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Elvers bei "Promi Big Brother": Trash-TV als Therapie

Warum tut sie sich das an? Jenny Elvers-Elbertzhagen zieht in den Promi-Container. Sie selbst sieht das Format als logisches Ende ihrer Alkoholtherapie. Doch es ist auch der Tiefpunkt ihrer Karriere.

Von Jens Maier

Am kommenden Dienstag jährt sich ein denkwürdiges Fernsehereignis. Am 17. September 2012 war Jenny Elvers-Elbertzhagen Gast in der NDR-Vorabendsendung "Das". Über eine halbe Stunde blamiert sich die Schauspielerin vor laufender Kamera. Sie kritzelt krude Dinge auf ein Blatt Papier, faselt zusammenhangloses Zeug und sagte Sätze wie: "Meinen Namen tanzen konnte ich schon immer." Die Zuschauer zuhause ahnen: Jenny Elvers-Elbertzhagen ist betrunken. Sie wird zum Gespött der Nation. Es folgen eine öffentliche Alkoholbeichte, der Entzug, die Trennung von ihrem Mann und schließlich der Versuch, in ein normales Leben zurückzukehren. Doch daraus wird vorerst nichts.

Jenny Elvers-Elbertzhagen zieht in den Promi-Container. Die 41-Jährige nimmt an der Show "Promi Big Brother" teil, die am Freitagabend auf Sat.1 startet. Zehn Prominente, darunter US-Schauspieler David Hasselhoff und die holländische Moderatorin Marijke Amado, lassen sich 14 Tage lang in ein TV-Studio in Berlin-Adlershof einsperren. Von 70 Kameras werden sie rund um die Uhr beobachtet werden. Beim Essen, beim Duschen, beim Streiten und vielleicht sogar beim Lieben. Nur die Toilette ist tabu. Elvers-Elbertzhagen wird Teil einer Live-Peepshow.

Verzweiflungstat

"Ich habe mir das reiflich überlegt", sagte die einstige Heidekönigin der "Bild"-Zeitung. "Ich kann dort - wie sonst nirgendwo - zeigen, dass ich gesund bin. Mein Therapeut hat mir sogar dazu geraten!", behauptet Elvers-Elbertzhagen. Natürlich bekäme sie auch Geld für ihre Teilnahme, aber in erster Linie wolle sie sich und den Zuschauern beweisen, dass sie trocken sei. Sonst "könnte ich es niemals zwei Wochen dort aushalten ohne Alkohol." Die Teilnahme am Trash-TV als Therapie.

Doch kann für Elvers-Elbertzhagen mit "Promi Big Brother" wirklich der Start in ein neues Leben beginnen? Die Gefahr ist groß, dass sie sich vor laufender Kamera erneut zum Gespött der Nation macht. Denn das Format ist gnadenlos, wird jeden Fehler, jedes Fettnäpfchen dankbar ausschlachten. Für die peinlichen Momente muss sie nicht mal selbst sorgen. Dafür sind ihre künftigen Mitbewohner David Hasselhoff oder Martin Semmelrogge zuständig. Man kann sich die Szenen, in denen der eine "Looking for Freedom" singen wird und der andere seinem Rüpel-Image gerecht wird, schon jetzt vorstellen. Mittendrin Jenny Elvers-Elbertzhagen.

Ihr Gang in den Container ist eine Verzweiflungstat. Statt auf der Theaterbühne zu stehen oder neue Filme zu drehen, ist es der vorläufige Tiefpunkt ihrer Karriere, die als Heidekönigin begann und 2006 in dem Kinofilm "Knallhart" ihren Höhepunkt fand. Damals gelang es Elvers-Elbertzhagen, ihre Kritiker zu besiegen und sich als Charakterdarstellerin zu beweisen. Diese Jenny wünschen sich ihre Fans zurück. Keine, die im TV-Knast sitzt.