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Auftritt beim Kachelmann-Prozess: Oliver Pocher in seiner schlechtesten Rolle

Peinlich, peinlicher, Pocher: Als Jörg Kachelmann verkleidet tritt Oliver Pocher vor dem Gerichtsgebäude in Mannheim auf. Wie verzweifelt muss dieser Mann sein, dass er sich bei dem Vergewaltigungsprozess gegen den TV-Wettermoderator auf diese Weise inszeniert?

Vom Auftakt des Prozesses gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann wollte offenbar auch Oliver Pocher profitieren: Er verkleidete sich als Kachelmann und inszenierte die Ankunft vor Gericht in Mannheim - natürlich in einem schwarzen Kleinbus mit getönten Scheiben. Zu dem Zeitpunkt hielten ihn viele Fotografen, die vor dem Gericht warteten, für den echten Angeklagten. Aus dem Auto heraus rief er: "Ich bin unschuldig."

Begleitet wurde Pocher - mit langen Haaren, Dreitagebart und schwarzer Lederjacke dem TV-Wettermoderator zum Verwechseln ähnlich -, von einer Schauspieler-Truppe. Darunter auch ein falscher Justizbeamter, von dem sich der Pocher-Kachelmann mit einer Umarmung verabschiedete, als er aus dem Kleinbus ausstieg. Eine Anspielung darauf, dass der echte Kachelmann nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft seinem Wärter dankte und sich persönlich von ihm verabschiedete.

Zum Pocher-Auftritt gehörten auch Schauspielerinnen, die die Kachelmann-Geliebten darstellen sollten. "Lausemädchen" stand auf ihren T-Shirts - der Kosename, den der echte Kachelmann all seinen Freundinnen verpasst haben soll. Geschmackloser geht es kaum. Dass es bei dem Prozess um ein Gewaltverbrechen geht und nicht um eine Lappalie, über die man sich lustig machen kann, scheint Oliver Pocher völlig egal zu sein. Mag sein, dass der Comedian verzweifelt ist - die Quoten seiner runderneuerten Freitagabend-Show auf Sat1 sind im Keller. Aber rechtfertigt das einen solchen Auftritt?

Bei den Kameramännern und Fotografen war der falsche Kachelmann ein begehrtes Motiv. Zumal es am ersten Prozesstag wenig Aufregendes zu berichten gab, die Verhandlung wurde vertagt. Oliver Pocher hatte so die Aufmerksamkeit, die er sich erhofft hatte. Doch ob er sich damit einen Gefallen getan hat?

ukl