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Autobiografie Er packt aus: Nino de Angelo gibt Dieter Bohlen Schuld an seinem größten Debakel

Nino de Angelo und Dieter Bohlen stehen im Deutschen Theater in München und winken in die Kamera
Ein Bild aus glücklichen Zeiten: Dieter Bohlen umarmt Nino de Angelo, nachdem der sich 1989 beim deutschen ESC-Vorentscheid mit "Flieger" gegen Ralph Siegel durchgesetzt hatte.
© Istvan Bajzat/ / Picture Alliance
Nino de Angelo und Dieter Bohlen wollten 1989 gemeinsam reich werden. Doch ihr Song "Flieger" endete mit einem Debakel. Der Sänger macht dafür Bohlen verantwortlich.

"Flieger" hieß das Lied, mit dem Nino de Angelo 1989 beim Eurovision Song Contest in Lausanne für Deutschland antrat. Am Ende musste sich der "Jenseits von Eden"-Sänger mit einem traurigen 14. Platz begnügen (von 22 Teilnehmern). Dabei lagen große Hoffnungen in dem Song. Denn was viele nicht wissen: "Flieger" stammt aus der Feder von Dieter Bohlen – und sollte den "Modern Talking"-Star und de Angelo reich machen. Doch es kam ganz anders.

In seiner Autobiografie "Gesegnet und verflucht" rechnet Sänger Nino de Angelo mit seinem ehemaligen Produzenten Dieter Bohlen ab. Der Sänger gibt dem 67-Jährigen eine erhebliche Mitschuld am schlechten Abschneiden des erst gefeierten Songs. "Von diesem Lied verkaufen wir jetzt zwei Millionen Alben", soll Bohlen überzeugt gewesen sein. Doch ausgerechnet bei ihm habe "Goldesel Dieter wohl Verstopfung gehabt", schreibt de Angelo.

Auslöser für die Missstimmung zwischen Bohlen und ihm sei gewesen, dass in den Medien spekuliert wurde, "Flieger" könne ein Kriegslied sein. "Das hatten wir natürlich nie im Sinn", sagt der Sänger. De Angelo wurde angefeindet – und auch Bohlen distanzierte sich offenbar von ihm. In Lausanne, dem Austragungsort des ESC 1989, habe Bohlen ihn ignoriert, sich stattdessen nur um Thomas Forstner gekümmert, den österreichischen Kandidaten, für den Bohlen die Friedenshymne "Nur ein Lied" geschrieben hatte (belegte Platz 5).

Nino de Angelo schmiss Dieter Bohlen aus seiner Limousine

Zum Eklat sei es gekommen, als Bohlen sich in einer Limousine zum Essen fahren lassen wollte, die von der Plattenfirma für de Angelo zur Verfügung gestellt worden war. "Dass er auch noch die Dreistigkeit besaß, sich in meine Limo zu setzen, das brachte das Fass zum Überlaufen", schreibt de Angelo. Er habe seinen Fahrer angelächelt und gesagt: "Lassen Sie die Herrschaften bitte wieder aussteigen." Danach habe Bohlen ihn keines Blickes mehr gewürdigt.

Unverkennbar ein Bohlen-Song: Nino de Angelo 1989 mit "Flieger" beim ESC:

Nach dem ESC-Debakel geriet die Karriere von de Angelo ins Stottern. Dieter Bohlen schrieb nie wieder ein Lied für den Sänger – und auch keinen deutschen Grand-Prix-Beitrag mehr. Drei Jahre später trat Bohlen aber erneut beim ESC an. Wieder für Österreich. Mit dem Sänger Tony Vegas schrieb er den Titel "Zusammen geh'n" und belegte immerhin Rang 10. Der Titel wird vielen bekannt vorkommen. Er ähnelt frappierend einem späteren Millionenerfolg Bohlens, dem "DSDS"-Song "We have a Dream".

mai

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