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Die Skandale von Prinz Andrew: Affären, Luxusreisen, dubiose Freunde

Prinz Andrew, Spitzname "Randy Andy", sorgt im britischen Königshaus seit Jahren für Negativ-Schlagzeilen. Seine angebliche Verstrickung in einen Sex-Skandal ist nun der Höhepunkt.

Von Julia Kepenek

Prinz Andrew wird vorgeworfen, Sex mit einer 17-Jährigen gehabt zu haben

Prinz Andrew wird vorgeworfen, Sex mit einer 17-Jährigen gehabt zu haben

Das neue Jahr beginnt für den britischen Prinzen Andrew mit einem handfesten Skandal: Der Sohn von Königin Elisabeth II. muss sich dem Vorwurf stellen, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben. Die Vorfälle liegen Jahre zurück, kommen aber jetzt ins Rollen, weil ein Gericht in Florida den Fall erneut untersucht. Im Mittelpunkt steht nicht Prinz Andrew, sondern der US-amerikanische Milliardär Jeffrey Epstein. Er war 2008 zu 18 Monaten Haft wegen Verführung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. In den Gerichtsakten taucht aber auch der Name von Prinz Andrew auf. Der 54-Jährige und Epstein sind befreundet.

Dass der Buckingham Palast bereits vier Dementis veröffentlichte und eine Verstrickung von Prinz Andrew in den Sex-Skandal zurückweist, zeigt, wie ernst die Lage ist. So ernst, dass Andrew sogar seinen Skiurlaub im schweizerischen Verbier vorzeitig abbrach und zur Krisensitzung mit seinen Anwälten nach London zurückreiste.

Frauenheld und Schwerenöter

Es ist nicht das erste Mal, dass Andrew, aktuell die Nummer fünf in der britischen Thronfolge, dem Image des britischen Königshauses schwere Kratzer versetzt. Bereits in den Achtzigern verpasste ihm die britische Boulevardpresse den Spitznamen "Randy Andy" ("Geiler Andy"), nachdem seine Affäre mit Koo Stark publik wurde. 18 Monate währte das Techtelmechtel - dann zog die Queen die Reißleine. Im Juli 1986 heiratete Andrew schließlich Sarah Ferguson. Nur sechs Jahre später trennte sich das Paar, die offizielle Scheidung erfolgte erst 1996. In der Zwischenzeit tauchten Fotos auf, die Fergie und den US-Finanzmanager John Bryan gemeinsam im Urlaub zeigten. Sie war barbusig, er saugte an ihrem Zeh. Ein Skandal im Königshaus. Immerhin war die damals 32-Jährige offiziell noch die Herzogin von York.

Nach seiner Trennung von Sarah Ferguson machte Prinz Andrew seinem Spitznamen "Randy Andy" weiterhin alle Ehre. Mindestens 15 verschiedene Liebschaften soll der Adelsspross gehabt haben, rechnete der "Independent" 2006 vor. Darunter Schauspielerin Angie Everhart, "Playboy"-Model Denise Martell und Sängerin Courtney Love. In den vergangenen Jahren dürften einige Freundinnen hinzugekommen sein. Zum traditionellen Pfederennen in Ascot wurde Andrew in diesem Jahr etwa von dem Unterwäschemodel Dara Tomanovich begleitet.

Verschwenderischer Lebensstil

Für Unmut sorgt auch immer wieder Andrews verschwenderischer Lebensstil. Während die Queen Jahr für Jahr ihren Urlaub im schottischen Balmoral verbringt, bevorzugt ihr Sohn sonnigere Gefilde: Andrew fliegt nach Dubai und Thailand, in die Karibik und auf die Philippinen, wenn er sich erholen will. Nicht selten residiert er in Luxusherbergen oder chartert teure Jachten. Dass Andrew sich gern von vermeintlichen Geschäftspartnern einläden lässt oder auf Kosten des Steuerzahlers reist, brachte ihm den Spitznamen "Airmiles-Andy" ein. Ein Trip nach Brasilien schlug 2002 etwa mit 130.000 Pfund zu Buche. Offiziell war es eine Geschäftsreise, Fotos zeigten Andrew jedoch umgeben von Mädchen in knappen Bikinis auf einer Luxusjacht. Mit britischem Understatement hat das so gar nichts zu tun.

Dubiose Geschäfte, zwielichtige Freunde

Am schwersten wiegen jedoch Andrews Kontakte zu Diktatoren, Despoten und dubiosen Geschäftsmännern. Den #link;Saif al-Islam ;Gaddafi-Sohn Saif al-Islam# besuchte der Prinz in Tripolis. 2011, wenige Monate vor dessen Festnahme, empfing Andrew den Diktatoren-Spross im Buckingham Palast. Auch den Schwiegersohn des despotischen tunesischen Ex-Präsidenten Ben Ali hieß Prinz Andrew im Buckingham Palast willkommen - drei Monate vor Beginn der Unruhen in Tunesien.

Sein Anwesen Sunninghill Park, ein Hochzeitsgeschenk der Queen, verkaufte Andrew 2007 an den Schwiegersohn des kasachischen Präsidenten. 15 Millionen Pfund erhielt Andrew für das Haus, drei Millionen mehr als es laut Schätzungen wert war. Heute ist die einst herrschaftliche Immobilie nur noch eine verlassene Ruine.

Als besonders heikel gilt Prinz Andrews Freundschaft mit dem Wall-Street-Milliardär Jeffrey Epstein. Bereits 2011 erschütterte Andrews angebliche Verstrickung in die Epstein-Affäre das britische Königshaus. Dass sich der Sohn von Königin Elisabeth II. auch nach Epsteins Verurteilung wegen Sex mit Minderjährigen nicht von dem Unternehmer distanzierte, sorgte in Großbritannienen für Entsetzen. Und nicht nur das: Epstein zahlte die Schulden von Andrews Ex-Frau Fergie. Die schuldete einem ehemaligen Mitarbeiter 78.000 Pfund, Epstein übernahm 15.000 Pfund.

All diese Vorfälle zwangen Prinz Andrew sogar, sein Amt als Sonderbeauftragter der britischen Regierung für den Außenhandel niederzulegen. Diesen Posten hatte er seit 2001 inne.

Nun, mit der erneuten Untersuchung des Sex-Skandals um Jeffrey Epstein, steht für Prinz Andrew mehr auf dem Spiel als nur ein Amt. Es geht um das Ansehen des britischen Königshauses.