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Schauspielschule in Berlin: Schulleiter erlebte Daniel Küblböck als "aggressiv und unzuverlässig"

Die Vorwürfe gegen die Schauspielschule von Daniel Küblböck wiegen schwer. Jetzt meldet sich der Schulleiter in einem Interview zu Wort und berichtet von Alkoholproblemen des 33-Jährigen.

Vermisster "DSDS"-Star: Das bewegte Leben des Daniel Küblböck

Anfang August erschien auf der offiziellen Facebook-Fanseite von Daniel Küblböck ein Posting, in dem sich der 33-Jährige über vermeintliches Mobbing an seiner Berliner Schauspielschule beschwerte. "Dieses monatelange Mobben an meiner Schule in meiner Klasse hat mich doch zutiefst in meiner Seele erschüttert", lautete eine Zeile in dem Schreiben. Ob der Brief wirklich von Küblböck verfasst wurde, ist nicht klar.

Der Beitrag ist inzwischen gelöscht und das "Europäische Theaterinstitut" (ETI), an dem Küblböck seit 2015 studierte, wehrte sich öffentlich gegen die Anschuldigungen. "Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück", heißt es in einem Instagram-Posting des ETI.

Schulleiter riet Daniel Küblböck zu einer Therapie

Nun hat sich erstmals der Schulleiter der privaten Einrichtung zu Wort gemeldet. "Keiner weiß genau, ob der Post von ihm stammt. Selbst wenn, hat Daniel da etwas falsch verstanden", sagte Robert Mau der "Bild"-Zeitung. Er habe Küblböck als "aggressiv und unzuverlässig" erlebt. Der früherer DSDS-Star sei öfter betrunken zur Schule gekommen. Mau habe ihm deshalb zu einer Therapie geraten. "Aber er blockte ab", so der 55-Jährige. Das letzte Mal habe er von Küblböck Ende August gehört. "Daniel schrieb, dass er durch seine Rolle der Aurora gemerkt hat, dass er eine Frau werden will. Das würde schmerzhaft werden, aber er freue sich."

Die geplanten Abschlussaufführungen von Küblböcks Schauspielklasse wurden inzwischen gestrichen. "Aufgrund der tragischen Ereignisse um Daniel Kaiser-Küblböck haben das Ensemble und die Schulleitung des ETI beschlossen, die Vorstellungen von 'Niemandsland' vom 13. – 16.09. abzusagen", teilte das Institut auf seiner Internetseite mit. Doch bereits bei der Ankündigung für das Theaterstück fiel auf, dass Küblböcks Name nicht unter den genannten Darstellern war. Der 33-Jährige hatte behauptet, ihm sei die Teilnahme an der Endaufführung verweigert worden. Die Schauspielschule hat sich trotz mehrerer Anfragen des stern bisher nicht dazu geäußert.

Küblböcks Schauspielschule erlebt Shitstorm

Stattdessen kündigte das ETI an, seine "Facebook-Präsenz vorübergehend einzustellen". "Ein durch unbelegte, im Netz kursierende Mobbing-Behauptungen ausgelöster Shitstorm ist über uns hereingebrochen, der sowohl Daniel gegenüber unwürdig ist, als auch dem Ansehen unserer SchülerInnen, AbsolventInnen und DozentInnen schadet", so die Schauspielschule auf ihrer Internetseite.

Daniel Küblböck wird seit dem 9. September vermisst. Der 33-Jährige soll in den frühen Morgenstunden vom Deck des Kreuzfahrtschiffes "Aida Luna" gesprungen sein. Das Schiff war unterwegs von Hamburg nach New York. Trotz intensiver Suche fehlt von dem Musiker bisher jede Spur. 

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 11.

jum