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Ex-DSDS-Star: Daniel Küblböck: Hat seine letzte Theaterrolle ihn beeinflusst?

Daniel Küblböcks Abgang weist merkwürdige Parallelen zu dem Theaterstück auf, das er den Sommer über geprobt hat, dann aber nicht spielen konnte. Was hat es damit auf sich?

Daniel Küblböck

Daniel Küblböck in seiner Kabine auf der Aida Luna.

Das Verschwinden von Daniel Küblböck gibt weiterhin Rätsel auf. Der frühere DSDS-Teilnehmer war am Sonntag von Bord eines Kreuzfahrtschiffes gesprungen. Augenzeugen berichten, der 33-Jährige habe an Bord Frauenkleider getragen. Solche Bilder enthält auch der - mutmaßlich von Küblböck selbst angelegte - Instagram-Account mit dem Namen "rosa_luxem". Dort sind auf der Aida Luna entstandene Selfies zu sehen, die den Künstler in Frauenkleidern zeigen.

Möglicherweise schlüpfte der Schauspieler dabei in seine Rolle, die er in dem Theaterstück des Europäischen Theaterinstituts (ETI) spielen sollte, der  Schauspielschule, die er nach drei Jahren abschließen wollte. Für die Abschlussinszenierung der Klasse 3a stand die Aufführung von "Niemandsland" auf dem Programm, das Szenen aus den Bühnenstücken "Unschuld" und "Das Leben auf der Praça Roosevelt" verarbeitet. Beide stammen aus der Feder der deutschen Dramatikerin Dea Loher. In dem 2003 uraufgeführten "Unschuld" verschwindet die Figur Rosa am Ende im Meer. Im letzten Satz wird ein Suizid angedeutet. Er lautet: "Sie geht in die Zukunft." 

Daniel Küblböck

Daniel Küblböck in seiner Kabine auf der Aida Luna.

Daniel Küblböck in Frauenkleidern

Küblböck sollte in dem Stück zwar nicht die Rosa spielen, sondern Aurora, einen alternden Transvestiten. Doch es dürfte kein Zufall sein, dass der Instagram-Account, der die letzten Fotos von Küblböck zeigt, "rosa_luxem" heißt.

Es ist noch eine weitere Sache, die Küblböcks Tod mit dem Abschlussstück verknüpft. Wie Robert Mau, der Vorsitzende der Schauspielschule,  der "Bild"-Zeitung erzählt, hat er am 29. August, dem Tag von Küblböcks Reiseantritt an Bord der Aida Luna, eine Nachricht erhalten: "Daniel schrieb, dass er durch seine Rolle der Aurora gemerkt hat, dass er eine Frau werden will. Das würde schmerzhaft werden, aber er freue sich."

Was die ganze Geschichte aus Sicht von Küblböck sehr traurig macht: Obwohl er nach eigener Aussage den ganzen Sommer seinen Text gelernt hat, durfte er bei der Abschlussaufführung vom 20. bis 22. Juli nicht mitwirken. Noch einen Tag zuvor, wirkte Küblböck euphorisch: "Die interne Schulpräsentation konnte ich leider nicht spielen, wegen starker Bauchschmerzen, ich hoffe es war nur die Aufregung. Aber langsam legt sich der Zustand wieder und die Wunde an meinem Fuß ist schon fast verheilt. Ihr kennt mich ja für mein Publikum und für meine Kollegen tue ich fast alles", schrieb er am 19. Juli auf Facebook.

Küblböck fehlte bei der Aufführung

Warum trat Küblböck nicht bei dem Stück auf? Gerne hätte man darüber eine Auskunft von dem ETI erhalten, doch dort war niemand telefonisch erreichbar, Anfragen per Mail bleiben seit Tagen unbeantwortet. 

Auf der Facebook-Seite "Offizieller Fanclub von Daniel Küblböck" erschien am 3. August ein Posting, in dem sich Daniel direkt an die Fans wendet. Er berichtet von Mobbing an der Schauspielschule und behauptet, ihm sei von der Schulleitung die Teilnahme an der Endaufführung verweigert worden. Dieses Posting ist mittlerweile wieder gelöscht. Und ob es tatsächlich von Küblböck stammt, dazu hat sich die Betreiberin der Fanseite bislang auf Anfrage nicht geäußert.

Bei den Aufführungen im Juli war Daniel Küblböck nicht dabei, und auch bei den für den September anberaumten Vorstellungen war er nicht vorgesehen. Das Stück sollte eigentlich vom 13. bis zum 16. September noch einmal gespielt werden. Doch die Vorführungen fallen aus: Die Schauspielschule gab auf ihrer Homepage bekannt, aufgrund der tragischen Geschehnisse die Vorführungen von "Niemandsland / Terra de Ningúem" abzusagen.

Auch die Facebookseite des ETI wurde vorübergehend eingestellt. Grund ist ein Shitstorm gegen die Schauspielschule, ausgelöst durch die kursierenden Behauptungen, Daniel Kaiser-Küblböck sei gemobbt worden. Das ETI weist diese Vorwürfe vehement zurück: Der Vorstandsvorsitzende Mau sagte der "Bild": "Keiner weiß genau, ob der Post von ihm stammt. Selbst wenn, hat Daniel da etwas falsch verstanden."

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 11.

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