VG-Wort Pixel

Felix Vossen Deutscher Filmproduzent flieht mit 60 Millionen


Er galt als seriöser Geschäftsmann und angesehener Filmproduzent. Doch im März verschwand Felix Vossen plötzlich mit 60 Millionen Euro. Inzwischen wird er von mehreren Ländern gejagt.

Er entstammt einer berühmten Handtuch-Dynastie, doch Felix Vossen ging von Anfang an seinen eigenen Weg. Der 41-Jährige lebte in London und Zürich, und verdiente sein Geld unter anderem mit Anlageberatung. Als Filmproduzent genoss er einen tadellosen Ruf, seine Werke wurden auf Festivals gezeigt. 2012 lief der von ihm produzierte Thriller "I, Anna" mit Charlotte Rampling und Gabriel Byrne in den Hauptrollen auf der Berlinale und dem Vancouver International Film Festival, wo er sogar ausgezeichnet wurde. Aktuell ist sein Film "Miss You Already" in den englischen Kinos zu sehen, mit Drew Barrymore und Toni Collette.

Doch Felix Vossens Karriere hat im März einen jähen Bruch erlitten. Der Filmproduzent wurde letztmals am 3. März gesichtet, an dem Tag flog er von London nach Zürich. Seither fehlt von ihm jede Spur. Mit Vossen verschwand eine Summe von 60 Millionen Euro. Geld, das ihm Freunde und Vertraute als Anlage anvertraut hatten. Mindestens 30 Menschen soll er mit dem Versprechen einer Rendite von 20 Prozent geködert haben, wie die "Daily Mail" berichtet.

"Er stahl unser Vertrauen"

Scotland Yard ermittelt bereits gegen den Deutschen, seine Bankkonten in London, New York und Zürich wurden eingefroren. Möglicherweise hat Vossen inzwischen eine andere Identität angenommen und sein Äußeres verändert. Das würde erklären, weshalb er seit einem halben Jahr nicht mehr gesichtet worden ist. Was diese Theorie stützt: Nach Aussagen von Kollegen soll Vossen zuletzt an einem Film über Menschen gearbeitet haben, denen mithilfe von plastischer Chirurgie die Flucht gelungen ist.

Seine Opfer sind extrem verbittert. Ein 78-jähriger Rentner hatte dem Geschäftsmann rund 87.000 Euro anvertraut. "Er stahl nicht nur unser Geld, sondern auch unser Vertrauen in die Menschen", sagt er der "Daily Mail". Und ein befreundeter Cutter gab Vossen sogar 2,7 Millionen Euro. Geld, das er vermutlich nicht mehr wiedersehen wird.

Die Geschichte des geflohenen Filmproduzenten Felix Vossen - sie ist filmreif. Ein Happy End ist nicht in Sicht.

che

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker