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Präsidenten-"Kumpel" Damon Weaver Als kleiner Junge interviewte er Obama: Schülerreporter stirbt mit 23 Jahren

Barack Obama, hier im November 2020 bei einem Interview für die CBS-Show "60 Minutes"
Lies sich in seinem ersten Jahr als US-Präsident von Schülerreporter Damon Weaver befragen: Barack Obama, hier im November 2020 bei einem Interview für die CBS-Show "60 Minutes"
© 60 Minutes / / Picture Alliance
Er war die jüngste Person, die jemals einen amtierenden US-Präsidenten interviewte: Damon Weaver, der als Elfjähriger mit seinen Fragen an Barack Obama die Herzen der Amerikaner eroberte, ist im Alter von 23 Jahren gestorben.

Es war für ihn ein Traum, der wahr wurde: Am 13. August 2019 traf Damon Weaver den damaligen US-Präsidenten Barack Obama zu einem Interview im Weißen Haus. Elf Jahre alt war der Schüler der Kathryn E. Cunningham Elementary School in Canal Point im US-Bundesstaat Florida damals und damit die jüngste Person, die jemals einen amtierenden US-Präsidenten vor das Mikrofon bekommen hatte. Das nur zehn Minuten dauernde Interview machte den kleinen Jungen landesweit bekannt. Nun ist Weaver tot.

Ihr Bruder sei bereits am 1. Mai im Alter von 23 Jahren gestorben, bestätigte Weavers Schwester, Candace Hardy, der "Palm Beach Post". Die genaue Todesursache ist unklar. Hardy teilte der Zeitung zufolge lediglich mit, dass der 23-Jährige eines natürlichen Todes gestorben sei.

Weaver bittet Obama um besseres Schulessen

"Eine Menge Leute schauten zu ihm auf", sagte sie. "Weil er so jung war, hat er den Weg für mehr Studenten bereitet, sich mit Journalismus zu beschäftigen." Weavers Treffen mit Obama nannte Hardy "eine einmalige Erfahrung". "Das ist die einzige Möglichkeit, es zu beschreiben. [...] Es hat sein Leben verändert."

Weaver stellte dem Präsidenten während des Interviews zwölf Fragen. Unter anderem wollte er von Obama wissen, ob dieser die Macht hätte, für besseres Schulessen zu sorgen – er schlug vor, dass es mehr Pommes frites und Mangos geben solle – und ob er "oft gemobbt" werde. Obama sagte, er versuche, einfach gute Arbeit zu leisten und das "treibt mich weiter an".

Weaver fragte den Basketballfan Obama auch, ob dieser bereit wäre, gegen den Superstar der Miami Heat, Dwyane Wade, Mann gegen Mann zu spielen. Der Präsident sagte, er wäre bereit, auch wenn Wade "ein bisschen besser im Basketball ist als ich".

Am Ende des Gespräches lud Weaver Obama ein, seine Schule zu besuchen und bat ihn, sein "Kumpel" zu werden, wobei er anmerkte, dass Vizepräsident Joe Biden das Angebot bereits angenommen habe. "Auf jeden Fall", sagte Obama mit einem Lächeln und schüttelte dem Schüler die Hand.

Obama gratuliert zum High-School-Abschluss

Weaver hatte sich dem US-Sender National Public Radio zufolge fast ein Jahr lang beim Weißen Haus um ein Präsidenten-Interview bemüht. In der Zwischenzeit hatte er eine Reihe anderer hochkarätiger Prominenter befragt, darunter Biden, der damals noch Senator und Anwärter für die Vizepräsidentschaft war, NBA-Star Wade und Talkshowlegende Oprah Winfrey.

"Dwyane Wade war beeindruckend und er gab mir gute Ratschläge", erzählte Weaver im Jahr 2015 der "Palm Beach Post". "Er sagte mir, ich solle an meinen Träumen festhalten. Und er sagte mir, dass ich eine 'coole' Person bin."

Der Nachrichtenagentur Associated Press schilderte der Schüler noch als Fünftklässler, was ihm am Journalistenberuf so gut gefällt: "Ich bin gerne Reporter, weil man viel lernt, nette Leute kennenlernt und viel reist."

Nach dem Interview mit Obama arbeitete Weaver deshalb fleißig weiter an seiner Karriere. 2016 machte er seinen Abschluss an der Royal Palm Beach High School und bekam daraufhin sogar ein Glückwunschschreiben seines "Kumpels".  Der "Palm Beach Post" zufolge hatte Weaver ein Stipendium der Albany State University in Georgia und wollte dort einen Abschluss in Kommunikationswissenschaften machen. Weavers Schwester sagte der Zeitung, ihr Bruder habe gehofft, eines Tages als Sportjournalist über die National Football League zu berichten.

Jen Psaki bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus

"Er wurde von allen geliebt, egal, ob es ein Fremder, seine Mutter oder ein Familienmitglied war", erinnerte sich Hardy an Weaver. [...] "Er war immer positiv, hatte immer ein Lächeln im Gesicht und es war immer eine Freude, mit ihm zusammen zu sein. Er hat bei vielen Menschen einen Eindruck hinterlassen."

Quellen: Canal Point KEC TV auf Youtube, "Palm Beach Post"National Public Radio, "The Hill"

mad

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