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Elisabeth II. twittert: Die coolste Königin der Welt

Ihre Majestät hat gezwitschert: Königin Elisabeth II. schrieb zum allerersten Mal eine Kurznachricht bei Twitter. Ihre Botschaft? Profan. Wir würden sagen: Long tweet the Queen!

Von Jens Maier

Zwei Worte versetzen die Twitter-Gemeinde in Verzückung: "Elizabeth R." So hat Königin Elisabeth II. am Freitagnachmittag ihre allererste Mitteilung beim Kurznachrichtendienst Twitter unterschrieben. Das "R" steht für Regina, das lateinische Wort für Königin. Damit unterzeichnet die britische Monarchin auch offizielle Dokumente. Der Zusatz soll deutlich machen, dass es sich beim schlichten "Elizabeth" um keine geringere als die Queen handelt. Somit wird auch dem Letzten klar: Die Königin twittert - und betritt mit 88 Jahren digitales Neuland.

Ein historischer Moment, schließlich ist es der erste eigenhändige Tweet eines europäischen Monarchen überhaupt. Was Elisabeth II. getwittert hat? Leider kein Selfie von sich. Auch keine Fotos ihrer Corgis. Und auch kein Bild von ihrem Urenkel, dem kleinen Prinz George. Nein, ganz Queen blieb Elisabeth auch auf Twitter sachlich nüchtern. Zum Senden der Nachricht von einem Tablet-Computer zog sie sich eigens den Handschuh aus und tippte:

"Es ist mir eine Freude, heute die Ausstellung zum Informationszeitalter im Wissenschaftsmuseum zu eröffnen, und ich hoffe, dass die Menschen den Besuch genießen werden. Elizabeth R." Die 115-Zeichen-Botschaft an ihre Untertanen ist profan. Doch der kleine Satz der Königin reicht aus für eine digitale Revolution.

Tweet war angeblich vorgeschrieben

Bis zum Freitagnachmittag wurde die Nachricht bereits mehr als 14.000 Mal retweetet. Unter dem Hashtag "TheQueenTweets" verbreitet sich die twitternde Königin im Netz, der offizielle Twitter-Kanal der Königin @BritishMonarchy erhielt innerhalb weniger Minuten tausende neue Follower. Die Queen wird zum Twitter-Phänomen.

Britische Medien spekulieren bereits, dass der Tweet vorgeschrieben gewesen sei und Elisabeth II. nur noch auf Absenden drücken musste. Doch das trübt die Freude um die twitternde Queen offenbar nicht. Auch wenn ihre Majestät mit Hashtags nicht wirklich vertraut sein sollte, wird sie mit 88 Jahren zum digitalen Vorbild einer ganzen Nation.

Die coolste Queen der Welt

Während Bundeskanzlerin Merkel beim Hamburger Internetgipfel nach Worten ringt und das Internet noch im vergangenen Jahr als "Neuland" bezeichnete, stellt sich Elisabeth II. hin und drückt auf einem Tablet-Computer die Knöpfe, als würde sie das jeden Tag tun. Wie cool ist das denn? Die sonst als so altmodisch und distingiuiert gescholtene Queen, die in der Kutsche umherfährt und niemals eine Tea-Time ausfallen lässt, bewegt sich wie selbstverständlich in sozialen Medien.

Auch wenn die Twitterei für die Queen vermutlich ein seltenes Ereignis bleiben wird, zeigt sie so, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Und dass auch ihre älteren Untertanen keine Angst vorm Digitalzeitalter haben sollten. Die britische Nationahymne "God save the Queen" sollte umgetextet werden. In was? In "Long tweet the Queen" natürlich.