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Jeffrey Epsteins Komplizin Befangener Geschworener? Ghislaine Maxwells Anwälte reichen Antrag zur Prozesswiederholung ein

Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell wurde von der Jury für schuldig befunden
© SDNY / Picture Alliance
Nur wenige Wochen, nachdem Ghislaine Maxwell von einer Jury in fünf von sechs Anklagepunkten schuldig gesprochen wurde, verlangen ihre Anwälte offiziell eine Wiederholung des Prozesses. Grund sind Teile der besagten Jury. 

Wie zu Erwarten war, haben Ghislaine Maxwells Anwälte offiziell einen Antrag auf Prozesswiederholung eingereicht. Ende Dezember war die ehemalige Freundin von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in fünf von sechs Punkten schuldig gesprochen worden. Die Jury war sich einig, dass Maxwell Epstein minderjährige Mädchen verschafft habe, damit dieser sie missbrauchen konnte. 

Ghislaine Maxwell: Anwälte wollen Prozesswiederholung

Als Grund für einen neuen Prozess nennen ihre Verteidiger den Geschworenen mit der Nummer 50. Scotty David heißt der Mann, der nach dem Urteil mit der "Daily Mail" sprach und sich sogar fotografieren ließ. Der New Yorker erklärte, er schätze Maxwell als genauso schuldig ein wie Epstein. Und er verriet, dass sein eigenes Schicksal die Jury beeinflusst habe. Denn die Geschworenen waren sich uneinig, wie man Maxwell beurteilen sollte. Die Wende kam, als er selbst von seinen Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch erzählte. Ein Detail, das für Diskussionen sorgte. Denn dass er als Teil der Jury mit Missbrauch in Berührung gekommen ist, hätte ein Ausschlusskriterium für die Teilnahme sein können – wenn nicht sogar müssen. 

Bevor sie als Geschworene ausgewählt werden, durchgehen die zwölf Männer und Frauen in US-amerikanischen Gerichtsprozessen ein strenges Auswahlverfahren. So soll sichergestellt werden, dass sie nicht befangen sind und ein fairer Prozess möglich ist. Scotty David gab im Gespräch mit der "Daily Mail" an, er könne sich nicht erinnern, ob er nach sexuellen Missbrauchserfahrungen im Vorfeld befragt wurde. Wenn, hätte er aber sicher wahrheitsgetreu geantwortet. 

Geschworener war selbst Missbrauchsopfer

Die Enthüllungen des Geschworenen, seine Erfahrungen hätten zur Entscheidung der Jury geführt, stellen "einen unbestreitbaren Grund für ein neues Verfahren dar", so Maxwells Anwälte in ihrem Antrag. "Unter der Annahme, dass die Berichterstattung korrekt ist, behauptete der Geschworene, dass er den Fragebogen für angehende Geschworene 'überflogen' habe und sich nicht daran erinnere, gefragt worden zu sein, ob er ein Opfer sexuellen Missbrauchs gewesen sei, aber er habe angegeben, dass er 'ehrlich geantwortet hätte'", heißt es wiederum im Schreiben der Staatsanwaltschaft.

Nun haben Maxwells Anwälte offiziell reagiert und den Antrag eingereicht. "Aus den im Antrag dargelegten Gründen beantragen wir, dass alle Eingaben, die den Geschworenen Nr. 50 betreffen, versiegelt bleiben, bis das Gericht über den Antrag entscheidet", heißt es darin. 

Quelle: "Guardian"

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