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David Carradines Tod: Familie schaltet das FBI ein

War es ein Unfall oder Selbstmord? Nach dem mysteriösen Tod des US-Schauspielers David Carradine in Bangkok fordern seine Angehörigen eine Ermittlung durch die FBI. Die Leiche des einstigen Stars der TV-Serie "Kung Fu" soll am Wochenende in die USA gebracht werden.

Ein Mitglied des alarmierten Rettungsteams sagte dem US-Nachrichtensender CNN, sein Hals sei mit einem gelben Nylonband umbunden gewesen, seine Genitalien mit einem schwarzen. Die Hände seien entgegen anderer Berichte nicht gefesselt gewesen.

Die Polizei in Bangkok war anfangs von Selbstmord ausgegangen und sprach später von Tod durch Ersticken. Carradines Manager Chuck Binder sagte, er gehe von einem Unfall aus. Die Familie glaube nicht an Selbstmord, die widersprüchlichen Berichte über den Tod des Schauspielers seien für sie schwer auszuhalten, sagte der Rechtsanwalt des Bruders, Mark Geragos, dem CNN-Talkmaster Larry King. "Sie wollen eine Untersuchung."

Nach Angaben von Carradines Co-Managerin Tiffany Smith soll mit einer Autopsie die genaue Todesursache geklärt werden. Das kann drei bis vier Wochen dauern. Der Tod durch Ersticken könnte laut Medienberichten Folge einer gefährlichen Selbstbefriedigungspraxis gewesen sein. Dabei wird die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gedrosselt, um die sexuelle Lust zu erhöhen. Carradine war halbnackt in seinem Zimmer gefunden worden, Einbruchspuren gab es nicht.

Der Schauspieler war in den 70er Jahren als Star der TV-Serie "Kung Fu" bekannt geworden. Vor wenigen Jahren spielte er auch die Rolle des Bill in Quentin Tarantinos blutrünstigem Kino-Zweiteiler "Kill Bill".

Tarantino sagte bei CNN, der Darsteller sei einer von "Hollywoods großartig-verrückten Genies" gewesen: "Ich bin geschockt." Dem "People"-Magazin zufolge war der gebürtige Kalifornier Carradine fünfmal verheiratet und viermal geschieden.

DPA