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Beatrice Ferguson: Prinzessin Rotschopf hat ihren eigenen Kopf

Großbritannien feiert eine neue Stilikone. Nein, es ist nicht Sienna Miller, nicht Keira Knightley, sondern Beatrice Ferguson. Rothaariges Enfant Terrible des britischen Königshauses.

Von Shilah Behjat, London

Stilikone - das ist nicht gerade das erste, woran man bei Beatrice, Tochter von Sarah Ferguson, denkt. Die Briten sehen das wohl etwas anders und adelten die königliche Enkelin zur neuen "Style Queen", stellten sie gar auf eine Stufe mit ihrer stets modebewussten Tante Prinzessin Diana. Zuletzt sah man Beatrice an der Seite ihrer Mutter bei der "Fashion Rocks"-Gala im Rahmen der London Fashion Week über den Laufsteg wandeln. Beide trugen eine eng geschnittene, schwarze Marchesa Robe. Mitglieder der königlichen Familie auf dem Laufsteg - das hatte es bis dato noch nicht gegeben. Doch für Beatrice, die ankündigte, ihr eigenes Modelabel zu starten, war es nur ein weiterer Schritt aus dem Schatten ihrer Mutter. Die 19-Jährige soll schon etliche Skizzen angefertigt haben, ihre erste Kollektion warte nur darauf produziert zu werden, berichtete der "Daily Telegraph" und zitierte eine Freundin: "Beatrice liebt Klamotten. Sie hat einen eigenen Stil und viel Geschmack."

Von ihrer Mutter kann sie den kaum geerbt haben. Mit Gruseln kramen Blätter wie die "Sun" immer wieder die größten modischen Faux-Pas der Sarah Ferguson, Herzogin von York, aus dem Archiv: Ein knallfarbenes Puffkleid, eine ärmellose Wickelrobe, eine geschmacklose Auswahl an Hüten. Trotz oder gerade wegen ihrer Stilsünden zählt Sarah Ferguson unter der britischen Bevölkerung zu den beliebtesten Royals. Ihr Auftreten ist sicher und menschlich, ihre Art liebenswert und intelligent, ihr Händedruck bestimmt und ehrlich. Hoch gewachsen, das rote, leicht krause Haar meist offen tragend mischt sie sich unter die Menschen, zeitweise sogar ohne Leibwächter.

Ein Schatten, aus dem Beatrice nur in Trippelschritten heraustreten konnte. Als Enkelin von Queen Elizabeth war sie die erste Prinzessin, die seit Prinzessin Anne in die unmittelbare königliche Familie geboren wurde. Sie ist fünfte in der Thronfolge, direkt nach Prinz Charles, Prinz William, Prinz Harry und ihrem Vater, Prinz Andrew, dem Herzog von York. Beatrice und ihre zwei Jahre jüngere Schwester Eugenie tragen als einzige direkte Enkelinnen der Queen den Titel "Her Royal Highness", Ihre königliche Hoheit. Trotz alldem stolperte sie eher durch das Rampenlicht, als es zu genießen, hatte nie ein Profil außer das der "Prinzessin Rotschopf", wie die "Sun" sie taufte. Denn wo sie auftrat, war stets auch Mutter Fergie und zog die Aufmerksamkeit auf sich.

Nach der Scheidung ihrer Eltern im Jahr 1996, galt Beatrice lange Zeit als trauriges kleines Mädchen, das zwar in einer Welt von Reichtum, Prunk und königlicher Pflichten aufwuchs, aber nie eine richtige Familie besaß. Als sie zu ihrem 17. Geburtstag in einem Interview sagte, die Scheidung hätte die Familie näher zusammengebracht, waren sich die Briten einig: "Die Arme muss nun öffentlich ihre Eltern verteidigen", zitierte der "Daily Express" eine Psychologin.

Was zunächst niemand bemerkte: Das Interview bereitete Beatrice ihren eigenen Weg in die Welt der Medien. In einem roten Kleid, mit wildem Haar und laszivem Blick über die nackte Schulter zierte sie wenig später das Cover des "Tatler"-Magazins. Fortan trug sie den Spitznamen "Royal Sweetheart" und wurde mit Jungs gesichtet, die mal gut, mal weniger gut in der Presse ankamen. Ihr Kurz-Flirt mit Paolo Liuzzo etwa endete abrupt, als die "Daily Mail" enthüllte, dass er in den Tod eines amerikanischen Studenten verwickelt war.

Beatrice ist "officially hot"

Spätestens seit ihrem 18. Geburtstag im letzten Jahr gilt Beatrice als "officially hot". In einer Umfrage des Magazins "FH"“ wählten sie die Leser an Platz drei der "meist begehrtesten Frauen der Welt" - vor Lindsay Lohan, Keira Knightley und Scarlett Johansson. Damit hat Beatrice ein Ziel erreicht: Sie will nicht ihrer Mutter nacheifern, will keine Society-Frau sein, sondern ein cooles Mädchen. Begehrt, ein wenig gefährlich, mit Sinn für Mode und dem richtigen Freund. Zu dem verhalf ihr ihr Cousin Prinz William. Er stellte seiner Cousine David Clark vor, der mit dem Prinzen am renommierten St. Andrews College in Schottland studiert hat. Clark, sechs Jahre älter als Beatrice und "extrem gutaussehend", wie das Magazin "Hello" urteilt, ist der Sohn eines amerikanischen Milliardärs und arbeitet unter Mogul Richard Branson an dessen Raumfahrtprojekt. Mittlerweile ist aus der zarten Liebe eine zehnmonatige Beziehung geworden und auch Fergie zeigt sich begeistert vom neuen Freund ihrer Tochter. Ebenso euphorisch schrieb das "Sunday Mail Magazin": "Während alle auf Kate und William warten, passiert die größte Liebesgeschichte vor unseren Augen!"