HOME

Doppelinterview im stern: Warum Westernhagen Angst um seine Tochter hat

Nacktfotos im "Playboy" gab's schon, und eine Rockkarriere könnte ins Haus stehen: Kein Wunder, dass Marius Müller-Westernhagen Angst hat, dass die Medien seine Tochter Mimi zum It-Girl aufbauen. Dem stern stellten sich Vater und Tochter zum Doppelinterview.

Musiker Marius Müller-Westernhagen möchte verhindern, dass seine Tochter Mimi zur Klatsch-Ikone wird. "Ich habe natürlich Angst, dass die Medien aus ihr eine Art It-Girl machen. Dass sie ohne eine Leistung über Partys stolziert und durch Klatschspalten geistert", sagte Westernhagen im Interview in der neuen Ausgabe des stern. Dem Hamburger Magazin gab der 60-Jährige erstmals gemeinsam mit seiner 23-jährigen Tochter ein Interview.

Für Unstimmigkeiten in Sachen Medienpräsenz hatten Mimis Nacktfotos im deutschen "Playboy" gesorgt. "Die Fotos sind ja tatsächlich hochästhetisch", so Westernhagen im stern, "aber im Endeffekt ist das egal, weil die Leute nicht differenzieren, ob das künstlerisch ist. Es sind Nacktfotos im 'Playboy'. Natürlich bin ich da empfindlich. Welcher Vater wäre das nicht?" Mimi selbst sieht das eher gelassen: "Wir hatten die Kontrolle über die Fotos. Sonst hätte ich es nie gemacht." Mimi Westernhagen, die ihr musikalisches Debüt als Sängerin der Band "Battlekat" hatte, arbeitet derzeit an einem Soloalbum. Bis das erscheint, rät ihr Vater zu Zurückhaltung.

Vaterschaft sei etwas, dass sich für ihn erst über die Jahre entwickelt habe, sagte Westernhagen dem stern. "Ich bin nicht gut mit Babys, die machen mir irgendwie Angst." Streng durchgreifen musste Papa Westernhagen aber nur gelegentlich. "Als Mimi ein Jahr vor ihrem Abschluss die Schule verlassen und plötzlich Musikerin werden wollte, musste ich meine Autorität zeigen. Ich sagte ihr: 'Nur über meine Leiche.'"

Mit der Musikindustrie geht Westernhagen ebenso hart ins Gericht. Dass die Branche in der Krise stecke, läge nicht am Internet, sondern an der Gier der Plattenfirmen. Der Rockstar im stern: "Wenn man nur den Kommerz im Sinn hat, wenn es nur darum geht, die große Masse zu befriedigen, dann kann man kein wertvolles Produkt schaffen. Die Qualität leidet und am Ende liegt alles am Boden."

Themen in diesem Artikel