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Unfall bei Baldwin-Film "Fahrlässig und unprofessionell": Set-Mitarbeiter erhebt schwere Vorwürfe

Serge Svetnoy
Auf Facebook postete Serge Svetnoy seine Schilderung des tragischen Vorfalls
© https://www.facebook.com/sergey.svetnoy
In einem emotionalen Facebook-Post hat ein Set-Mitarbeiter beschrieben, wie die angeschossene Kamerafrau Halyna Hutchins in seinen Armen blutete. Der Mann erhebt schwere Vorwürfe gegen die Filmproduktion.

Ein Mitarbeiter am Filmset von "Rust" hat auf Facebook mit emotionalen Worten seine Sicht der Dinge geschildert. Serge Svetnoy war Teil der Filmcrew des Westerns, an dessen Set der Schauspieler Alec Baldwin die Kamerafrau Halyna Hutchins versehentlich erschoss. Nun erhebt der Beleuchter schwere Vorwürfe.

"Ich möchte erzählen, warum das meiner Meinung nach passiert ist. Ich denke, ich habe ein Recht darauf. Fahrlässigkeit und Unprofessionalität sind schuld daran. Es war fahrlässig, dass die Person, die die Waffen am Set checken sollte, das nicht getan hat. Dass die Person, die hätte melden müssen, dass sich eine geladene Waffe am Set befindet, das nicht getan hat. Dass die Person, die die Waffe kontrolliert bevor man sie abgibt, das nicht getan hat. Der Tod eines Menschen ist das Ergebnis", schreibt er.

"Ihr Blut klebte an meinen Händen"

Svetnoy hat die Tragödie aus nächster Nähe miterlebt. "Ich stand Schulter an Schulter mit Halyna, als der tödliche Schuss fiel, der ihr Leben nahm und den Regisseur Joel Souza verletzte. Ich habe sie im Arm gehalten, als sie starb. Ihr Blut klebte an meinen Händen", schreibt er. Hutchins und Svetnoy seien Freunde gewesen, er sei bei fast all ihren Filmen dabei gewesen. Umso wütender wirkt er nun. Vor allem der Waffenmeisterin am Set, Hannah Gutierrez-Reed, macht er schwere Vorwürfe, ohne ihren Namen jedoch zu erwähnen.

"Ich bin mir sicher, dass wir in jeder Abteilung Profis hatten, nur in der Waffenabteilung nicht. Eine 24-Jährige kann einfach nicht schon Profi beim Umgang mit dem Waffen-Arsenal sein", so Svetnoy. Profis seien Menschen, die schon jahrelang an Sets gearbeitet haben, die die Sicherheitsvorkehrungen "im Blut" hätten. Für die 24-jährige Hannah Gutierrez-Reed war es einer der ersten größeren Jobs als Waffenmeisterin. Svetnoy appelliert deshalb eindringlich an Hollywood-Produzenten, nicht an der falschen Stelle Geld zu sparen. Mindestens ein Profi gehöre in jede Abteilung, denn ihr Job sei oft gefährlich. 

Nach Alec Baldwins Todesschuss: Freundin von Kamerafrau Halyna Hutchins erhebt schwere Vorwürfe

 "Wir filmen in den Bergen, im offenen Meer, Unterwasser. Wir haben Explosionen, Waffen, Autounfälle, überall Elektrik und so viel mehr. Und um manchmal ein paar Dollar zu sparen, stellt ihr Leute an, die für den komplizierten und gefährlichen Job nicht qualifiziert sind und riskiert damit Leben", schildert Svetnoy die Lage. Er wünsche niemanden, das durchzumachen, was er und der Mann und Sohn von Hutchins gerade durchmachen - und was Alec Baldwin durchmache. "Er muss damit leben, dass er einen Menschen getötet hat, weil andere unprofessionell waren."

sst

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