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TV-Auftritt: Gina-Lisa Lohfink bricht bei Birgit Schrowange in Tränen aus

Sie geht hart mit sich selbst ins Gericht: Unter Tränen spricht Gina-Lisa Lohfink im Interview mit Birgit Schrowange über ihr "billiges" öffentliches Image. Vor allem für ihre Familie sei das schlimm.

Gina-Lisa Lohfink

Gina-Lisa Lohfink bricht im Gespräch mit Birgit Schrowange in Tränen aus.

Die Straßenumfrage ist schockierend: Gina-Lisa Lohfink sei selbst schuld. Wer sich so anziehe, wer sich so style, müsse sich nicht wundern. "Der glaube ich nichts", sagt ein Passant. Nicht nur die zufällig ausgewählten Männer, auch Frauen scheinen von der ehemaligen "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin nicht viel zu halten. Einhellige Meinung: Lohfink sei ein "Luder". Dass sie möglicherweise von zwei Männern vergewaltigt wurde? Daran sei sie selbst schuld.

Lohfink war am Montagabend Gast im RTL-Magazin "Extra". Gezeigt wurde ein vorab in der vergangenen Woche in Berlin aufgezeichnetes Interview mit Birgit Schrowange. Darin konfrontierte die Moderatorin Lohfink auch mit den Ergebnissen der Straßenumfrage. Die wurde zwar nicht repräsentativ geführt, zeigt aber, dass die öffentliche Meinung über Lohfink gespalten ist.

Gina-Lisa Lohfink: "Ich habe billig ausgesehen"

Ist Lohfink am negativen Image selbst schuld? "Ohne ihnen zu nahe treten zu wollen: Der Busen, die Lippen …", sagt Schrowange. "Die kennen mich nicht", entgegnet Lohfink. Dann geht die mittlerweile 29-Jährige hart mit sich selbst ins Gericht: Ja, sie habe früher "billig" ausgesehen."

Es werden Ausschnitte gezeigt, wie Lohfink zusammen mit Micaela Schäfer noch vor drei Jahren für eine Elektronikkette warb. "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Billigste im ganzen Land", hört man Lohfink sagen, während sie in einem engen Kleid ihre Kurven präsentiert. Durch derartige Auftritte habe sie selbst dazu beigetragen, dass viele Menschen negativ über sie dächten, gibt Lohfink selbstkritisch zu.

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Lohfink kämpft um ein neues Image

"Es ist meine Schuld", sagt Lohfink - und meint damit die Vorverurteilung, die in der Straßenumfrage deutlich wurde. Ihr frivoles Image könnte auch die Richter im ersten Prozess, bei dem die beiden Männer Sebastian C. und Pardis F. vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen haben, beeinflusst haben. Wenn, wäre das ein Skandal. Denn ein Richter darf eben nicht wie Menschen in einer Straßenumfrage vorverurteilen. Er sollte niemanden nach seinem Äußeren bewerten. Auch nicht Gina-Lisa Lohfink.

Sie kämpft gegen ihr Negativ-Image. Lohfink hat nicht nur ihren Look verändert. Auf dem Stuhl gegenüber von Birgit Schrowange sitzt zwar immer noch eine blonde Frau mit großem Busen und aufgespritzten Lippen. Aber Lohfink wirkt seriöser. Sie trägt keine hautengen Kleider mehr, ihr Make-up ist dezenter als früher. Vor allem aber wirkt sie geradezu zerbrechlich. Auf dem roten Teppich war sie immer die resolute Strahlefrau. Jetzt weint sie im Fernsehen.

Lohfink hat Schuldgefühle gegenüber ihrer Familie

Vor allem für ihre Familie sei es schwer gewesen, sagt Lohfink und kämpft mit dem Tränen. Als sie damals völlig betrunken in den Club in Berlin gegangen sei, wo sie die beiden Männer traf, habe sie nicht gewollt, dass ihre Angehörigen anschließend darunter leiden müssten. "Das war nicht meine Absicht. Es ist schlimm, wie die sich schämen müssen", sagt Lohfink mit gebrochener Stimme. "Ich habe Schuldgefühle."

Am 8. August wird der Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten weiter gehen. Sie ist wegen Verleumdung angeklagt, soll die beiden Männer, mit denen sie Sex hatte, zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt haben. In der vergangenen Woche demonstrierten beim dritten Prozesstag mehrere Dutzend Menschen vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten für die 29-Jährige. Es denken also doch nicht alle wie die Befragten auf der Straße.