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Disco-Star Bobby Farrell: Tänzer von Boney M. ist gestorben

Er war der stark behaarte Tänzer im Hintergrund mit der vermeintlich tiefen Stimme: Männlicher als Bobby Farrell konnte ein Popstar kaum sein. Jetzt ist der "Nicht-Sänger" von Boney M. gestorben.

Der niederländische Popstar und Tänzer Bobby Farrell - die Galionsfigur der Band Boney M. - ist tot. Der 61-Jährige starb am Donnerstagmorgen in einem Hotelzimmer in Sankt Petersburg. Das sagte sein Agent John Seine. Zur Todesursache gab es zunächst keine Angaben. Seine berichtete jedoch, Farrell habe sich am Abend zuvor nicht wohl gefühlt, habe Schmerzen in der Brust und Schwierigkeiten beim Atmen gehabt. Mir wurde aber gesagt, dass es ihm nicht gutging", sagte Seine. "Und heute Morgen ist er nicht mehr aufgewacht." Farrell war Mittwochabend in der russischen Großstadt aufgetreten und wollte Donnerstag mit seiner Band weiter nach Italien reisen.

Farrell hatte in den 70er Jahren mit der von Frank Farian kreierten Disco-Truppe vor allem in Deutschland riesige Erfolge gefeiert. Boney M. schuf diverse Party-Evergreens. "Daddy Cool" war 1976 die meistverkaufte Single in Deutschland, insgesamt kam die Gruppe auf acht Nummer-1-Hits. Im Gegensatz zu einem anderen Kunstprodukt von Farian - Milli Vanilli - wurde bei Boney M. nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass musikalisch nicht alles mit rechten Dingen zuging. So bewegte der betont maskulin auftretende Farrell bei Auftritten lediglich die Lippen - der grotesk tiefe Gesang kam von Farian selber aus dem Off. Offiziell bestätigte Farian dieses offene Geheimnis allerdings erst 2003.

Irgendwann war dem Tänzer das aber zu wenig. Seine Rolle als "Nicht-Sänger" war nicht mehr befriedigend, so dass er zu Beginn der Achtziger aus der Band ausstieg, der ein kurzer, aber umso erfolgreicherer Höhenflug beschieden war.

ben/DPA / DPA
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