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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Zwei Haudegen haben Schulter

Die Äktschnhelden Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone bekämpfen ihre Zipperlein Bett an Bett. Auch Ailton betritt nach seiner Erfahrung im Aussi-Busch erneut fremdes Terrain. Nur Ramona Leiß wandelt auf bekannten Dschungelpfaden.

Von Stefan Mielchen

Früher war bekanntlich alles besser. Da ballerte man sich als Rambo oder Terminator fröhlich durchs Leben und erntete weltweit Anerkennung und Respekt. Doch auch hauptberufliche Haudegen kommen in die Jahre - und mit dem Alter die Zipperlein. So verstörte in dieser Woche ein Foto die Weltöffentlichkeit, das Sylvester Stallone an der Seite von Arnold Schwarzenegger zeigt: Bett an Bett im Krankenhaus! Der Grund war ausnahmsweise keine Schönheits-OP. Schwarzie und Stallone haben Schulter. Da einem die Stunts mit 65 nicht mehr so leicht von der Hand gehen, müssen sich Arnie und Sly vor den nächsten gemeinsamen Dreharbeiten wiederaufarbeiten lassen. Keine leichte Aufgabe fürs Klinikpersonal: Während man beim Rambo-Körper vor lauter Tattoos gar nicht weiß, wo man schnippeln soll, kann beim Terminator ein unbedachter Schnitt mit dem Skalpell die gesamte Körperspannung durcheinanderbringen - mit ungeahnten Folgen für die festgezurrten Gesichtszüge. Nur eines gilt als sicher: Sobald der Chirurg bei Arnie Hand anlegt, heißt es "Äktschn!"

Die erlebte auch eine Dame, die man problemlos hätte dazu schieben können: Zsa Zsa Gabor wurde 95 und von einem stattlichen Rollator-Geschwader ausgiebig gefeiert. 130 Gäste hatte der treusorgende Gatte Frédéric von Anhalt in dieser Woche ankarren lassen, die sich an Schampus und Schokotorte schadlos hielten. "Meine Frau war ganz happy, dass so viel los war", behauptete der Prinz anschließend, obwohl nur fünf Gäste vorgelassen wurden, um persönlich zu gratulieren. Dem Rest der Botox-Society ersparte man den Anblick der schrumpeligen Diva. Hollywoods Holzmichel (ja, sie lebt noch) kann sich ohnehin nicht mehr wehren. Trotzdem: "Ich habe vor, die nächsten Jahre noch mehr Geburtstage zu feiern", hieß es in der Einladungskarte voller Optimismus. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.

Was reimt sich auf Leiß?

Quicklebendig präsentierte sich in dieser Woche Ex-Kugelblitz Ailton: Der Dschungelcamper hat eine Platte aufgenommen. Sambarhythmen, so heiß wie ein Vulkan - wenn nur der Text nicht wäre! Kaum ein Wort ist zu verstehen, und das liegt keineswegs daran, dass Ailton portugiesisch performt. Immerhin "Na na na na" ist herauszuhören und ein ständig wiederholtes "Ailton Sensation". Womit die Selbstwahrnehmung des Künstlers wohl auf den Punkt gebracht wäre.

Soweit ist Camp-Kollegin Ramona noch nicht, obwohl sich auf Leiß auch allerlei reimt. Einen Plattenvertrag mochte der feurigen 54-Jährigen aber noch niemand andienen. Immerhin standen die Gesprächstherapeuten der "Bunten" bereit, um der Camp-Mutti ein Ohr zu leihen. Das Dschungelcamp sei für sie "wie eine Befreiung aus meinem alten Fernseh-Ich" gewesen. Das glaubt man gerne: Bei ihrem TV-Recycling konnte La Leiß frisch von der Leber weg motzen und meckern. Von ihrer beruflichen Zukunft hat sie klare Vorstellungen: "Ich würde gerne mal eine richtig böse Intrigantin spielen", sagte sie. Kleiner Tipp: Einfach die letzten Dschungel-Folgen noch mal anschauen.

Michaela Schaffrath dreht wieder - dieses Mal im Stehen

Während die rüstige Ramona noch träumt, ist die Konkurrenz längst weiter. Michaela Schaffrath hat ihr Schauspielerleben als Gina Wild zumeist im Liegen absolviert. Als Charakterdarstellerin reüssierte sie in viel beachteten Werken wie "Jetzt wird es schmutzig 1-6" oder "Maximum Perversum". Nachdem sie sich quasi hochgeschlafen hat, wechselte die 41-Jährige den Namen und ins seriöse Fach, um nicht dem darstellerischen Dekubitus anheimzufallen. Ihr jüngstes Engagement fügt sich nahtlos in die Karriere: "Verbotene Liebe" macht Schaffrath jetzt öffentlich-rechtlich. In der ARD-Soap spielt die ehemalige Pornoqueen ausgerechnet eine Standesbeamtin. Damit knüpft sie an die Anfänge ihres künstlerischen Schaffens an. Damals wie heute lautet der Anspruch: "Amateure zum ersten Mal gefilmt."

War sonst noch was? Na klar! Bei den Briten verschoben sich in dieser Woche mal wieder Realität und Fiktion. Her Royal Hotness Pippa Middleton machte mit einer neuen Liebschaft auf sich aufmerksam: George Graf Percy entstammt einer der reichsten Familien Großbritanniens, die als "Windsors des Nordens" gelten und in die eine Middleton schon allein deshalb einheiraten muss. Damit ja nichts schiefgeht, richtete die 27-jährige Partyservice-Fachkraft eine Silvestersause aus, über welche die "Sun" in dieser Woche zu berichten wusste: "Pippa setzte sich neben George und stellte sicher, dass sie den ganzen Abend in seiner Nähe war. Und dann schlug sie zu." Da kann man nur hoffen, dass dies gut geht. Schließlich bewohnt der gute George Alnwick Castle - und das kennen wir als Zauberschule Hogwarts aus den Harry-Potter-Filmen.

Harry zauberte mit dem Stab

Dort war schon ein anderer beim Einsatz seines Zauberstabes nicht besonders wählerisch, wie sich nun herausstellt. Potter-Darsteller Daniel Radcliff outete sich in dieser Woche als Dirty Harry und verriet: "Ja, ich hatte Sex mit meinen Fans!" Im "Mirror" gab er aber zu: "Ich war immer nervös, wenn ich mit einem Groupie geschlafen habe." Der Grund dafür beruht offenbar auf einem großen Missverständnis: "Man muss sich nach dem Sex ja auch mit den Frauen unterhalten", glaubt der 22-Jährige. Irrtum, Danny: Rumdrehen reicht.