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Epstein-Vertraute Sexhändlerin Ghislaine Maxwell spricht über die Verbindung zu Prinz Andrew

Gerichtszeichnung von Ghislaine Maxwell
Die ehemalige Sexhändlerin Ghislaine Maxwell wurde für 20 Jahre verurteilt, weil sie Jeffrey Epstein geholfen haben soll, Minderjährige zu missbrauchen. 
© Elizabeth Williams/AP/dpa
Prince Andrew steht schon länger wegen fragwürdiger Verbindungen zum Kreis von Jeffrey Epstein in der Kritik. Nun hat sich die verurteilte Sexhändlerin Ghislaine Maxwell erstmals zu den Vorwürfen gegen den Prinzen geäußert.

Präsidenten, Prominente und Royals – sie alle waren einst in ihrem kleinen schwarzen Buch versammelt. Heute sitzt die ehemalige Sexhändlerin Ghislaine Maxwell eine 20-jährige Haftstrafe in Florida ab. Denn sie soll unter anderem dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein dabei geholfen haben, minderjährige Frauen zu missbrauchen. Auch eine enge Verbindung zu Prinz Andrew wird ihr nachgesagt.

Seitdem der britische Royal ebenfalls wegen sexueller Delikte in Verruf geraten ist und von seinen royalen Pflichten entbunden wurde, hat sich Maxwell nun erstmals öffentlich zu ihrer Verbindung ins britische Königshaus geäußert. Innerhalb von zwei Gesprächen mit einem Journalisten der britischen "Daily Mail" räumt Maxwell mit Vorurteilen und Spekulationen auf und wirft ein neues Licht auf die Schattenseiten von Prinz Andrew, Donald Trump und Jeffrey Epstein.

Die Verbindung zwischen Prinz Andrew und Jeffrey Epstein

So bekräftigt die Sexhändlerin einmal mehr, was auch Prinz Andrew bereits mehrfach betont hat: Das berüchtigte Foto, bei dem der Prinz seine Hand um die Taille der damals 17-jährigen Virginia Roberts legt, sei manipuliert. Auch Maxwell ist auf dem Foto zu sehen. Experten und die Betroffene selbst sind da allerdings anderer Meinung.  

Prinz Andrew hat sich bereits mehrfach wegen seiner Freundschaft zu dem in Verruf geratenen Investmentbanker Jeffrey Epstein um Kopf und Kragen geredet. Epstein wurde im Jahr 2019 angeklagt, weil er einen Ring zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen unterhalten haben soll. Epstein starb vor seinem Prozessbeginn im Gefängnis. Prinz Andrew wurde bisher nicht für seine Verbindungen in die Szene belangt.

Unter anderem auch deshalb, weil er jegliche Schuld konsequent von sich weist. In einem BBC-Interview hat der Prinz zum Beispiel gesagt, dass er nichts von der Anklage gegen Epstein wusste und auf die Vermittlerrolle von Maxwell verwiesen. Die 60-Jährige sitzt nun seit einigen Wochen im Gefängnis ­– und verfolgt nach eigenen Angaben genau, was mit Prinz Andrew geschieht.

“Ich sorge mich um ihn“, sagt sie im Gespräch mit der "Daily Mail". Auch die Tatsache, dass die Anwälte des Prinzen mittlerweile jede enge Verbindung zwischen Andrew und Maxwell abstreiten, ändere daran nichts. "Ich akzeptiere, dass diese Freundschaft meine Verurteilung nicht überleben konnte." Und Maxwell erwarte auch nicht, dass sich daran nochmal etwas ändere.

Donald Trump stellt sich hinter Ghislaine Maxwell

Die ehemalige Sexhändlerin hat ihr Schicksal akzeptiert. Neben vielen anderen Freunden, die seit der Verurteilung keine mehr seien, gebe es aber einen Namen aus ihrem Umfeld, der sich öffentlich hinter sie gestellt hat: Donald Trump. Als Maxwell im Jahr 2020 verhaftet wurde, hat er ihr als einer von wenigen alles Gute gewünscht. Sie erinnert sich: "Ich war sehr gerührt, denn er hat es gewagt, während andere es nicht taten."

Die meisten ihrer ehemaligen Bekannten hätten sich eher distanziert. Grund dafür sei auch die Vorverurteilung durch die Medien. Sie sei als die "böse Hexe" im Epstein-Fall dargestellt worden. "Ich glaube, dass jeder, der auch nur im Entferntesten etwas Positives über mich sagt, eine Menge negatives Interesse auf sich zieht“, sagt sie zur "Daily Mail". Mittlerweile sei sie sich deshalb sicher: "Die Begegnung mit Jeffrey Epstein war der größte Fehler meines Lebens."

Heute würde sie einige Entscheidungen anders treffen. Fakt ist aber, dass Ghislaine Maxwell ihr Leben in der High Society aufgrund falscher Lebensentscheidungen und der engen Verbindung zu Jeffrey Epstein gegen ein gefährliches Leben im Gefängnis eingetauscht hat. Sie berichtet etwa von Morddrohungen, sozialer Isolation und schweren Restriktionen.

Trotzdem gibt Maxwell die Hoffnung nicht auf, wieder ein anderes Leben führen zu können. Gegen das Urteil, wegen dem sie aktuell im Tallahasee FCI in Florida einsitzt, hat sie bereits Berufung eingelegt. Das Verfahren wird mehrere Monate oder Jahre dauern, aber verlaufe bereits "in voller Blüte", wie sie berichtet. Ghislaine Maxwell sieht sich nach wie vor als unschuldig an.

Quelle: Daily Mail, BBC

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