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Bundeskanzlerin Jacke wie Hose: Angela Merkels jeweilige Blazer-Auswahl könnte mehr als nur Zufall gewesen sein

Angela Merkel in acht verschiedenen Outfits
Vor allem das Jackett ist ein Kleidungsstück, das Angela Merkel bei nahezu jedem Auftritt trägt
Wenn es nach 16 Jahren Amtszeit etwas gibt, das man über Angela Merkel weiß, dann ist es ihre Vorliebe für Jacketts und Blazer. Steckt hinter diesen eine Botschaft?

Dieser Text erschien zuerst an dieser Stelle bei brigitte.de.

Seit dem 22. November 2005 sind die Augen der Welt auf Angela Merkel gerichtet. Egal was sie tut, egal was sie trägt. An diesem Tag wird sie Bundeskanzlerin von Deutschland. Auch wenn die 67-Jährige eher für souveräne und unaufgeregte Auftritte als für ihren ausgefallenen Modegeschmack bekannt ist, hat sie mit ihrem Stil dennoch Geschichte geschrieben. Vor allem das Jackett ist ein Teil, das die Bundeskanzlerin nahezu bei jedem Auftritt trägt.

Eigentlich immer dasselbe Outfit

Denkt man an Politikerinnen aus den USA, wie Kamala Harris, oder sogar an die Queen, dann wissen wir: Was sie tragen, hat immer eine Bedeutung – zumindest fast immer. Symbolische Farben oder Erbstücke der Familie – sie alle bringen ein Statement oder eine Geschichte mit. Ist das bei Kanzlerin Angela Merkel genauso? Denn egal wo sie ist – eigentlich trägt sie immer dasselbe: ein Jackett mit drei oder vier Knöpfen, in der Regel zugeknöpft. Dazu eine schwarze Bundfaltenhose. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" verriet sie 2016 in einem Interview: "Es gibt Anlässe, da muss ich dunkle Farben tragen; dann gibt es manchmal Hinweise, dass man vor einem weißen Hintergrund stehen wird, da muss es nicht der helle Blazer sein."

Als Angela Merkel am 20. Juli 2021 vor den Flutopfern in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) spricht, trägt sie eine schwarze Jacke. Schwarz gilt in Europa als die Farbe der Trauer. Auch bei der Gedenkfeier für die Opfer des Coronavirus in Berlin im April 2021 tritt die Kanzlerin im schwarzen Jackett auf. Hier schaut sie also sehr genau, zu welchen Outfits sie greift. Unaufgeregt, ernst und zurückhaltend.

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Angela Merkel trägt selten Schwarz

Abseits von solch ernsten Anlässen sieht man Merkel aber fast nie in Schwarz. Ganz im Gegenteil: In ihrem Kleiderschrank muss eine ganze Wagenladung bunter Blazer hängen, denn die Kanzlerin greift in der Regel zu allen Farben, die der Regenbogen zu bieten hat. Tritt Merkel vor größeren Menschenmengen auf, trägt sie Töne, die sofort ins Auge stechen: Rot, Blau, Gelb, Türkis, Orange, Grün und viele mehr. Welche Farbe sie wählt, soll laut der Kanzlerin keine besondere Bedeutung haben. "Manchmal habe ich spontan Lust, etwas leuchtend Farbiges anzuziehen", sagt sie im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". Oft hätte sie gar keine Zeit, sich genau zu überlegen, welche Farbe sie tragen wolle.

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Egal ob "Zufallsprodukt" oder nicht – Merkels Stil ist unverkennbar. Das sagte sogar die Chefredakteurin der amerikanischen "Vogue" Anna Wintour 2019 gegenüber dem "Zeit Magazin". Ihr modisches Urteil ist bei vielen bekannten Personen gleichermaßen gefürchtet und gefragt. "Sie wirkt auf mich wie jemand, die weiß, wer sie ist. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie versucht, sich zu verstellen." Und damit scheint sie Recht zu haben. Dass Angela Merkel bei den meisten Anlässen nahezu die gleiche Kleidung trägt – nur eben in anderen Farbkombinationen – ist ein Zeichen dafür, dass sie sehr genau weiß, was ihr steht und worin sie sich selbst gut fühlt. Vor allem für Politikerinnen ist es schwierig, nicht nach der Kleiderwahl beurteilt zu werden. Ob Merkel deshalb immer wieder auf die bewährte Kombi und damit die "sichere Bank" setzt?

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Designerin Bettina Schoenbach

Entworfen hat das typische "Merkel-Jackett" übrigens die Hamburger Designerin Bettina Schoenbach. Details zur Arbeit mit der Kanzlerin gibt es allerdings wenige. "Wichtig ist, seinen eigenen Stil zu finden, und sich darin wohl zu fühlen", erklärt die Designerin der Nachrichtenagentur DPA. Ein maßgeschneidertes Jackett der Designerin ist übrigens nicht unter 1000 Euro zu haben. Kein Schnäppchen, aber es hat ja auch niemand gesagt, dass die Mode der Macht günstig sein würde.

Quellen:  "Süddeutsche Zeitung", "Zeit Magazin", DPA


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