Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Schlimmer geht's nimmer!


Geld ist nicht alles, aber dennoch erstrebenswert: Madonna bezahlt ihre Tochter fürs Nichtrauchen, Schumi unterbricht seinen Rennfahrer-Ruhestand und Gina-Lisa trennt sich von Marc Terenzi, um mehr zu arbeiten. Allein Giulia Siegel und Paris Hilton denken nicht nur an Bares - sondern auch an Sex.
Von Stefan Mielchen

Der Kommunismus ist bekanntlich eine ungemein erfolgreiche Erfindung. Auch in Russland ist er einfach nicht totzukriegen. Das musste die Queen of Pop jetzt erfahren: Vor ihrem Auftritt in St. Petersburg wurde Madonna in dieser Woche von der Kommunistischen Partei aufgefordert, während der Show nicht mit dem Po zu wackeln! Ja womit denn sonst? Leningrads Kulturstalinisten haben offenbar keine anderen Sorgen als ein 50 Jahre altes, zellulitisch rotierendes Hinterteil auf offener Bühne. Die Herren Kommunisten forderten die Klassenfeindin auf, Arbeiterkampflieder zu schmettern und dazu eine rote Fahne zu schwenken. Das wäre allerdings wirklich mal revolutionär: "Völker, hört die Signale" im You-Can-Dance-Remix - da tanzt der Kosake aber Kasatschok!

Madonna hat derweil ganz andere Probleme. Zwölf Jahre alt ist ihre Tochter Lourdes mittlerweile, und schon hängt das verzogene Gör an der Fluppe! Die Muttergottes der Popmusik erwischte die Kleine beim Rauchen, reagierte aber angemessen anti-kommunistisch: Sie bot ihrem Teenie statt Kippen einfach eine ordentliche Stange Geld, damit Lourdes nie wieder inhaliert. So kann man sich sein Taschengeld natürlich auch aufbessern. Nachbarn wollen das Kind bereits lauthals "Material Girl" singen gehört haben.

Schmumi rast, Corinna reitet

Ach ja, die Reichen - sie sind momentan wirklich arm dran. Nicht allein die bemitleidenswerte Versandhauskönigin Madeleine Schickedanz, deren Geldquelle mit schlappen 17 Milliönchen wohl als versiegt bezeichnet werden muss. Ob sie heute schon bei Aldi war? Zu allem Überfluss bekennt jetzt sogar der Auferstandene höchstpersönlich, dass er in Billigläden shoppt: Michael Schuhmacher kauft seine Fußballschuhe gerne im Outlet, denn: "Ich weiß den Wert des Geldes zu schätzen." Das kann man angesichts eines geschätzten Vermögens von ungemein beruhigenden 800 Millionen Schweizer Franken bedenkenlos nachvollziehen. Da aber Geld alleine bekanntlich nicht glücklich macht, fährt Schumi jetzt wieder arbeiten. Gattin Corinna geht derweil auch einer sinnvollen Beschäftigung nach, statt den lieben langen Tag den Zaster zu zählen: "Sie hat mit ihrem Pferdestall ihre Berufung gefunden", erläuterte der Gatte diese Woche in einem Interview und ergänzte: "Sie hat da meinen vollen Respekt!" Klar, Reiten ist ja auch ein wirklich anspruchsvoller Beruf.

Apropos arbeitsscheues Gesindel: Gina-Lisa Lohfink hat jetzt wieder mehr Zeit für ihre zahlreichen "Projekte". Sie gab dem durch anhaltende Erfolglosigkeit glänzenden Musikerdarsteller Marc Terenzi den Laufpass, weil sie zuviel um die Ohren hat. Kein Platz im Terminkalender für eine Beziehung - eben wegen der "Projekte". Nee, is' klar! Das Paar hatte zuletzt mit einem Gruselfilm bewiesen, dass es in der Bekloppten-Top-Ten eine führende Stellung einnimmt. Jetzt ist zwar alles aus, doch der Horror nimmt trotzdem kein Ende. Die Platinblondine sucht in ihrer neuen TV-Show einen "besten Freund". Das Prekariat soll bereits Schlange stehen.

Giulia Siegel - das personifizierte Sommerloch

Wer bei Gina-Lisa durchs Raster fällt, ist mit Sicherheit bei Giulia Siegel richtig. Das personifizierte Sommerloch ist ebenfalls im Fernsehen auf Männersuche, hat dabei nur leider eine reichlich abschreckende Wirkung auf die Jungs. Vielleicht ist das der Grund, warum Naddels Intimfeindin in dieser Woche eine offenbar als "sexy" gedachte Lack- und Lederperformance auf dem Fußboden einer Münchener Prominentenpizzeria darbot. Tiefer kann man nicht mehr sinken, ohne im Keller zu landen: Schenkel an Schenkel mit einer nicht minder abgelederten Partnerin verrenkte sich Frau Siegel zwischen Cozze und Calzone derart aufdringlich, dass auch ja jeder ihren Schlüpfer sehen konnte. Schlimmer geht's nimmer!

Oder etwa doch? Bei Paris Hilton ist man sich da nicht so ganz sicher. Deren unfreiwilliges Sexvideo wäre eigentlich längst Geschichte, würde sie selbst nicht immer wieder darauf herumreiten. Wir erinnern uns: Ihr Lover Rick Solomon filmte die vielbeschäftigte Hotelerbin unter anderem, während sie beim gemeinsamen Geschlechtsverkehr telefonierte - Romantik pur! Dann stellte er die Aufnahmen ins Netz und veröffentlichte eine DVD unter dem humorigen Titel: "One Night in Paris".

Im Rückblick gibt sich Hilton jetzt zerknirscht und warnte in dieser Woche andere Frauen vor blindem Vertrauen: "Ich war gedemütigt, es war mir peinlich und ich war total schockiert, dass es passiert ist." Da hatte sie aber noch nicht mir ihrem Sachbearbeiter von der Stadtsparkasse geredet. Denn schließlich kassierte Geschäftsfrau Paris nicht nur demütigende 400.000 Dollar Schadensersatz von Rick, sondern sicherte sich obendrauf noch Anteile an jeder verkauften DVD. Da war es mit der Peinlichkeit aber ganz fix wieder vorbei. Oder wie Schlagerluder Andrea Berg in einem solchen Fall sagen würde: Die Gefühle haben Schweigepflicht!


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