Nach dem gewaltsamen Tod von "Harry und Sally"-Regisseur Rob Reiner und seiner Ehefrau Michele hat der wegen Mordes angeklagte Sohn des Paares seinen Anwalt verloren. "Wir hatten das Gefühl, dass wir an dieser Stelle keine andere Wahl haben, als darum zu bitten, unser Mandat niederzulegen", sagte Anwalt Alan Jackson, der unter anderem schon für den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein und Schauspieler Kevin Spacey gearbeitet hatte, übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge vor Gericht in Los Angeles.
Eigentlich hätte Nick Reiner bei dem Termin die Anklage verlesen werden sollen. Richterin Theresa McGonigle verlegte das nun auf den 23. Februar und wies dem 32-jährigen Reiner, der in einem braunen Overall erschien, eine Pflichtverteidigerin zu. US-Medien zufolge könnte der Vorgang bedeuten, dass die Reiner-Familie die Anwaltskosten in dem Fall nicht länger übernehmen will.
Nick Reiner droht lebenslange Haft
Die Staatsanwaltschaft hatte den 32-Jährigen wegen zweifachen Mordes angeklagt. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haft, möglicherweise sogar die Todesstrafe. Bei einem ersten Gerichtstermin im Dezember hatte sich Nick Reiner nicht zu Schuld oder Unschuld geäußert. Der 32-Jährige war Mitte Dezember festgenommen worden, rund sechs Stunden nachdem die Polizei seine getöteten Eltern in deren Haus im Stadtteil Brentwood entdeckt hatte.
Rob Reiner, Regisseur von Filmhits wie "Harry und Sally", "Misery" und "Eine Frage der Ehre", war 78 Jahre alt. Seine Frau Michele, die als Fotografin gearbeitet hatte, war nach Angaben der Staatsanwaltschaft 70 Jahre alt. Das seit 1989 verheiratete Paar hatte drei gemeinsame Kinder: Jake, Nick und Romy. Zudem adoptierte der Regisseur die Tochter seiner ersten Ehefrau Penny Marshall.