BOTSCHAFTER-AFFÄRE Rowe kneift vor Gericht


Djamile Rowe erschien zwar vor Gericht, ließ aber ihren Anwalt sprechen. Die vermeintliche Geliebte des ehemaligen Schweizer Botschafters Borer-Fielding gab kleinbei und zog ihren Widerspruch zurück.

Es ist fast wie in einer Seifenoper - in der Geschichte um den früheren Schweizer Botschafter Thomas Borer- Fielding wird nahezu täglich ein neues Kapitel geschrieben. Am Dienstag zeigte sich erstmals seit Wochen die vermeintliche Geliebte des Ex-Diplomaten, Djamile Rowe, in der Öffentlichkeit. In einer Traube von Bodyguards, mit neuer Nase und abgemagert, erschien die dunkelhaarige Dame vor dem Berliner Landgericht und beendete eine rechtliche Auseinandersetzung mit Borer-Fielding. Doch auch vor Gericht könnte es in der Affäre heißen: Fortsetzung folgt.

Rowe zieht Einspruch zurück

Konkret ging es in der Verhandlung vor dem Berliner Landgericht um eine Einstweilige Verfügung, die Borer-Fielding gegen Rowe erwirkt hatte. Darin wird ihr verboten, bestimmte Behauptungen über das Privatleben des Schweizers zu verbreiten. Dagegen hatte die Berlinerin Einspruch eingelegt, den sie nun zurückgezogen hat. Nach Medienberichten über eine angebliche Liebesbeziehung Rowes mit dem Diplomaten hatte Borer- Fielding Ende April seinen Botschafter-Posten räumen müssen. Rowe selbst hat inzwischen in einer eidesstattlichen Versicherung erklärt, sie habe zu keinem Zeitpunkt eine sexuelle Beziehung zu Borer- Fielding gehabt.

Kein Showdown vor Gericht

Zum Showdown zwischen den beiden Hauptfiguren der Geschichte kam es vor Gericht nicht. Borer-Fielding ließ sich von seinem Rechtsbeistand Dirk Dünnwald aus der Kanzlei des Hamburger Medien-Anwalts Matthias Prinz vertreten. Dünnwald versicherte, dieser Gerichtstermin sei von eher nachgeordneter Bedeutung. Den wohl bedeutenderen Erfolg hat Borer-Fielding errungen, als er sich mit dem Schweizer Verleger Michael Ringier, in dessen Haus die auflagenstärksten Schweizer Zeitungen »Blick« und »SonntagsBlick« erscheinen, gegen eine unbekannte Summe außergerichtlich einigte. Ringier entschuldigte sich am Wochenende öffentlich - in seinen Blättern war breit über die angebliche Sex-Affäre berichtet worden.

Rowe im Blitzlichgewitter

Rowe, stark geschminkt, im dunklen Business-Anzug mit Brille und grauer Hemdbluse, sagte vor Gericht kein Wort, hielt aber minutenlang den großen Linsen und dem Blitzlichtgewitter der zahllosen Kameras stand. Ihr Anwalt Stephan Jellacic verkündete im Gerichtssaal lediglich die Rücknahme des Widerspruchs. Doch auf den Stufen des Gebäudes gab er mit seiner sichtlich um Beherrschung ringenden Mandantin an der Seite anschließend eine lange Erklärung ab, die künftige rechtliche Auseinandersetzungen ankündigte.

Alle Beteiligten bald als Zeugen vor Gericht?

Diesmal will Rowe sich laut Jellacic gegen Einstweilige Verfügungen aus dem Hause Ringier wehren. Der Verlag habe ihr Behauptungen zur Arbeitsweise der Medien untersagen lassen. Rowe hatte erklärt, sie sei unter Druck gesetzt worden und habe Geld erhalten, was der Verlag zurück weist. Möglicherweise kommt wegen ihrer Äußerungen während der Affäre auch noch ein Strafverfahren auf Rowe zu, wie die Staatsanwaltschaft nicht ausschließt. Anwalt Jellacic skizziert die mögliche Fortsetzung der Geschichte: Wenn der Fall weitergehe, dann »werden sich alle Beteiligten als Zeugen vor Gericht wiederfinden«.


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