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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Tom Kaulitz macht den Dieter


Tokio Hotel lernen als neue DSDS-Juroren alte Bohlen-Sprüche auswendig und greifen sich verbal in die Hosen. In die Hose gegangen hingegen ist ein Ausflug von Lothar Matthäus ins Schauspielfach.
Von Stefan Mielchen

Wie hieß noch gleich der letzte deutsche Superstar? Egal, denn seit dieser Woche wirft schon wieder die neue DSDS-Staffel ihre Schatten voraus. Und damit sind auch die Kaulitz-Zwillinge von "Tokio Hotel" endlich zurück auf der Bildfläche. Ältere Zahnspangenträgerinnen erinnern sich: Das sind die Jungs, die mal musikalisch durch den Monsun wateten - und leider immer noch so aussehen. Zukünftig sitzen sie neben dem Pop-Titan in der Jury und machen auf Macker: Bill hat sich während der kreativen Pause in L.A. ganz männlich ein paar Muckis antrainiert, Tom gefällt sich als Light-Version von Dieter Bohlen und formuliert seinen künstlerischen Anspruch an die Casting-Kandidaten entsprechend: "Allen Mädels kann ich sagen: Zieht euch etwas Kurzes an! Dann habt ihr es schon halb geschafft." Schöner hätte sich Bohlen verbal auch nicht in den Schritt greifen können. Doch der 23-Jährige Gitarrist schlug bei RTL auch nachdenkliche Töne an: "In Deutschland gibt es zu wenig gute Künstlerinnen", sorgte er sich, ließ Bill dabei aber überraschenderweise unerwähnt. Und auch für die Jungs in der Casting-Schlange hatte Tom noch einen bahnbrechenden Tipp auf Lager: "Bleibt zu Hause, wenn ihr nicht singen könnt!" Derart weise Ratschläge hätte man "Tokio Hotel" damals auch gewünscht.

Matthäus kracht in den Eiswagen

Apropos Recall: Fußball-Legende Lothar Matthäus durfte in dieser Woche mal wieder einen zutiefst beeindruckenden Beweis seiner Vielseitigkeit antreten. Er kann nämlich nicht nur Doko-Soap, Loddar kann auch richtig schauspielern! In "Alarm für Cobra 11" zerlegte der 51-Jährige derart überzeugend einen Mercedes, als mache er privat nichts anderes. Doch nicht nur die tollkühne Fahrt des Weltfußballers über die Autobahn darf als besondere Risikobereitschaft der Produktionsfirma gewertet werden. Dass Freundin Joanna bei dem spektakulären Zusammenstoß mit einem Eiscremetransporter auf dem Beifahrersitz Platz nehmen durfte, war nicht minder mutig. Schließlich lagen zwischen Dreh und Ausstrahlung mehrere Monate. Und bei Lothars Appetit weiß man bekanntlich nie, mit welcher Charakterdarstellerin er gerade zwei Kugeln Stracciatella lutscht.

Neben Matthäus machte in dieser Woche noch ein weiterer großer Deutscher von sich reden: Nationalfriseur Udo Walz hat keinen Bock mehr auf Waschen, Legen und Fönen. 2013 will der 68-jährige Kanzlerinnencoiffeur zum Final Cut ansetzen und die Schere aus der Hand legen: "Jetzt sollen mal die Jüngeren ran", gab er den Altenbetreuern von "Bild" zu Protokoll, was man absolut verstehen kann: Irgendwann kann auch der geduldigste Figaro das kapriziöse Friseurstuhlgequatsche der VIP-Weiber nicht mehr hören. Ans Aufhören denkt einer wie Walz natürlich nicht wirklich: "Arbeiten macht mir tierischen Spaß", betonte er und kündigte an, sich auf andere Projekte zu verlegen. Zum Beispiel seinen neuen Prosecco: "Er heißt Udo und ist mit Himbeergeschmack." Na denn: Prost!

Harald Glööckler designt jetzt Hundekleidung

Wer hingegen Harald heißt und gar keinen Geschmack hat, muss nicht traurig sein. Damit kommt man dennoch in die Schlagzeilen, und so erfreut auch La Glööckler die Fachwelt weiterhin mit guten Nachrichten. Dem 47-Jährigen bereitet die Arbeit ebenfalls derart tierischen Spaß, dass er gleich eine ganze Hundekollektion auf den Markt warf. In Berlin ließ das pompööse Gesamtkunstwerk in dieser Woche vierbeinige Models auf dem Catwalk mit dem Schwanz wedeln: Strass satt und Krönchen allerorten – vor Glööcklers kreativem Doggy Style sind weder Napf noch Halsband sicher. Sein eigener Fifi Billy King habe ihn zu der Kollektion inspiriert, behauptete der Hundeflüsterer: "Es sind extravagante Designerstücke entstanden, die nicht nur das Herz von Herrchen und Frauchen erobern", ist Glööckler sicher. Wenn das Daisy noch erlebt hätte!

War sonst noch was? Na klar: Während sich auf der Münchner Wiesn jene tummeln, die sich hierzulande für trinkfest halten, überraschten auf der internationalen Showbühne gestandene Getränkeexperten mit lustigen Geständnissen. 23 Jahre nach "Baywatch" erklärte etwa 80er-Legende David Hasselhoff: "Ich habe Angst vor Wasser." Selten hat man eine originellere Ausrede für ausschweifenden Alkoholkonsum gehört. Der 60-jährige Rettungsschwimmer-Imitator führt seine H2O-Abstinenz auf zu viele Drehs im kalten Meer zurück. An zu vielen Drinks hat es natürlich nicht gelegen. Trash-Kollegin Brigitte Nielsen ist da schon abgeklärter. Vor kurzem erst war die teilweise 49-jährige Dschungelkönigin leicht derangiert durch L.A. gewankt und dabei blöderweise fotografiert worden. Nun erklärte sie den Suchttherapeuten von "RTL Exclusive Weekend", dass sie einfach einen schlechten Tag hatte: "Ich konnte damit nicht umgehen. Also bin ich in den Park gegangen und habe etwas getrunken." Logisch, denn eine Flasche Wodka später sah die Welt ja schon wieder ganz anders aus. Wenn es mit der Karriere weiter so gut läuft, darf Brigitte im deutschen Fernsehen bestimmt auch bald ihre eigene Schmuckkollektion vorstellen. Der NDR soll am Roten Sofa schon Papier und Bleistift zurechtgelegt haben.


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