geschenke gemacht", zickte die First Lady zurück. Weltenlenker Barack dachte derweil offenbar schon an den Festtags-Truthahn, als er im Gegenzug auf den Hals seiner Angetrauten und die prächtige Perlenkette daran zeigte: "Und, wer hat dir die geschenkt?" So schön kann Liebe sein. Schade, dass in Deutschland nicht öffentlich abgerechnet wird. Man stelle sich nur Angela Merkel und Joachim Sauer im vertrauten Zwiegespräch bei Reinhold Beckmann vor...

War sonst noch was? Na klar! Paris Hilton macht selbst dann noch Schlagzeilen, wenn sie nicht nutzlos auf Partys herumsteht. Amerikanische Tierschützer sprechen neuerdings sogar vom "Paris Hilton Syndrom": der Chihuahua, das Schoßhündchen und persönliche Markenzeichen des It-Girls, sei so dermaßen out, dass die Käfige in den Tierheimen neuerdings von den vierbeinigen Taschenratten verstopft würden. Schon ein Drittel der herrenlosen Heimbewohner bestehe aus den Hunden, die Paris als modisches Accessoire der Hollywood-Promis etabliert habe. Nun will sie keiner mehr haben, die Hunde. Wie der Herr, so's Gscherr, sagt der Volksmund dazu. Und wir warten einfach auf die nächste Meldung mit der Überschrift: "Paris Hilton am Straßenrand ausgesetzt."